Kooperationsveranstaltung der Fachgruppe Fremdsprachen im BLLV mit dem Bayer. Philologenverband zur Schnittstellenproblematik im Fach Englisch

Zu einer schulartübergreifenden Fortbildungsveranstaltung zur Schnittstellen-problematik beim Übergang von der Grundschule zum Gymnasium trafen sich auf Initiative des Bezirksfachgruppenleiters Moderne Sprachen für die Oberpfalz, Wolfgang Judenmann, Englischlehrkräfte aus der Grundschule aus dem Raum Regensburg und die komplette Fachschaft Englisch des Musikgymnasiums der Regensburger Domspatzen am 12. Dezember 2006 bei den Domspatzen. Der Landesvorsitzende der Fachgruppe Fremdsprachen im BLLV, Jochen Vatter, hatte spontan seine Teilnahme zugesagt. Beim gemeinsamen Mittagessen konnte man sich in entspannter Atmosphäre kennen lernen und bereits die ersten Fachgespräche führen. Bei der Begrüßung der Fortbildungsgruppe durch Domkapellmeister Roland Büchner bekamen die Gäste einen kleinen Einblick in die Institution Regensburger Domspatzen mit Chor, Gymnasium, Internat und Tagesheim. Auch Domspatzenschulleiter Berthold Wahl misst der Zusammenarbeit mit den Grundschulen große Bedeutung bei, so dass er fast bis zum Schluss der Veranstaltung blieb.
Kernstück der Fortbildungsveranstaltung war die Unterrichtsmitschau bei zwei Englischstunden in der 5. Jahrgangsstufe nach genau drei Monaten Englischunterricht am Gymnasium. Herr Hofmann zeigte in einer reguläre Unterrichtsstunde verschiedene Unterrichtsformen mit großem Gewicht auf fremdsprachlicher Schüleraktivität. Im Unterricht wird natürlich ausschließlich die Fremdsprache verwendet.
Direkt im Anschluss daran konnte die Fortbildungsgruppe eine Intensivierungsstunde in der Parallelklasse bei Frau Falkert verfolgen, für manche das erste konkrete Erlebnis mit einem wichtigen Element des G8. Auch hier waren die Schüler einer halben Englischklasse voll bei der Sache beim vocabulary training mit schüler-aktivierenden Methoden.
Zu den Englischstunden hatten sich auch die pädagogischen Fachkräfte des Internats und des Tagesheims Christine Eckert und Christian Hambsch mit großem Interesse eingefunden.
Bei der Kaffeepause wurden die gelungenen Elemente der Stunden besprochen. Die anschließende Aussprache mündete bald in die angestrebte konzeptuelle Diskussion. Allen Beteiligten ist klar, dass die Schularten über ihren Tellerrand hinaus schauen müssen, um einem Gesamtkonzept (Moderne) Fremdsprachen in der Realität näher zu kommen. Zu diesem Gesamtkonzept hat die Fachgruppe Fremdsprachen im BLLV schon viel wertvolle Vorarbeit geleistet und die Kolleginnen und Kollegen der weiterführenden Schulen sind an einer Zusammenarbeit sehr interessiert. Es ist überaus erfreulich und wichtig, dass die konkrete Vorarbeit der Grundschullehrkräfte vor Ort von ihren Kolleginnen und Kollegen am Gymnasium nicht nur anerkannt, sondern hoch geschätzt wird. Der ernorme Kenntniszuwachs nach nur drei Monaten Englisch am Gymnasium, wie er von den Grundschullehrkräften festgestellt wurde, ist doch nur möglich, weil gute Vorarbeit geleistet wurde. Klar wurde den Kolleginnen und Kollegen am Gymnasium aber auch, welchen Problemen der Englischunterricht an manchen Grundschulen gegenüber steht. Die Klassen sind sehr heterogen bezüglich der Leistungsfähigkeit der Schüler. In Klassen mit vielen Migrantenkindern ist die deutsche Sprache ein Problem vor der Fremdsprache und weiterhin ist die Diskussion um Schreiben und /oder nur Sprechen noch nicht ganz ausgestanden, obwohl die KdLp (Konkretisierung des Lehrplans Englisch an der Grundschule) neben den Lehrplanvorgaben verbindliche Inhalte anbietet. In seinem kurzen Referat stellte Wolfgang Judenmann Aspekte vor, die sich auf die Arbeit in der Grundschule stützen und sich für die Weiterführung im Gymnasium anbieten. Weiterhin griff er wichtige Punkte der Schrift Englisch als Kontinuum von Hans Bebermeier auf und unterstrich u. a. die 10 Golden Rules. Bei der Veranstaltung wurde wieder einmal mehr deutlich, dass ein Gesamtkonzept Fremdsprachenunterricht, das verlässlich, praktikabel, schulartübergreifend und für alle verbindlich ist, angestrebt werden muss.
Die KdLp ist deshalb ein wichtiger Schritt bei der Beschreibung des Kontinuums des Fremdsprachenlernens. Das Rad muss in den einzelnen Schularten nicht ständig neu erfunden werden, wenn durch offene, kompetente und wertschätzende Zusammenarbeit ein Ergebnis doch schon nahe ist. Allen Beteiligten ist bewusst, dass es zum Wohl der uns anvertrauten Schüler wichtig ist, wenn die Lehrkräfte der verschiedenen Schularten im Gespräch bleiben.
Weitere Kooperationsmaßnahmen der Fachgruppe Fremdsprachen im BLLV und den Vertretern der Gymnasiallehrer sind deshalb geplant. Die Nachahmung wird dringend empfohlen.

 

Wolfgang Judenmann
Bezirksfachgruppenleiter Oberpfalz Moderne Fremdsprachen

Jochen Vatter
Leiter der Fachgruppe Fremdsprachen im BLLV