BLLV-Positionen zur Förderschule


 

Aktuelles:

27. November 2017

Islamischer Unterricht als Regelangebot gefordert

Einstimmig verabschiedete Resolution des Studientags „Quo vadis Islamischer Unterricht“ fordert die...

München - Mit einer am Freitag in Nürnberg verabschiedeten Resolution soll der politische Druck für ein Regelangebot des Islamischen Unterrichts an allen Schularten in Bayern erhöht werden. In ihr...

15. November 2017

Schulbau in Bayern: Nicht auf der Höhe der Zeit

Um bestehenden Sanierungsstau aufzulösen, sind über fünf Milliarden Euro nötig / BLLV-Präsidentin...

Die Präsidentin des BLLV, Simone Fleischmann, hält den innovativen Schulbau und die Sanierung bestehender Gebäude für eine der wichtigsten Aufgaben im Freistaat. Zwar glänze Bayern mit einzelnen...

17. Oktober 2017

Mehr Unterstützung für Demokratiepädagogik

BLLV-Präsidentin Fleischmann legt im Bayerischen Landtag Forderungskatalog zur Aufwertung des...

„Haltung zeigen kann nur, wer eine Haltung hat. Die Aufgabe von Schule ist es, dafür zu sorgen, dass Schüler/innen eine demokratische Haltung entwickeln können - und damit auch nachfolgende...

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weitere politische Initiativen des BLLV zur Förderschule


BLLV fordert Ausbau der sonderpädagogischen Förderung

Die sonderpädagogische Förderung beginnt bei den Schulvorbereitenden Einrichtungen an Förderschulen (SVE) bis zu beruflichen Schulen zur sonderpädagogischen Förderung reicht. Angesichts der enormen Spannbreite ihrer Aufgaben wird ihr viel zu wenig Beachtung geschenkt. Es fehlt an notwendigen Innovationen für die Weiterentwicklung der Sonderpädagogik innerhalb des bayerischen Schulsystems.

Ebenso wirken sich veränderte Aufgabenfelder unmittelbar auf die Arbeit in der Förderschule aus: Der massive Auf- und Ausbau der Mobilen Sonderpädagogischen Dienste, die Zunahme unterschiedlicher Kooperationsformen mit der allgemeinen Schule oder die Einrichtung sonderpädagogischer Beratungszentren ohne entsprechende Bereitstellung von Ressourcen stellen zentrale Probleme der Förderschulen dar. Dies trifft die Beschäftigten an Förderschulen genauso, wie Eltern und Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogsichen Förderbedarf. 

Im Einzelnen fordert der BLLV

  • kleinere Klassen und Gruppen an allen Volksschulen zur sonderpädagogischen Förderung,
  • verbesserte Mittelzuteilung an die einzelne Schule zum Ausbau des Therapie- und Differenzierungsangebots sowie der Schulsozialarbeit,
  • einen deutlichen und bedarfsgerechten Ausbau der Sonderpädagogischen Dienste,
  • die Bereitstellung von Ressourcen an allen Schulen für vielfältige, offene und wohnortnahen Angebote des „Gemeinsamen Lernens“,
  • mehr Leitungszeit für die Schulleiter/innen entsprechend der gewachsenen Aufgabenfelder,
  • multiprofessionelle Personalausstattung an Förderschulen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden.

 


Übergang von der Schule in den Beruf

 Mehr Hilfe für Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf nötig

Wenn sowohl die Menschenrechtserklärungen der Vereinten Nationen (Art. 23) als auch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (Art. 12) das Recht eines jeden Menschen auf Arbeit bzw. die freie Berufswahl bekunden ohne Ausgrenzung von jungen Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, dann stellt die gegenwärtige Situation auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt ein noch ungelöstes Problem dar. Die angespannte Situation trifft nach wie vor die Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit sonderpädagogischem Förderbedarf extrem hart. Von 5663 Absolventen und Abgänger im Schuljahr 2005/06 mit erfüllter Vollzeitschulpflicht aus den Volksschulen zu sonderpädagogischen Förderung haben 4910 Schülerinnen und Schüler keinen Hauptschulabschluss erreicht. Viele sind daher auf Förderprogramme und Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation angewiesen. Wenn passgerechte Angebote nach der Schulzeit fehlen, bleiben für jene als Ausweg nur Warteschleifen oder der Weg in die Jugendarbeitslosigkeit. Die Vorbereitung auf eine Erwerbstätigkeit ist daher eine zentrale Aufgabe der Förderschulen.

