Frauen in Politik und Gesellschaft stärken

„Wir sind lange nicht bei einer Geschlechtergerechtigkeit“, lautete das Fazit der Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler. Frauen aus ganz Bayern waren zu der Veranstaltung "MIT MUT! Der BLLV-Salon. Für starke Frauen." gekommen, um über frauenpolitische Themen zu diskutieren.

Bis aus der Oberpfalz kamen die Teilnehmerinnen an diesen sommerlichen Freitagabend nach München angereist. Die BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann begrüßte die Gäste herzlich. Für den Salon wünsche sie sich "starke Gespräche und mutige Personen, die mit Tiefgang in die Themen einsteigen". Und genauso war es dann auch.

Wir dürfen anderen Menschen keine Macht über uns geben.

Susanne Breit-Keßler

Es gab drei Gruppen, die jeweils von Susanne Breit-Keßler zusammen mit Simone Fleischmann, Christa Stewens und Helga Gotthart sowie Tanja Mairhofer mit Birgit Dittmer-Glaubig geleitet wurden. Die Gespräche begannen direkt mit einer Vorstellungsrunde. Schon hier zeigte sich, dass die Gender-Frage ein drängendes Thema ist und den Alltag aller Frauen beeinflusst. „Wir sind lange nicht bei einer Geschlechtergerechtigkeit“, stellte die Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler fest. Sie rief dazu auf mehr Haltung zu zeigen: „Wir dürfen anderen Menschen keine Macht über uns geben.“

Jeder Mann wählt mal eine Frau für das Leben, warum nicht in den Gemeinderat?

Christa Stewens

Wie politisch das Thema Gleichstellung ist zeigte sich vor allem in der Gruppe der ehemaligen Staatsministerin Christa Stewens. Die Politikerin und Mutter von sechs Kindern schilderte den Konflikt zwischen Arbeit und Familie: "Es war klar, wenn meine Kinder nicht aushalten, dass ich so viel unterwegs bin, dann höre ich auf mit der Politik". Es wurde über Teilzeit, Frauen in Führungspositionen und die Rolle des Mannes in der Familie diskutiert. Gemeinsam überlegte die Gruppe, wie die Politik arbeitende Frauen noch besser unterstützen könnte.

Raus aus dem Hamsterrad! Wir wissen alle wie wir höher, schneller, schöner werden. Aber wir haben keine Lust mehr darauf.

Tanja Mairhofer

Insbesondere die Offenheit der Teilnehmerinnen machte die Veranstaltung zu einem gelungenen Abend. Ohne Zurückhaltung sprachen die Frauen über ihre Erfahrungen. Aufmerksam und mit gegenseitiger Wertschätzung wurden die Beiträge aufgenommen. Dies war gerade in der Gruppe von Tanja Mairhofer zu spüren, die das Thema des Abends aufgriff und allen Mut machte: "Wir brauchen uns nicht auf das zu limitieren, was uns vorgegeben wird."