Preisträger 2010

1. Preis

Dr. Marianne Häuptle-Barceló und Oliver Meyer (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstad)

„Modularisierung reloaded – Individualisiertes Lernen mittels e-Portfolios im Rahmen der Ausbildung von Fremdsprachenlehrern“

2. Preis

Prof. Dr. Thomas Trefzger (Julius-Maximimilians-Universität Würzburg)

MIND - Mathematisches Informationstechnologisches und Naturwissenschaftliches Didaktikzentrum

Preisträger 2007

1. Preis

Dr. Mechthild Hagen, Dr. Eva Heran-Dörr, Prof. Dr. Joachim Kahlert, Lehrstuhl Grundschulpädagogik und -didaktik, und Prof. Dr. Dr. Hartmut Wiesner, Lehrstuhl für Didaktik der Physik, Ludwig-Maximilians-Universität München:

Nachforschendes Lernen in der Ausbildung von Sachunterrichtslehrkräften und das Projekt SUPRA

Es wurde kein 2. Preis vergeben.

3. Preis:

Ullrich Reuter (Dipl. Päd. Univ.), Körperbehindertenpädagogik und Geistigbehindertenpädagogik, Julius-Maximilians-Universität Würzburg:

Begleitung körperbehinderter Schüler im individuellen Berufswahlprozess

Dr. Jana Traupel, Fakultät für Physik, Ludwig-Maximilians-Universität München

Physik der Materie - Ein aktives, multimedial gestütztes Lehr-Lern-System an der Hochschule

Bei der Verleihung des BLLV-Förderpreises "Pädagogik innovativ" werden im Jahr 2007 ein erster und zwei dritte Preise vergeben: Den ersten Preis für innovative Pädagogik in der universitären Lehrerbildung erhalten vier Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München. Für ihr Aus- und Fortbildungskonzept für den Sachunterricht in der Grundschule werden ausgezeichnet: Prof. Dr. Joachim Kahlert, Dr. Mechthild Hagen sowie Dr. Eva Heran- Dörr vom Lehrstuhl Grundschulpädagogik und -didaktik und Prof. Dr. Dr. Hartmut Wiesner vom Lehrstuhl Didaktik der Physik. Ein dritter Preis geht an den Diplompädagogen Ullrich Reuter von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er überzeugte die Jury mit dem Projekt "Begleitung körperbehinderter Schüler im individuellen Berufswahlprozess". Einen weiteren dritten Preis erhält Dr. Jana Traupel von der LMU München. Die Wissenschaftlerin entwickelte ein aktives, multimedial gestütztes Lehr-Lern-System an der Hochschule. Der Förderpreis wird vom BLLV alle zwei Jahre vergeben. Er ist insgesamt mit 5000 Euro dotiert. Einen zweiten Preis vergab die Jury diesmal nicht.

Erster Preis: Die sechsköpfige Jury war begeistert von der wissenschaftlichen Fundierung, dem Laborschulcharakter der Veranstaltung für die Studierenden, von der zukunftsweisenden Rolle der Universität in der Lehreraus- und -fortbildung sowie dem inhaltlichen Schwerpunkt des Konzepts der vier Münchner Wissenschaftler, die den ersten Preis erhalten. Die Dozenten der Grundschulpädagogik und -didaktik und Dozenten der Physikdidaktik - beteiligten sich mit zwei aufeinander aufbauenden Projekten an der Ausschreibung um den BLLV-Preis. Neueste (fach-) didaktische und kognitionspsychologische Erkenntnisse liegen ihrer Internetpräsenz "SUPRA" und ihrem Aus- und Fortbildungskonzept für Grundschullehrkräfte zugrunde. "SUPRA" bietet eine ständig verfügbare und flexibel handhabbare konkrete Unterstützung für die Planung und Gestaltung von Unterricht. Dazu haben die Wissenschaftler ein "blended learning"-Programm mit Seminar- und Fortbildungstagen entwickelt und seit 2004 erprobt. Es widmet sich dem Aufbau und der Förderung der physikdidaktischen Kompetenz. 2006 wurden Elemente des Konzepts für den Einsatz im Grundschulstudium weiterentwickelt, Dr. Hagen und Dr. Heran-Dörr integrierten nicht nur Theorie und Praxis, sondern auch die Forschung in ihr kooperatives Veranstaltungskonzept. Ziel der Wissenschaftler ist es, den naturwissenschaftlichen Unterricht an Grundschulen zu veranschaulichen und zu stärken. Ein Weg, um bei Grundschulkindern sachlich tragfähige Konzepte zu anspruchsvollen physikalischen Inhaltsbereichen aufzubauen. Kontakt: Prof. Dr. Kahlert, Tel: 089/ 2180 5102, E-Mail: kahlert@lmu.de oder Prof. Dr. Dr. Wiesner, Tel: 089/ 2180 2020

