Wohnortnahe Schulen - Vom Aussterben bedroht

Wohnortnahe Schulen stellen ein Stück Lebensqualität für alle dar. Doch viele kleine Schulen auf dem Land sind in ihrer Existenz bedroht. Weil immer weniger Kinder geboren werden und immer mehr Jugendliche auf Realschulen und Gymnasien in den Städten wechseln, droht vielen Grund- und Mittelschulen in der Provinz das Aus.

Das Schulsterben ist nur dann aufzuhalten, wenn der Staat neuartige Schulmodelle zulässt. Wenn morgens die Jugend eines Ortes in Bussen zehn, fünfzehn Kilometer und noch weiter transportiert werden muss ist das nicht nur trostlos, sondern auch eine Verschwendung von Steuergeldern.

Neue, auf die regionalen Verhältnisse zugeschnittene Schulmodelle könnten das Sterben von Haupt- und Mittelschulen aufhalten. Dieses ist weniger demografisch bedingt als hausgemacht: Nicht nur die die Zahl der Schüler sinkt, zugleich sind die Übertrittsquoten auf die Haupt-/Mittelschule seit Jahren rückläufig.

Dennoch hält Bayerns Regierung an dieser Schulform eisern fest. Andere Bundesländer wie Schleswig-Holstein, Thüringen, Sachsen und Nordrhein-Westfalen machen es uns längst vor: Sie haben sich von der Hauptschule verabschiedet und neue Schulmodelle entwickelt, die eine wohnortnahe Beschulung ermöglichen und auf hohe Akzeptanz stoßen. Die Jugendlichen können dort den Hauptschulabschluss, die mittlere Reife, in manchen Bundesländern sogar das Abitur erlangen.