15. Juli 2004

Bayerns Junglehrer protestieren gegen die Personalpolitik der Staatsregierung

Rund 2000 junge Lehrer werden voraussichtlich arbeitslos / ABJ-Vorsitzender Hans Rottbauer: "Diese Politik ist ungerecht, kurzsichtig und kontraproduktiv"

München – In Passau, Erlangen, Bayreuth, Augsburg, Würzburg, Regensburg und München werden am Wochenende hunderte von roten Luftballons in den Himmel steigen. An den Ballons hängen Protestpostkarten, die an das Kultusministerium adressiert sind. Mit dieser symbolischen Aktion will die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ) ihrem Ärger über die Einstellungspolitik der bayerischen Staatsregierung Luft machen. "Sie ist ungerecht, kurzsichtig und kontraproduktiv", erklärte ABJ-Vorsitzender Hans Rottbauer. "Wir befürchten, dass die Hälfte des diesjährigen Prüfungsjahrgangs ohne Job bleiben wird." Das Motto der Protestaktion laute daher "Der Hammer 2004". In der ABJ sind derzeit über 10 000 junge Lehrerinnen und Lehrer organisiert. Die ABJ ist die Interessenvertretung junger Lehrer innerhalb des Bayerischen Lehrer- Lehrerinnenverbands (BLLV).

Unter Bayerns Junglehrerinnen und –lehrern herrscht Wut und Ratlosigkeit. "Aufgrund der rigorosen Sparpolitik der Bayerischen Staatsregierung und den damit verbundenen drastischen Kürzungen im Bildungsbereich werden in diesem Jahr voraussichtlich rund 2000 junge, fertig ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten arbeitslos", beklagte Rottbauer.

"An den Schulen hingegen würden die jungen Nachwuchskräfte dringend gebraucht – zumal in den kommenden zehn Jahren ca. 40 Prozent der heute aktiven Lehrkräfte in den Ruhestand versetzt werden. "Mit diesem Argument wurden vor Jahren Tausende junger Menschen für den Lehrerberuf geworben – heute wirft man sie mit dem Anspruch auf Sozialhilfe auf die Straße", kritisierte Rottbauer und forderte die Einstellung der dringend benötigten Kolleginnen und Kollegen, ein Ende der kurzsichtigen Sparpolitik und eine planvolle und weitsichtige Personalpolitik im Bildungsbereich.

Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Albin Danhäuser, unterstützt die Aktion ausdrücklich. "Es ist sozial skandalös, junge Menschen für den Lehrerberuf anzuwerben und nach ihrer Ausbildung in die berufliche Perspektivlosigkeit zu entlassen. Es ist schulpolitisch unerträglich, gut ausgebildetes Lehrerpotential zu vergeuden." Letztlich schadet diese Politik auch den Kindern. "Lehrerarbeitslosigkeit und chronische Überlastung von Lehrerinnen und Lehrern werden leider zum Dauerwiderspruch werden."

Die Veranstaltungstermine:

Freitag, 16. Juli 2004, 19 Uhr

  • Adlersberg, Regensburg

Samstag, den 17. Juli 2004, 11.45 Uhr:

  • Europaplatz, Passau
  • Theresienwiese, München
  • Fußgängerzone, Erlangen, Nürnberger Straße/Am Neuen Markt
  • Fußgängerzone, Bayreuth
  • Rathausplatz, Augsburg
  • Fußgängerzone, Würzburg

Ansprechpartner: Hans Rottbauer, Landesvorsitzender der ABJ

 


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