Wir brauchen und fordern bessere Prüfungsbedingungen im Staatsexamen!

 

Angst, Frust, Unwissenheit – diese Worte beschreiben die aktuelle Gefühlslage zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer während ihres Staatsexamens in Bayern.

Wir Studierende verspüren einen Kontrollverlust und fehlende Transparenz sobald es auf das Staatsexamen zugeht.

 

Wir wissen nicht:

  • Welche Inhalte werden abgefragt?
  • Worauf kommt es wirklich an?
  • Wer korrigiert unsere Prüfungen?
  • Nach welchen Kriterien wird korrigiert?
  • Was tun wir, wenn wir das Staatsexamen nicht bestehen?
  • Welche Möglichkeiten bleiben uns, wenn wir das Staatsexamen nicht bestehen?
  • An wen können wir uns wenden, wenn wir nicht bestehen?

 

Nach dem Staatsexamen haben viele von uns das Gefühl, dass uns das Studium gar nichts gebracht hat. Vielleicht haben wir nicht verstanden, worauf uns das Studium vorbereiten sollte. Vielleicht hat sich aber auch niemand die Mühe gemacht, anschaulich darzustellen, was in einem Lehramtsstudium eigentlich wichtig ist und was das Ziel eines Staatsexamens ist. Schon die Lernpsychologie sagt uns, dass wir nur Lernen können, wenn wir wissen wozu.

Häufig stellen wir fest: „Wir haben doch das gleiche geschrieben, haben aber unterschiedliche Noten.“ Dieses unfaire Gefühl, dass bei uns Studierenden entsteht, kann nur durch Transparenz und einer ordentlichen Korrektur mit Anmerkungen entschärft werden. Das ist nur ein Aspekt, der Frust verursacht.

Ist es tatsächlich das Ziel des Staates, seine zukünftigen Lehrer, die die zukünftige Generation ausbilden sollen, mit so einem Gefühl in den Schuldienst starten zu lassen?

Es muss aufhören, dass junge angehende Lehrkräfte mit Ängsten und Demotivation aus ihrem Studium gehen. Es darf nicht sein, dass Studierende ihr Können nicht adäquat zeigen können, weil die Aufgaben zu spezifische Teilaspekte eines Themas abprüfen. Es darf nicht sein, dass es keinerlei Transparenz über das Staatsexamen gibt.

 

Daher fordern wir:


Bedingungen und Inhalte

  • Wir fordern faire und transparente Prüfungsbedingungen.

  • Wir fordern, dass Studieninhalte und Fragen im Staatsexamen besser aufeinander abgestimmt werden. Bisher konzentrieren sich die Fachwissenschaften in der Lehre auf bestimmte Themen in der Tiefe, die im Staatsexamen aber eher in der Breite abgefragt werden.

  • Wir fordern einen transparenten Katalog mit konkreten Prüfungsinhalten, die mehr als nur Stichworte sind, wie sie aktuell in der Prüfungsordnung stehen.

  • Wir fordern, dass die Vorbereitungszeit für das Staatsexamen realistisch in die Regelstudienzeit eingerechnet wird.


Bewertung

  • Wir fordern einen einheitlichen Bewertungshorizont für alle schriftlichen Examen, welcher der Prüfung in der Einsichtnahme beiliegt.

  • Wir fordern eine wertschätzende und nachvollziehbare Korrektur. Die Aufgaben des Staatsexamens mit vereinzelten Stichwörtern oder arroganten Kommentaren am Rand zu korrigieren, so wie es aktuell geschieht, ist inakzeptabel. Nach einer Prüfung wie der des Staatsexamens, haben sich die Studierenden zumindest ein anständiges und nachvollziehbares Feedback verdient.

 

Beratung

  • Wir fordern qualifizierte Ansprechpartner für alle Fragen und Probleme rund um das Staatsexamen im Lehramtsstudium.

  • Wir fordern kompetente Beratung in den Prüfungsämtern der Universitäten bezüglich des Staatsexamens.

  • Wir fordern, dass den Studierenden, die das Staatsexamen nicht bestanden haben, der Notenbrief mit Beilage eines Informationsblatts für weitere Schritte und Möglichkeiten zugeschickt wird.


Organisation

  • Wir fordern, dass die Termine der Staatexamensprüfungen mindestens ein halbes Jahr vorher veröffentlicht werden, um den Studierenden einen angemessenen und planbaren Lernzeitraum zu gewähren. 

  • Wir fordern, dass es zeitnahe Nachholtermine in Krankheitsfällen gibt. Momentan verlieren Studierende bis zu eineinhalb Jahren, wenn sie aufgrund von Krankheit nicht an der Prüfung teilnehmen können.

  • Wir fordern, dass Studierende ihr Staatsexamen beliebig oft wiederholen können. Es darf nicht sein, dass Studierende nach vielen Jahren des Studiums ohne Abschluss dastehen.

  • Wir fordern, dass regelmäßig Statistiken darüber veröffentlicht werden, wie viele Studierende ihr Staatsexamen bestanden haben, welche Notendurchschnitte erreicht wurden, etc.

  • Wir fordern ein festes Datum, an dem spätestens alle Noten verschickt werden müssen, um allen die gleichen Chancen zu geben, um sich auf den nächsten Prüfungstermin vorzubereiten.

  • Wir fordern, dass die Staatsexamensaufgaben frei von jeglichen Fehlern sind - wenn es mal passiert, dann muss es einheitliche Regelungen darüber geben, was geschieht, wenn Fehler entdeckt werden, d.h. was den Studierenden in so einem Fall zugestanden wird.

  • Wir fordern, dass bei Einlegung eines Einspruchs, die Nachkorrektur von einem dritten unabhängigen Korrektor gemacht wird und nicht an die beiden Erst- und Zweitkorrektoren zurückgeht.

 

Ihr wollt mitdiskutieren? Dann schreibt in unser Padlet:

 

 


Wir setzen uns für Euch ein!

Wir machen uns stark für Transparenz und faire Prüfungsbedingungen im Staatsexamen! Das gelingt uns aber nur gemeinsam! Nur so können wir zeigen, dass sich etwas ändern muss!

 

Weitere Informationen:

Unsere Petition geht an den Bayerischen Landtag - Verbesserte Prüfungsbedingungen im Staatsexamen.

 

Wie versprochen sind wir für Euch auch an die Presse gegangen. Am 30.7.17 erschien dazu ein Artikel in der SZ-Online.

 

Einige Studierende, die dieses Jahr ihr Staatsexamen in Analysis (Mathematik) für das Lehramt am Gymnasium geschrieben haben, schickten einen Brief an das Kultusministerium, erhielten darauf aber leider keine Antwort.

 

Es gab auch bereits eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Prof. Dr. Peter Paul Gantzer (SPD) zur Durchfallquote beim Staatsexamen Lehramt Mathematik am Gymnasium.

 

Eine Studentin des Gymnasiallehramts Mathematik hat uns besonders beeindruckt - sie schrieb eine ganze Arbeit über ihr Studium! Diese möchten wir Euch nicht vorenthalten: Die Essenz

 

Wir haben uns schon einmal zu Fehlern im Staatsexamen geäußert.

 

 

 

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