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Der Kampf um die Köpfe – Wie Lobbyisten Schulen für ihre Zwecke missbrauchen

Agenturen platzieren Markenprodukte in Schulen und Kitas, Lobbyisten beeinflussen unter dem Deckmantel der Pädagogik das Schulgeschehen. Kamingespräch mit Uwe Ritzer, investigativer Wirtschaftsjournalist, der Lobbyismus recherchiert und offen legt.

Lobbyismus an Schulen wird immer häufiger, raffinierter und versteckter. Er kommt stets getarnt unter einem pädagogischen Deckmäntelchen daher. Mal behaupten Lobbyisten, sie wollten doch nur die naturwissenschaftlichen Fächer und die MINT-Berufe stärken, ein anderes Mal versichern sie treuherzig, doch nur das Wissen der Schüler um wirtschaftliche Zusammenhänge fördern oder deren körperliche Fitness trainieren zu wollen.

Hinter der scheinbaren Selbstlosigkeit stecken in der Regel gesellschaftspolitische oder gar handfeste kommerzielle Interessen. Nicht von ungefähr gibt es professionelle Agenturen, die im Auftrag von Markenherstellern deren Produkte sogar schon in Kindestagesstätten oder Grundschulen lancieren – und das mit wachsendem Erfolg.

Lehrerinnen und Lehrer werden für kommerzielle Interessen, bisweilen ohne es zu wissen oder sich darüber im Klaren zu sein, eingespannt. Auch im Internet nimmt der Lobbyismus im Bereich Schulen allein vom Umfang her enorm zu – die meisten dort angebotenen Unterrichtsvorlagen sind interessengesteuert.

Der investigative Wirtschaftsjournalist der Süddeutschen Zeitung und Buchautor Uwe Ritzer wird am Montag, den 21. Januar 2019, um 19:00 Uhr über die Hintergründe und Strukturen von Lobbyismus an Schulen in seinem Vortrag beim Kamingespräch referieren.

Zur Person

Uwe Ritzer, investigativer Wirtschaftsjournalist der Süddeutschen Zeitung und Buchautor, hat die Entwicklung von Lobbyismus intensiv recherchiert und offen gelegt. Gemeinsam mit seinem SZ-Kollegen Markus Balser hat Ritzer das Buch „Lobbykratie“ geschrieben, das ein ausführliches Kapitel zum Thema Lobbyismus an Schulen enthält.

Ritzer, Jahrgang 1965, wurde für seine journalistischen Arbeiten etwa im Fall Mollath oder über den ADAC-Manipulationsskandal mit mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter gleich zweimal mit dem Wächterpreis der deutschen Tagespresse, sowie dem Nannen- und dem Helmut-Schmidt-Journalistenpreis.

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