Welche Zukunft hat der Islamische Unterricht?

Dies war die zentrale Frage des Studientags in Nürnberg, der auf die gemeinsame Verabschiedung der Resolution "Islamischer Unterricht als Regelangebot" zulief.

Der laufende Schulversuch erfahre hohe Wertschätzung seitens der Schüler/innen, Schulen und Eltern, heißt es darin. Der Islamische Unterricht helfe jungen Muslim/innen bei der Entwicklung einer muslimischen Identität in Deutschland, trage zum Zusammenhalt in der pluralen Gesellschaft bei und verwirkliche die im Grundgesetz garantierte persönliche Religionsfreiheit.

Verbesserungsbedarf am laufenden Modell gebe es trotzdem: Nötig sei vor allem eine gründlichere fachwissenschaftlich-theologische Begleitung der angehenden Lehrer/innen und ein Ausbau der dazu notwendigen Lehrangebots an Schulen und Universitäten.

Da das Fach bisher nur als Erweiterungsfach studiert werden kann und die meisten Lehrkräfte fast ausnahmslos an bis zu zehn Schulen gleichzeitig eingesetzt sind, fühlen sich viele Islamlehrer/innen derzeit noch als "Lehrer/innen zweiter Klasse". Für eine Stellung "auf Augenhöhe" müssen allerdings Mindeststandards für das Fach und die Lehrenden definiert werden. Der BLLV plädiert dafür, einen Expertenrat aus Universität und Schulpraxis sowie Zivilgesellschaft zu bilden.

 

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Impulse aus Publikum und Podium

Von Haus aus ist es eine Eigenschaft des Islam, keine Institution zu sein. Stattdessen wird der Glaube von den einzelnen Menschen getragen. So betrachtet, entspricht das bayerische Modell des Islamischen Unterrichts am ehesten dem Islam. Die große Mehrheit der Islamlehrer/innen hofft, dass die Verbände auch in Zukunft nur mitreden, nicht aber die alleinige Entscheidungshoheit erhalten.

Ich unterrichte seit 2003. Seither habe ich keine zwei Jahre an derselben Schule unterrichtet. An meiner Stammschule hatte ich immerhin zwei Stunden Islamunterricht. Auch dort hat man die Stunden gekürzt, um mich an eine weitere Schule zu schicken. Das ist, wie wenn man Blumen tröpfchenweise Wasser gibt. Sie vertrocknen dennoch. Statt in die Fläche sollte der Modellversuch in die Tiefe gehen.

Ich bin Gymnasiallehrerin und habe Islamunterricht zusätzlich als Erweiterungsfach studiert. Das Argument, Islamlehrer/innen bräuchten mehr Aus- und Weiterbildung, zählt für mich nicht. Mich interessiert eher, weshalb man hochqualifizierte Lehrkräfte nicht endlich ihrer Qualifikation entsprechend an bayerischen Schulen einsetzt, sondern lieber zusieht, wie sie in anderen Bundesländern unterkommen.

Stimmen der Teilnehmer/innen

Ich möchte mich sowohl als Teilnehmerin als auch Workshopleiterin bei Ihnen bedanken. Die Tagung war ein wichtiger Schritt, um für das Thema Islamunterricht ein politisches Signal setzen zu können. Durch die Unterstützung des BLLV hat und wird das Thema sicher viel mehr Menschen erreichen.

Zudem war ein sehr wichtiger Faktor auch die Motivation der derzeitigen Islamlehrer: sie haben sich für ihr großes Ziel trotz ihrer vielen Unterschiede zu einem Team entwickelt und die volle Unterstützung des BLLVs im wahrsten Sinne des Wortes "gespürt".

Die Inhalte der Veranstaltung interessiert mich sehr, ich will wissen, welche Perspektiven islamischer Unterricht hat und die Frage, wie werden wir Juden, Christen, Muslime, finde ich ganz spannend, zudem möchte ich wissen, welche Methoden und pädagogische Konzepte im Unterricht verwendet wird.