Dritte Preise: Ein erstes Kennenlernen des späteren Berufsfeldes und eine intensive Arbeit mit den Schülern ermöglicht Diplompädagoge Ullrich Reuter den Studierenden der Sonderpädagogik in Würzburg mit seinem Projekt "Begleitung körperbehinderter Schüler im individuellen Berufswahlprozess". Dies und der Modellcharakter seiner Idee überzeugten die Jury, Reuter mit einem dritten Preis zu würdigen. Bei dem Kooperationsprojekt der Universität Würzburg mit dem Förderzentrum Würzburg-Heuchelhof werden mit fachspezifischen Methoden individuelle Perspektiven der Schüler entwickelt und bei der Suche nach Praktikumsplätzen konkretisiert. Erkenntnisse aus diesem Projekt sind bereits in eine Weiterentwicklung im Förderzentrum eingegangen. Kontakt: Ullrich Reuter, Tel: 0931/ 888 68 09.

Für eine "zukunftsweisenden Lernmethode" erhält Dr. Jana Traupel einen weiteren dritten Preis: Der Wissenschaftlerin ist es im Rahmen ihrer Doktorarbeit gelungen, "Physik der Materie" wissenschaftlich und verständlich zugleich zu vermitteln. Sie entwickelte ein aktives, multimedial gestütztes Lehr-Lern-System, bei dem fachwissenschaftliche Inhalte durch eine Kombination aus Literaturstudium, Übungsphasen, einem Web-Kurs und Multimedia-Elemente erlernt werden. Die Studierenden profitieren sehr von dieser Methode und eignen sich großes Fachwissen an. Mit dem Web-Kurs schafft es Traupel, universitäre Lehre und Physikunterricht in der Schule zu verzahnen. Kontakt: Dr. Jana Traupel, Tel: 089/ 2180 5033.

"Der Lehrerberuf ist zu stärken. Dies muss in der Lehrerbildung von Beginn des Studiums an geschehen", erklärte der BLLV-Vizepräsident und Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Dr. Ludwig Eckinger, bei der heutigen Preisverleihung. Bereits die erste Phase der Lehrerbildung müsse sich am Anspruch des Lehrerberufes, Experte für das Lernen zu sein, orientieren. Dies sei auch der Maßstab für die Vergabe des Förderpreises "Pädagogik innovativ". "Leider nimmt die Politik die geglückten Beispiele an den Universitäten, Forschung und Lehre sowie Theorie und Praxis in der Lehrerbildung zu verbinden, noch zu wenig wahr", kritisierte Eckinger. "Ein Grund mehr für den BLLV, diesen Förderpreis auszuloben. Von der Preisvergabe soll gleichzeitig ein Impuls ausgehen, Methoden und Inhalte in der Lehrerbildung gezielt auf das Berufsfeld Schule auszurichten."

