27. Oktober 2004

BLLV lehnt Kürzungen im Bildungsetat zu Lasten der Jüngsten und Schwächsten strikt ab

München – "Die Bayerische Staatsregierung lädt sich mit ihrer massiven Kürzungspolitik im Bildungsbereich eine schwere soziale und ökonomische Hypothek auf." Mit diesen Worten kritisierte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Albin Dannhäuser, den heute im Bayerischen Landtag vorgelegten Entwurf des Bildungsetats. Die vorgesehene Erhöhung des Bildungsetats erweckt ein verzerrtes Bild. Zusätzliche Mittel kommen nicht der Unterrichtsversorgung zu Gute, sie errechnen sich vor allem durch die steigende Zahl von Pensionierungen.

Durch die dritte Erhöhung der Lehrerarbeitszeit innerhalb von zehn Jahren hat die Lehrerschaft selbst über 2000 Stellen erwirtschaftet. Dannhäuser: "Es ist unerträglich, dass davon über 1400 Stellen eingezogen werden und lediglich 646 Stellen dem Schulbereich zur Verfügung stehen."

Massive Kritik übte der BLLV-Präsident, dass insbesondere die Pflichtschulen zur Ader gelassen werden. Um 500 Stellen bei den Hauptschulen zu sparen, wird der Exodus dieser Schulart eingeleitet. Nachdem bereits 119 Teilhauptschulen aufgelöst wurden, werden weitere Standorte aus der Schullandschaft verschwinden. Weitere 262 Stellen werden gestrichen, weil angeblich die Schülerzahlen zurückgehen. Tatsächlich ist die Zahl der Schulanfänger aber in diesem Schuljahr leicht angestiegen. "Ausgerechnet in der entscheidenden Bildungsphase wird an der individuellen Förderung und Differenzierung von Grundschulkindern gespart. Diese Reduzierung der Lehrerstellen steht in direktem Widerspruch zu allen internationalen Schuluntersuchungen."

Geradezu demonstrativ wird die Hauptschule vernachlässigt – obwohl dort viele Schülerinnen und Schüler besonderer Förderung bedürfen, damit sie zumindest einen Schulabschluss erreichen und fähig sind, eine Berufsausbildung anzutreten. Dannhäuser forderte vom Bayerischen Landtag, diese einseitigen Kürzungen abzulehnen. "Wenn Bildung Priorität haben soll, wie dies die Bayerische Staatsregierung angekündigt hat, dann muss dies für alle Schülerinnen und Schüler in allen Alters- und Schulstufen gelten."


Dateien:
20041020_01.pdf76 K

Suche

Im Blickpunkt

Reformkonzept

Kinderhaus Casadeni