Tag für Englischlehrkräfte ein voller Erfolg

Mit einer hervorragenden Zahl von Anmeldungen in der Tasche fuhr die Landesfachgruppe Fremdsprachen nach Nürnberg, um mit einer Referentenschar und 100 freudig gestimmten Teilnehmern aus ganz Bayern einen tollen Fortbildungstag zu erleben. Ein vielfältiges Tagungsangebot hatte die Fachbesucher in die Räume der Universität gelockt, wo Gerhard Eichner und Alexandra Papa mit ihrem Team einen sehr guten Organisationsrahmen geschaffen hatten.
Fachgruppenleiter Jochen Vatter und seine Mannschaft freuten sich über den Zuspruch.

 

Prof. Dr. Thorsten Piske, Lehrstuhlinhaber an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ging zuerst noch einmal auf die immer wiederkehrenden Angriffe gegen das Fach Englisch in der Grundschule ein, die den Unterricht als ineffektiv beschreiben und die Anforderungen als nicht erfüllt betrachten. Leider würde die Frage, warum dies so sein könnte, nicht gestellt.

Piske nannte die vier Grundvoraussetzungen, unter denen erfolgreiches Fremdsprachenlernen möglich ist: ein möglichst früher Beginn, kontinuierlicher und intensiver Kontakt zur Fremdsprache, häufiger Gebrauch sowie ein authentischer und reicher Input durch eine Lehrkraft mit hoher Sprachkompetenz. Daran gilt es zu arbeiten und durch die Verwirklichung dieser Forderungen wären auch die ewigen Angriffe gegen das Fach aus der Welt.

Als Schwerpunkt der Jahresarbeit der Fachgruppe stand auch der bilinguale Aspekt wieder im Fokus des Interesses: Prof. Dr. Piske zeigte an eindrucksvollen Beispielen aus Praxis und Forschung auf, was im bilingualen Unterricht an Grundschulen schon frühzeitig möglich ist. Das macht Hoffnung und sollte auch die größten Kritiker überzeugen. Auch der Vergleich von Schülerleistungen über einen langen Zeitraum hinweg - bei denselben Schülern - bestätigt eindrucksvoll den Erfolg bilingualer Bemühungen. Und auf dieser Basis ist es schon merk- und fragwürdig, dass in manchen Bundesländern dieses Konzept forciert wird (siehe Rheinland-Pfalz), in Bayern aber bisher ein Dornröschendasein fristet.

Entkräftet wurden durch die professoralen Ausführungen und Studienergebnisse auch die Befürchtungen von Kritikern, bilingualer Unterricht würde den Erwerb anderer Fähigkeiten behindern. Im Gegenteil: Oft schnitten bilingual unterrichtete Schüler in Tests besser ab.

Insgesamt besuchte jeder der 100 Teilnehmer durchschnittlich drei der angebotenen, als hilfreich und weiterführend angesehenen Veranstaltungen.

14 Veranstaltungen, was den Erfolg des Tages unterstreicht.

 

Talking the Talk in the Classroom

Sophie Hill, die Language Trainerin von der Uni Regensburg begeisterte die Teilnehmer mit unglaublichem Temperament, Power und Engagement, und verstand es wieder meisterhaft, als Native den Fremdsprachenlehrkräften aller Schularten das oft leidige Thema "Pronunciation Practice" schmackhaft zu machen. Die wichtigsten „sounds“ wurden trainiert und auch das unbedingt notwendige „linking“ in der englischen Sprache nahm großen Raum ein. Sie bot den Teilnehmern 90 Minuten lang die Möglichkeit, durch Übung und durch gutes Zuhören die eigene Aussprache zu verbessern bzw. aufzufrischen.

Zudem griff sie neuralgische Punkte bei der Lautbildung und -schulung eloquent heraus und legte gezielt den Finger auf die Wunden, die Regiolekte der verschiedenen Regierungsbezirke bei einer gewollt richtigen Aussprache verursachen können.

Zudem griff sie neuralgische Punkte bei der Lautbildung und -schulung eloquent heraus und legte gezielt den Finger auf die Wunden, die Regiolekte der verschiedenen Regierungsbezirke bei einer gewollt richtigen Aussprache verursachen können.

 

Vorbereitung des bilingualen Sachfachunterrichts

Christoph Vatters Vortrag beschäftigte sich mit der Vorbereitung des bilingualen Sachfachunterrichts und der Effektivität für die Umsetzung dessen an weiterführenden Schulen. Anhand des Vorkurses "Going CLIL" des Cornelsen Verlages wurde gezeigt, wie eine effektive Vorbereitung im Unterricht ermöglicht wird.

Fachberaterin Gaby Fruhmann informierte anhand vieler Beispiele über den Einsatz von Filmen im Englischunterricht, ermutigte und motivierte so die Teilnehmer zur medialen Bereicherung ihres Unterrichts.