Preisträger 2005

1. Preis

Dr. Rudolf Hitzler, Universität Regensburg:

Innovative Bildungssysteme im In- und Ausland

2. Preis

Dr. Heinrich Konen, Universität Regensburg:

Ein Römerschiff in Regensburg

3. Preis

Walter Wagner, Universität Bayreuth:

Entwicklung eines fachdidaktischen Konzeptes zum fächerintegrativen Arbeiten im neuen Unterrichtsfach Natur & und Technik an Gymnasien.

Mit dem Förderpreis "Pädagogik innovativ" des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) werden im Jahr 2005 drei Wissenschaftler der Universitäten Regensburg und Bayreuth ausgezeichnet. Der erste Preis geht an Dr. Rudolf Hitzler von der Universität Regensburg. Hitzler erforschte gemeinsam mit Studierenden im In- und Ausland innovative Schul- und Bildungssysteme. Mit dem zweiten Preis ehrt der BLLV Dr. Heinrich Konen, ebenso von der Universität Regensburg. Er überzeugte die Jury mit dem Projekt "Ein Römerschiff in Regensburg". Konen vernetzte experimentelle Archäologie mit außerschulischem Lernen. Der dritte Preis wird dem Akademischen Oberrat Walter Wagner und seinem Team von der Universität Bayreuth überreicht. Die Wissenschaftler entwickelten ein fachdidaktisches Konzept zum fächerintegrativen Arbeiten im neuen Unterrichtsfach Natur & und Technik an Gymnasien.

"Die notwendige Stärkung des Lehrerberufes muss in der Lehrerbildung angelegt werden", erklärte der BLLV-Vizepräsident und Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Dr. Ludwig Eckinger, heute bei der Preisverleihung. Bereits die erste Phase der Lehrerbildung müsse sich am Anspruch des Lehrerberufes orientieren, Experte für das Lernen zu werden, so Eckinger. Dies sei auch der Maßstab für die Vergabe des Förderpreises "Pädagogik innovativ". "Mit der Auszeichnung würdigt der BLLV innovative Projekte in der universitären Lehrerbildung." Eckinger verwies darauf, dass der Förderpreis von der BLLV-Landesstudentengruppe kreiert worden war und deshalb auch Studentenvertreter in der Jury mitwirken. Der Förderpreis wird alle zwei Jahre vergeben. Er ist insgesamt mit 5000 Euro dotiert.

"Erfreulicherweise werden an Bayerns Universitäten viele neue und kreative Wege beschritten. Das hat die Ausschreibung des Förderpreises eindrucksvoll gezeigt", erklärte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) Dr. Albin Dannhäuser. Insgesamt seien 20 Bewerbungen beim BLLV eingegangen. "Leider nimmt die Politik die Bemühungen an den Universitäten, Forschung und Lehre in den Erziehungswissenschaften sowie Theorie und Praxis zu verbinden, noch zu wenig wahr", stellte Dannhäuser fest. "Ein Grund mehr für den BLLV, den Förderpreis "Pädagogik innovativ" auszurichten. Von der Preisvergabe soll gleichzeitig ein Impuls ausgehen, Methoden und Inhalte in der Lehrerbildung neu zu überdenken und zu überarbeiten.&quo

Die Preisträger des Jahres 2005:

Warum ist das schwedische Schulsystem so gut? Wie funktioniert Grundschule in den Niederlanden? Wie integrieren Lehrer in Italien behinderte Kinder? Fragen dieser Art standen im Mittelpunkt der Forschungsgruppe des ersten Preisträgers Dr. Rudolf Hitzler. Er ermunterte seine Studierenden dazu, neugierig und offen für alternative Schulmodelle im Ausland zu sein, und innovative Schulen im Inland aufzuspüren. Ziel war es, den Blick dafür zu schärfen, was Schule, und vor allem Grundschule in Deutschland leisten kann und könnte. Die Jury war darüber hinaus auch von der Öffentlichkeitsarbeit der jungen Forschungsgruppe überzeugt.