 

Viele Fragen sind noch offen

Wie kann dafür gesorgt werden, dass die große Zahl jugendlicher Arbeitsloser abnimmt? Wie kann der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen präventiv entgegengewirkt werden? Wie kann der Zugang zu allgemeiner und beruflicher Bildung verbessert werden? Wie können Qualifikationen vermittelt werden, die den Fähigkeiten der Jugendlichen entsprechen? Wie können sie für den Eintritt in das Berufsleben adäquat gerüstet werden?

 

Der Übergangsprozess wird von verschiedenen Faktoren bestimmt

Für den BLLV ist der Übergang in das Berufsleben ein komplexer Prozess, der u.a. durch schulpolitische Maßnahmen unterstützt werden muss, an dem die Jugendlichen, ihre Familien und die beteiligten Fachkräfte zusammenarbeiten müssen, der eine enge Kooperation zwischen Schulen und Arbeitsmarkt erfordert und der durch professionelle, sonderpädagogische Fachkräfte langfristig vorbereitet, unterstützt und begleitet werden muss. Den Förderschulen kommt hier eine zentrale Rolle zu!

 

Schulische Möglichkeiten der Berufsvorbereitung stärken

Das fächerübergreifende und fächervernetzende Unterrichtsprinzip des Lernbereichs Berufs- und Lebensorientierung (BLO) stellt eine wichtige Weiterentwicklung der bisherigen Konzepte zur Berufswahlvorbereitung und Berufsorientierung dar. Im Lernbereich BLO erhalten die Anbahnung und der Erwerb von berufsbezogenen Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen besondere Bedeutung. Die Vernetzung der Inhalte des Lernbereichs BLO umfasst die Hauptfächer als auch unterschiedliche Berufsfelder. Die praktische Umsetzung erfordert daher eine langfristige Planung und Zusammenarbeit von Sonderschul- und Fachlehrern, als festes Team.

Betrachtet man die aktuelle Situation zur Möglichkeit der schulischen Berufsvorbereitung, so muss die Entwicklung und der Ablauf des Übergangsprozesses weiter verbessert werden.

 

Deshalb fordert der BLLV:

1.       Die Koordination der politischen Maßnahmen. Vor allem die Zusammenarbeit zwischen Förderschule und ihren Partnern (Agentur für Arbeit, Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung, Berufsbildungswerke, Werkstätten, usw.) muss gefördert und verbessert werden. Die Förderschulen als Koordinatoren dieser Zusammenarbeit sind personell entsprechend auszustatten.

2.       Die aktive Beteiligung der Jugendlichen und ihrer Familien am Übergangsprozess. Für Diagnostik, Anleitung, Beratung und Koordination müssen an den Förderschulen die nötigen Ressourcen bereitgestellt werden.

3.       Die Ausbildungsfähigkeit  muss langfristig angebahnt und vorbereitet werden. Die Förderung der nötigen Grundkompetenzen der Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist daher Aufgabe der Grund- und Hauptschulstufe einer Förderschule, die hierfür entsprechend unterstützt werden muss.

4.       Die regionale Kooperation zwischen Wirtschaft und Förderschule. Es muss sichergestellt sein, dass alle Jugendlichen reale Arbeitsbedingungen kennen lernen, dort ihre Kompetenzen entdecken und ausbilden können. Die Wirtschaft nimmt dabei ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr und stellt die notwendigen Ausbildungs- und Arbeitsplätze bereit. Die Förderschule initiiert und organisiert durch Praktika den Kontakt von Schülern und Ausbildern und Arbeitgebern. Eine Begleitung der Jugendlichen durch Integrationsfachdienste ist anzustreben.

5.       Ein multiprofessionelles Kollegium an den Förderschulen. Die Politik muss ausreichend Stellen für alle in der Berufsvorbereitung tätigen Personen (z.B. Sonderschullehrer, Fachlehrer, Heilpädagogische Förderlehrer, Werkmeister, Schulsozialarbeiter usw.) zur Verfügung stellen.

6.       Den Aufbau und die Weiterentwicklung eines integrativen, sonderpädagogischen Fördersystems. Der Mobile Sonderpädagogische Dienst (MSD) muss an den Förderschulen sowie den Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung hierfür qualifiziert und ausgebaut werden. Beim Scheitern integrativer Arbeitsmaßnahmen ist die Rückkehr behinderter Menschen in die Werkstätten sicherzustellen.

7.       Die Aufnahme der entsprechenden Inhalte in die Aus- und Fortbildung aller sonderpädagogischer Fachkräfte.

 

Herbst 2007

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