Schulversuch Lernen in zwei Sprachen

Auf der März-Sitzung der Fachgruppe Fremdsprachen im BLLV stand auch der laufende Schulversuch „Lernen in zwei Sprachen“ auf der Tagesordnung. Fachgruppenleiter Jochen Vatter drückte erneut seine Freude darüber aus, dass 21 bayerische Grundschulen an dem Schulversuch teilnehmen dürfen und dies auch ein großer Erfolg des BLLVs ist.

Gemäß Antrag F 16 zur LDV 2015 (über den Schulversuch regelmäßig berichten) wurde Herr Prof. Dr. Heiner Böttger gebeten über den gegenwärtigen Stand zu informieren. Gerne kam er der Bitte nach und gab einen mit engagierter Diskussion gemischten 75-minütigen Überblick und Ausblick, der vor allem die positiven Aspekte des Konzepts unterstrich. Dieses ist nicht als fertiges angelegt, sondern muss sich durch Erfahrungen und Rückmeldungen entwickeln.

Der Versuch läuft seiner Aussage nach richtig gut und entwickelt sich auch wie gewünscht. Es scheint wirklich fester Wille der Staatsregierung zu sein das Konzept „Lernen in zwei Sprachen“ nach Abschluss der Pilotphase zu implementieren. Die Begleitung der Schulen erfolgt durch Fortbildungen an der Akademie in Dillingen, Schulbesuche sowie die Evaluation durch die KU Eichstätt. Ein Konzept der Evaluation wurde bereits vom KM genehmigt.

Bei der Entwicklung des Schulversuchs sei auf jeden Fall ein Paradigmenwechsel zu beachten, da der Unterricht ein anderer sei als im „normalen“ Englischunterricht der GS. Es gilt so oft wie möglich fächerübergreifend stark zu visualisierende Anlässe zu schaffen (in der Regel bis zu 180 – 200 Minuten pro Woche), in denen die Kinder die englische Sprache aufnehmen und verstehen. An für die Vermittlung in englischer Sprache geeigneten Stellen in verschiedenen Sachfächern werden bestimmte Teilziele erreicht. Es gilt also nicht ein bestimmtes Fach komplett in einer Fremdsprache zu unterrichten. Im Schulversuch ist der Unterricht darauf eingestellt, er stellt keine Vorverlegung des normalen Sprachunterrichts dar, es findet kein Teaching statt, also z.B. etwa keine oder nur geringe Arbeit mit Wortkarten, sowie kein explizites Vor- und Nachsprechen. Vertrauen in die Kinder ist notwendig, dass sie Gehörtes verstanden haben. Und die Kinder rechtfertigen dies auch. Getestet wird dann das auf Englisch Gelernte im Unterrichtsfach. In gezielten Elterninformationen werden alle wichtigen Aspekte kommuniziert.

Es ist auch zu erwarten, dass sich am Endes vierjährigen Versuchs der normale Englischunterricht in den Jahrgangsstufen 3 und 4 ändern wird.

Fundiertere Ergebnisse sind nach Ablauf des ersten vollen Schuljahres zu erwarten. Herr Prof. Böttger wird der Fachgruppe im Herbst auch dafür wieder zu Verfügung stehen.

Kollegin Silvia Eder, Mfr, reicherte Prof. Böttgers Informationen mit Praxisbeispielen an und ist sicher, dass die Lehrkräfte sich alle im Schulversuch positiv entwickeln, wenn sie dabei bleiben.

 

Lernen in zwei Sprachen auch in der Mittelschule möglich?

Die Anwesenden, inkl. Herrn Böttger sind sich einig, dass in Anlehnung an den Schulversuch in der Grundschule auch in der Mittelschule in den Bereichen Soziales, Technik, AWT Ähnliches versucht werden könnte.

Anregungen, Hinweise und Kritikpunkte u.a. der teilnehmenden Schulen zur Weiterarbeit nimmt die Fachgruppenleitung gerne entgegen: jochenvatter (at) web.dehttp://jochenvatter