Archäologie zum Anfassen - so lautet das Motto von . Der Wissenschaftler von der Universität Regensburg beschreitet ungewöhnliche Wege und scheut sich z.B. auch nicht, mit seinen Studierenden in römischer Marschkleidung über die Alpen zu wandern. Mit dem zweiten Preis wurde Konen jedoch für den Nachbau des römischen Kriegsschiffes "Navis Lusoria" ausgezeichnet. Konen wurde dabei tatkräftig von seinen Studierenden unterstützt. Angehende Geschichtslehrer betreuen nun Schulklassen aus ganz Ostbayern, die das Römerschiff als außerschulischen Lernort in Regensburg auf der Donau besuchen und nutzen. >

Mit Chemie, Physik, Biologie und Erkunde beschäftigten sich die Studierenden des Akademischen Oberrats Walter Wagner, der den dritten Preis erhalten hat. Nicht nur, um ihr eigenes Wissen zu vertiefen, sondern um später ihren Schülern an bayerischen Gymnasien im Fach Natur & Technik erfahrbar zu machen, wie Naturwissenschaften funktionieren und zusammenhängen. Besonders anerkennenswert aus Sicht der Jury ist es, dass innerhalb der Universität Lehrstühle unterschiedlicher Disziplinen gemeinsam an einem Projekt arbeiteten.

Preisträger 2003

1. Preis

Dr. Jürgen Roth und Dr. Winfried Süß, Ludwig-Maximilians-Universität München:

Jenaplan-Pädagogik in niederländischen Basisschulen - Ein grundschulpädagogisches Konzept und hochschuldidaktisches Projekt universitärer Lehrerbildung

2. Preis

Prof. Dr. Hans Mendl und Akad. Rat Rudolf Sitzberger M.A., Universität Passau:

"Lernwerkstatt Religionsunterricht

Prof. Dr. Walter Müller, Universität Würzburg:

Die ProfessionalisierungsInitiative für Studierende aller Lehrämter (PISL)

Der 3. Preis wurde nicht vergeben.

Weitere Informationen

Mit dem Förderpreis "Pädagogik innovativ" des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) wurden im Jahr 2005 insgesamt vier Wissenschaftler der Universitäten München, Würzburg und Passau ausgezeichnet. Der erste Preis des mit insgesamt 5000 Euro dotierten Förderpreises, ging an Dr. Jürgen Roth und Dr. Winfried Süß von der Universität München. Beide entwickelten ein Konzept, das Lehramtsstudierenden ermöglicht, Erfahrungen mit der sogenannten "Jenaplan-Pädagogik" zu sammeln. Die Studierenden besuchen unter anderem niederländische Basisschulen, um dort Grundschule "anders" zu erleben. Der ganztägige Unterricht erfolgt dort nicht in Klassen, sondern in "jahrgangsgemischten Stammgruppen". Mit dem zweiten Preis ehrte der BLLV Prof. Dr. Walter Müller von der Universität Würzburg. Er entwickelte eine "ProfessionalisierungsInitiative für Studierende aller Lehrämter". Ein weiterer zweiter Preis wurde an Prof. Dr. Hans Mendl und Akademischen Rat Rudolf Sitzberger von der Universität Passau überreicht. Mendl und Sitzberger überzeugten die Jury mit dem Konzept "Lernwerkstatt Religionsunterricht".

"Mit der Auszeichnung will der BLLV die Arbeiten von Wissenschaftlern anerkennen, die mit neuen Konzepten und Ideen dazu beitragen, die Ausbildung angehender Lehrerinnen und Lehrer zu professionalisieren", erklärte der BLLV-Vizepräsident und Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Dr. Ludwig Eckinger, bei der Preisverleihung. Der Förderpreis wird alle zwei Jahre vergeben.