 

Let's sing along!

Wieder einmal gelang Herrn Dr. Clemens M. Schlegel von der Uni München eine mitreißend, tolle Veranstaltung für den Song-Bereich. Viel Gesang, ein gut gelaunter Referent und eine Auswahl toller, schwungvoller und mitreißender ein- und mehrstimmiger Songs sorgten für eine tolle Stimmung.

 

Effektive Wortschatzvermittlung in der Mittelschule

Im gut besuchten Workshop zur Wortschatzvertiefung und -sicherung versuchten die Fachberater Anna Weber und Simon-Lorenz Dürr ihrem großen Anliegen Ausdruck zu verleihen, zu zeigen, wie man Wortschatz selbständig unter Anleitung und mit Hilfe erlernen kann, da Schüler die Wörter als Voraussetzung zur Kommunikation brauchen.

Dazu gaben sie zuerst einen kurzen Einblick in die Theorie der Wortschatzvermittlung, es wurden ein Stundenschema besprochen und viele praktische Beispiele dazu vorgestellt. Im Anschluss gab es Anregungen zum Umwälzen des Wortschatzes für alle Jahrgangsstufen der Mittelschule. Die Referenten stellten umfangreiches, selbst erarbeitetes Material zur Verfügung.

 

Kultural Events

Das Seminar „Cultural Events im Herbst und Winter“ mit Irmentraut Kaunert-Steel zeigte den Anwesenden auf Englisch als Seminarsprache, wie man englische und amerikanische Festtage (auch ungewöhnliche Festtage!) in den Englischunterricht einbindet. Viel Praktisches, Reime, Lieder, etc wurden selbst ausprobiert und so konnten die Teilnehmer viel für ihren Unterricht mitnehmen.

 

LehrplanPLUS

Institutsrektorin Hella Tinis-Faur gab grundlegende Informationen zum LehrplanPLUS, stellte danach Merkmale von gutem bzw. kompetenz-orientiertem Unterricht heraus, fokussierte dann den Kompetenzaufbau im Englischunterricht und illustrierte alles anhand vieler Beispiele aus der Praxis.

 

Die neuen Lehrpläne für Englisch

Simone Fleischmann, Rektorin in Poing und seit 2007 Leiterin der Abteilung Berufswissenschaft im BLLV referierte über "Die neuen Lehrpläne für Englisch" und informierte das sehr interessierte Publikum über die Neugestaltung der Lehrpläne. Von den Lehrplan-Machern wird zwar eine Stellungnahme des BLLV erwünscht - jedoch macht den Lehrplan nicht der BLLV und auch der Lehrplan macht nicht den Unterricht, sondern - nach wie vor - der Lehrer/die Lehrerin.

Obwohl die Fachlehrpläne noch nicht fertig sind, laufen schon die Fortbildungen zum neuen Lehrplan. Der Unterricht nach dem neuen Lehrplan ist weiterhin handlungsorientiert, jedoch ist es nun wichtig, welche Kompetenz der Schüler erreichen soll.

Neu ist also eine veränderte Unterrichtsplanung: Man geht auf die angestrebte Kompetenz ein und plant den Unterricht praktisch von hinten, vom Ziel aus, nach vorne.

Kompetent ist eine Person, wenn sie bereit ist, neue Aufgaben- oder Problemstellungen zu lösen, und dieses auch kann. Hierbei muss sie Wissen bzw. Fähigkeiten erfolgreich abrufen, vor dem Hintergrund von Werthaltungen reflektieren sowie verantwortlich einsetzen.

Der neue Lehrplan wird ab 2014 in der 1./2. Jahrgangsstufe implementiert und wird als Online-Version erscheinen.

Die zahlreichen Zuhörer waren ob der Veränderungen noch etwas verunsichert, zollten aber reichlich Beifall.

 

Kommunikation im Englischunterricht der Grundschule

Susanne McCafferty, Rektorin und Lehrbeauftragte an der PH Ludwigsburg, führte in ihrem Workshop mithilfe ihrer Puppe Laura mitreißend und lebendig in das Thema „Kommunikation im Englischunterricht der Grundschule“ ein.

Anhand von erprobtem Material erfuhren die Teilnehmer, wie Kommunikation in der Grundschule gelingen kann. Immer wieder wurden die Teilnehmer beim Singen, Reimsprechen oder Dialogspielen aktiv.

Sehr zufrieden verließen die Teilnehmer mit vielen praktischen Beispielen für ihren eigenen Unterricht den Workshop.

 

More than just picture books

Seminarrektor Frank Wessel stellte in seinem Workshop "More than just picture books – Mit Geschichten Englisch lernen" verschiedenste Möglichkeiten vor, mit englischen Bilderbüchern in der Grundschule zu arbeiten. Mit Begeisterung zeigte er viele praktische Beispiele für den Unterricht.