Studie zur Lehrerkooperation der Bertelsmann-Stiftung

Lehrkräften fehlt Zeit für eine engere Zusammenarbeit

Studie zur Lehrerkooperation der Bertelsmann-Stiftung

 

Lehrkräfte sehen sich oft dem Vorurteil ausgesetzt, sie seien Einzelkämpfer. Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung entlarvt dies als Klischee.  Lehrer würden gerne enger zusammenarbeiten, nur fehlt es ihnen dafür an Zeit - und der nötigen Unterstützung von oben.

 

Für 97 Prozent der befragten Lehrkräfte ist es wichtig, mit Kollegen zusammenzuarbeiten, für 96 Prozent ist kollegiale Hilfe ein wichtiger Bestandteil der Lehrerarbeit. Und nur 13 Prozent sagen, die Kooperation mit Kollegen bedeute einen hohen Aufwand, der sich selten lohnt. Das geht aus der jetzt veröffentlichten repräsentativen Bertelsmann-Studie „Lehrerkooperation in Deutschland“ hervor. Dafür befragten die Forscher Anfang des Jahres bundesweit 1015 Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe I.

 

In der Praxis ist die Zusammenarbeit allerdings ausbaufähig. Sie beschränkt sich meist auf den Austausch von Lehr- und Unterrichtsmaterial (62 Prozent der Befragten) sowie Informationen, zum Beispiel über Schüler. Eine echte Kooperation in Form von Teamteaching ist eher die Ausnahme. Nur 23 Prozent der Lehrkräfte unterrichten regelmäßig als Team eine Klasse, die meisten, 56 Prozent, arbeiten nach wie vor völlig alleine. Klassenübergreifende Aktivitäten führen 18 Prozent durch, 20 Prozent haben dies noch nie getan.

 

Gemeinsame Unterrichtsplanung ist zeitaufwändig

Sehr wahrscheinlich würden Lehrkräfte häufiger und intensiver zusammenarbeiten, wenn sie bessere Rahmenbedingungen hätten. Als größte Hemmnisse identifizierten die Autoren der Bertelsmann-Studie zu wenig Zeit, mangelnde Unterstützung durch die Schulleitung und fehlende Koordination.

 

Im Umkehrschluss bräuchten Schulen aus Sicht des BLLV nicht nur mehr Ressourcen in Form von zusätzlichem Personal, um Zeit für die gemeinsame Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Unterrichts zu haben. Sie bräuchten auch ein erweitertes Leitungsteam und eine Entlastung der Führungskräfte von Unterrichtsverpflichtungen, damit diese Koordinationsaufgaben wahrnehmen und ihre Mitarbeiter unterstützen können.

 

Teamarbeit trägt zur Berufszufriedenheit bei

Denn eine gute und enge Zusammenarbeit unter Lehrkräften trägt wesentlich zur Berufszufriedenheit bei. Das zeigte jüngst auch die Forsa-Umfrage zur Zufriedenheit im Lehrerberuf.  Bewerten Lehrerinnen und Lehrer das Verhältnis zu den Kollegen und die Hilfsbereitschaft untereinander als gut, erhöht das die Berufszufriedenheit. Zusammenarbeit und Berufszufriedenheit bedingen einander also.

 

Diesen Zusammenhang erkannten zum ersten Mal Wissenschaftler der Universität Köln. Im Rahmen einer Lehrerbefragung aus dem Jahr 2006 hatten sie festgestellt, dass die Bereitschaft zu einer engen Kooperation umso höher ausfiel, je eher die Befragten Freude am Unterrichten hatten und mit ihrem Beruf zufrieden waren.

 

 

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