Das von Roth und Süß entwickelte und durchgeführte Projekt mit dem Titel "Jenaplan-Pädagogik in Niederländischen Basisschulen. Modelle und Perspektiven für die Entwicklung der Grundschule" wird seit 1995 an der Ludwig-Maximilians-Universität München angeboten. Die Studierenden erhalten Einblicke in die "Jenaplan-Pädagogik", in der es darum geht, aus Unterrichtsschulen Lern- und Lebensorte für Kinder zu machen. Das Projekt bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, eine Studienfahrt in eine niederländische Basisschule zu unternehmen, um dort Schule "anders" zu erleben. Sie sind im Rahmen einer Hospitation in das dortige Schulleben eingebunden und sammeln dort Erfahrungen in der Umsetzung eines innovativen Unterrichts.

Im Mittelpunkt der niederländischen "Basisschool" steht die Schulgemeinschaft. Der Unterricht erfolgt nicht in Klassen, sondern in "jahrgangsgemischten Stammgruppen". Schüler und Lehrer führen Gespräche, sie arbeiten, spielen und feiern gemeinsam. Die Leistungsbeurteilung erfolgt durch Lehrer und Schüler. Die Niederländischen Basisschulen zeichnen sich aus durch eine achtjährige gemeinsame Schulzeit für vier- bis 12-jährige Kinder. Es handelt sich um Ganztagsschulen, die eine große "Unterrichtsfreiheit" besitzen, finanziell, personell und pädagogisch selbstständig agieren können. Ziel ist es, Kindern die Möglichkeit zu geben, länger voneinander und miteinander zu lernen. "Das Projekt ist wegen seiner starken Vernetzung von Theorie und Praxis sowie seines Bemühens um eine bessere Grundschule innovativ und richtungsweisend", sagte Eckinger. Es wäre absolut notwenig, dass Elemente dieser Pädagogik Einzug in deutsche Grundschulen halten würden. Bislang hätten 288 Studierende davon profitiert.

Bei der ProfessionalisierungsInitiative für Studierende aller Lehrämter von Prof. Dr. Walter Müller handelt es sich um eine Veranstaltungsreihe, die an der Universität Würzburg angeboten wird. Ziel ist die stärkere Verzahnung von Theorie und Praxis. Aktive Lehrer und Lehrerinnen, die Experten in bestimmten schulpädagogischen Bereichen sind, geben dabei ihr spezielles Fachwissen an die Studenten weiter. Die "Lernwerkstatt Religionsunterricht" von Prof. Dr. Hans Mendl und Akad. Rat Rudolf Sitzberger fördert generations- und schulartübergreifende Lernprozesse im Bereich der Aus- und Fortbildung von Religionslehrer/innen. Vor allem die Verknüpfung der drei Phasen der Lehrerbildung und die hohe Praxisrelevanz der angebotenen Veranstaltungen überzeugten die Jury.

"Innovative Wege in der Lehrerbildung sind wichtiger denn je, denn die professionelle Ausbildung der Lehrer ist der Schlüssel der gesamten Schulfrage," erklärte BLLV-Präsident Albin Dannhäuser. Erfreulicherweise würden an Bayerns Universitäten viele neue und kreative Wege beschritten – das habe die Ausschreibung des Förderpreises eindrucksvoll gezeigt. "Leider nimmt die Politik die Bemühungen an den Universitäten noch zu wenig wahr", stellte Dannhäuser fest. "Ein Grund für den BLLV, den Förderpreis "Pädagogik innovativ" auszurichten. Von der Preisvergabe soll gleichzeitig ein Impuls ausgehen, Methoden und Inhalte in der Lehrerbildung neu zu überdenken und zu überarbeiten.

 

Preisträger 2001

1. Preis

Prof. Dr. Norbert Havers, Ludwig-Maximilians-Universität München:

Trainingsseminar für Lehramtsstudenten: Disziplinschwierigkeiten im Unterricht (Münchner Lehrertraining)

2. Preis

Dr. Michael Anton, Ludwig-Maximilians-Universität München, Didaktik und Mathematik der Chemie:

Lehrer(fort)bildung unter Betonung fachwissenschaftlicher, fachdidaktischer und erziehungswissenschaftlicher Aspekte

Dr. Fritz Haselbeck, Universität Passau:

