Pressemitteilung: Schule nach den Weihnachtsferien 05.01.2021 StartseiteBildungsgerechtigkeitIndividuelle FörderungDistanzunterricht

BLLV fordert klare Richtlinien von der Politik

München – Schulen komplett zu öffnen, ist bei den aktuellen Inzidenzwerten keine Option. Darin sind sich die Kultusminister der Länder einig. Doch umso dringender braucht es jetzt klare Konzepte für die nächsten Wochen, wie sowohl der Gesundheitsschutz von Lehrerinnen und Lehrern und allen Mitarbeitern der Schule als auch faire Bildungschancen für Schülerinnen und Schüler gewährleistet werden können.

„Es wäre nicht zu verantworten, Lehrer und Schüler nach den Weihnachtsferien  wieder komplett in die Schulen zu schicken“, so BLLV-Präsidentin Simone Fleisch­mann. Sie stimmt dem bayerischen Kultusminister Michael Piazolo zu, dass ein voller Präsenzunterricht für alle Jahrgänge beim aktuellen Infektionsgeschehen nicht denkbar sei. Was wir aber jetzt unbedingt brauchen, sind einheitliche und eindeutige rechtliche Regelungen, wie Schule stattfinden kann, unter welchen Bedingungen es für wen Präsenz-, Wechsel- oder Distanzunterricht gibt. Fleischmann spricht sich hier für ein regionalisiertes Vorgehen je nach Inzidenz auf der Basis klarer und dann auch konsequent einzuhaltender Schwellenwerte aus: „Solange sich die Infektionszahlen in den einzelnen Regionen noch um bis zum Siebenfachen unterscheiden, machen landesweit einheitliche Ent­schei­dungen wenig Sinn.“

„Die Politik muss transparente und klare Richtlinien festlegen, damit nicht immer wieder neu entschieden werden muss, wie es weitergeht“, so die BLLV-Präsidentin. Nur verbind­liche und dauerhaft gültige Ansagen bieten Gesund­heits­ämtern wie Schulen vor Ort die nötige Orientierung und Sicherheit. Grundlage dafür können nur die fachliche Expertise und die Ein­schätzun­gen bzw. Empfehlungen der Virologen und Wissenschaftler sein. „Der BLLV ist - ebenso wenig wie die anderen Lehrer­verbände - Experte in Sachen Virus oder Inzidenz­werte“, so Fleischmann.

Darüber hinaus müsse es auch klare und rechtssichere Regelungen für das rest­liche Schuljahr geben - vor allem für faire Übertritts- und Prüfungs­bedingungen, aber auch in Bezug auf Leistungsnachweise und Notenvergabe. Um Planungs­sicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten, brauche es dazu eine klare und zeitnahe Kommunikation.

Die aktuellen Herausforderungen werfen erneut  die grundsätzliche Frage auf, was wir eigentlich von Schule erwarten. „Machen sich Leistung und der Wert von Schule tatsächlich nur an Noten fest oder viel­mehr am ganzheitlichen Lernen, an der Freude am Wissenserwerb, der Neugier auf Neues und an der persön­lichen Weiterentwicklung“, gibt Simone Fleisch­mann zu bedenken.

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