Ich.Du.Inklusion

Wenn Anspruch auf Wirklichkeit trifft

Ein Film von Thomas Binn, in Zusammenarbeit mit dem BLLV-Dachverband VBE

Seit Sommer 2014 haben Kinder mit Unterstützungsbedarf in Deutschland einen Rechtsanspruch auf Unterricht an Regelschulen. Viele Förderschulen wurden daraufhin geschlossen. Man könnte meinen, dass anfängliche Schwierigkeiten durch die strukturelle Erneuerung mittlerweile nachgelassen haben und sich Lösungsansätze bewährt hätten. Hört man allerdings die Stimmen derer, die am Inklusionsprozess beteiligt sind, bekommt man den Eindruck, dass auch noch viele Fragen offen, noch viele Probleme ungelöst sind. 

Wer ist schuld? Sind es die Lehrerinnen und Lehrer, die den Inklusionsprozess blockieren, weil sie sich überfordert fühlen? Oder fehlt es schlicht an Budget oder an anderen Ressourcen? Viele werfen der Politik vor, die Schulen mit der Umsetzung allein zu lassen und nicht genug Unterstützung anzubieten. Auch fehlt es an ausreichend qualifizierten Kräften.

Der 90-minütige Dokumentarfilm "Ich. Du. Inklusion." begleitet zweieinhalb Jahre fünf Grundschüler mit und ohne Unterstützungsbedarf. Sie sind Teil des ersten offiziellen Inklusionsjahrgangs an der Geschwister-Devries-Schule in Uedem (Nordrhein-Westfalen). Der Dokumentarfilm zeigt einen offenen und direkten Schulalltag und wie es ist, wenn der Inklusionsanspruch auf Wirklichkeit trifft.

Hinsehen und handeln! Der VBE empfiehlt den Film

"Wir brauchen keine Bedenkzeit, wir brauchen Gelingensbedingungen. Viel zu lange schon wird die Debatte um Inklusion aus dem Elfenbeinturm heraus geführt und die Realität an den Schulen ignoriert", kommentiert VBE-Vorsitzender Udo Beckmann die TV-Premiere am Samstag, 10. Februar 2018, auf Phoenix.

In dem Film werde deutlich, was auch die forsa-Umfragen zu Inklusion 2015 und 2017 bereits gezeigt haben: Die Lehrkräfte sind mehrheitlich positiv eingestellt und packen diese Herausforderung mit großem Engagement an. "Aber die Stimmung droht zu kippen: Ohne die notwendigen Gelingensbedingungen, wie die Doppelbesetzung in inklusiven Lerngruppen, die Unterstützung durch multiprofessionelle Teams und ausreichend Fortbildungen, die innerhalb der Dienstzeit wahrgenommen werden können, kann Inklusion nicht gelingen", so Beckmann.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hatte bereits den Kinostart des Films im Mai 2017 unterstützt und gemeinsam mit dem Regisseur Thomas Binn und dem Filmverleih mindjazz pictures sehr viele Kinovorführungen mit anschließenden Podiumsdiskussionen in ganz Deutschland ausgerichtet.

Für den Film begleitete Regisseur Thomas Binn zweieinhalb Jahre lang Grundschülerinnen und -schüler mit und ohne Förderbedarf des ersten offiziellen Inklusionsjahrgangs an der Geschwister-Devries-Schule in Uedem (NRW).