Die Potsdamer Lehrerstudie

Das Institut für Gesundheit in pädagogischen Berufen (IGP) basiert auf den Erkenntnissen der Potsdamer Lehrerstudie von Prof. Dr. Uwe Schaarschmidt. Das gesellschaftliche Ansehen von Lehrern/innen ist in den letzten Jahren gestiegen – parallel zur Einsicht, dass Lehrer/innen einen der – hinsichtlich der psychischen Belastung – anstrengendsten Berufe ausüben. Mit der Potsdamer Lehrerstudie sollten – in einem damals noch anderen Klima der Wertschätzung – Beiträge zur Verbesserung der Belastungssituation in dieser Berufsgruppe geleistet werden. Ein Team von Wissenschaftlern und Studierenden des Instituts für Psychologie der Universität Potsdam unter Leitung von Prof. Dr. Uwe Schaarschmidt hat die Studie 2006 abgeschlossen.

Wesentliche Erkenntnisse der Studie zur psychischen Gesundheit der Lehrer/innen:

Vier Muster bezüglich der Auseinandersetzung mit den Arbeitsanforderungen – in gesundheitsförderlicher oder gesundheitsgefährdender Art und Weise:

Muster G – 17%
(Gesundheit: hohes, aber nicht überhöhtes Engagement, Belastbarkeit und Zufriedenheit)

Muster S – 23%
(Schonung: reduziertes Engagement, Ruhe und Gelassenheit sowie relative Zufriedenheit)

Risikomuster A – 30%
(Selbstüberforderung: exzessive Verausgabung und verminderte Erholungsfähigkeit, Einschränkung der Belastbarkeit und Zufriedenheit)

Risikomuster B – 30%
(Resignation: reduziertes Engagement bei geringer Erholungs- und Widerstandsfähigkeit, Unzufriedenheit und Niedergeschlagenheit)

Das Risikomuster B ist das problematischste mit den stärksten Gesundheitsbeeinträchtigungen.
In vielen (allerdings nicht in allen) Fällen schlägt sich hier die Endphase einer Burnout-Entwicklung nieder.

Abgeleitete Empfehlungen zur Prävention und Gesundheitsförderung:

  • Analyse und Gestaltung von Arbeitsbedingungen und Arbeitsabläufen
  • Unterstützung der Teamentwicklung und Führungsarbeit an Schulen
  • Berufsbegleitende und -vorbereitende Intervention durch Gruppentraining und individuelle Beratung
  • Unterstützung bei der Gewinnung geeigneten Lehrernachwuchses


Detaillierte Informationen zur Studie