Didaktik der Mathematik: Lehrerbildung im Theorie-Praxis-Verbund

3. Preis

Dr. Ulrich Kropac und Dr. Matthias Bahr, Universität Regensburg:

Reformation und Gegenreformation im Kontext – Religionsdidaktische Zugänge am Konzilort Trient im Rahmen von Blockseminaren

Zum ersten Mal hat der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) den Förderpreis "Pädagogik innovativ" vergeben. Den mit 5000 Mark dotierten ersten Preis erhielt der Münchner Professor Norbert Havers von der Ludwig Maximilian Universität in München. Havers entwickelte ein spezielles Trainingsseminar für Lehramtsstudierende, bei dem es um den Umgang mit Disziplinschwierigkeiten im Unterricht geht. Bekannt wurde sein Konzept als "Münchner Lehrertraining." Insgesamt ehrte der BLLV fünf Preisträger.

Ziel des von Havers entwickelten Lehrertrainings ist es, Lehramtsstudierenden soziale Kompetenz beim Umgang mit Disziplinschwierigkeiten im Unterricht zu vermitteln. In speziellen Trainingsseminaren lernen Studentinnen und Studenten, den Unterricht so vorzubereiten, dass Konfliktsituationen vorgebeugt werden kann. In Rollenspielen werden sie mit kritischen Situationen aus dem Schulalltag konfrontiert und erfahren, welche Möglichkeiten es gibt, pädagogisch wirkungsvoll einzugreifen. Im Vordergrund steht umsichtiges und entschlossenes Lehrerverhalten und die Fähigkeit, wiederholt vorkommende Disziplinschwierigkeiten längerfristig anzugehen. Havers Konzept beinhaltet auch die kritische Auseinandersetzung mit persönlichen Vorstellungen der Studenten vom Lehrerberuf. BLLV-Vizepräsident Dr. Ludwig Eckinger begründete den ersten Preis damit, dass die Wissenschaftsdisziplin "Pädagogische Psychologie" Hinweise und Angebote für besseres pädagogisches Handeln entwickelt habe.

Mit dem zweiten Preis wurde Dr. Fritz Haselbeck von der Universität Passau für das von ihm entwickelte Projekt "Lehrerbildung im Theorie-Praxis-Verbund" im Bereich Mathematikdidaktik gewürdigt. Ein weiterer zweiter Preis ging an Dr. Michael Anton von der Universität München. Er bekam die Auszeichnung für seine Veranstaltungsreihe zur Lehrer(fort)bildung in der Chemiedidaktik. Mit dem dritten Preis wurden Dr. Ulrich Kropac und Dr. Matthias Bahr von der Universität Regensburg geehrt. Beide erarbeiteten das Konzept für ein Blockseminar in Trient. Thema: "Reformation und Gegenreformation im Kontext - Religionsdidaktische Zugänge am Konzilort Trient."

"Innovative Wege in der Lehrerbildung sind wichtiger denn je", erklärte BLLV-Präsident Albin Dannhäuser. Denn die professionelle Ausbildung der Lehrer sei der Schlüssel der gesamten Schulfrage. Es gehe darum, Reformen zu entwickeln, mit denen die universitäre Lehrerbildung verbessert werden könne. Erfreulich sei, dass an zahlreichen bayerischen Universitäten kreative und innovative Wege in der Lehrerbildung beschritten würden. Allerdings müssten diese der wissenschaftlichen und bildungspolitischen Öffentlichkeit noch mehr bekannt gemacht werden. Der BLLV habe aus diesem Grund erstmalig den Förderpreis "Pädagogik innovativ" ausgeschrieben. "Wir honorieren damit herausragende Leistungen von fünf Dozenten", erklärte Dannhäuser. "Von der Preisvergabe soll gleichzeitig ein Impuls ausgehen, Methoden und Inhalte in der Lehrerbildung neu zu überdenken und zu überarbeiten, zumal die Novellierung der Prüfungsordnung für das Lehramt kurz vor dem Abschluss steht."