Fehlende Lehrer an GrundschulenStartseite

Es geht zu Lasten der Kinder

Weil nächstes Schuljahr an den Grundschulen Bayerns 1.400 Lehrerinnen und Lehrer fehlen, hat das KM ein striktes Maßnahmenpaket geschnürt. Es erhöht die Arbeitsbelastung extrem. Doch vor allem wird es die Kinder treffen.

Vor der Klasse stehen und Kinder unterrichten -  das ist der sichtbare Teil des Lehrerberufs. Sichtbar für Schülerinnen und Schüler, Eltern und weite Teile der Gesellschaft. Vom Arbeitspensum der Lehrkraft macht das Abhalten einer Unterrichtsstunde aber nur einen Bruchteil aus. Ein sehr großer Teil passiert im geheimen – am Schreibtisch. Dort bereitet die Lehrkraft die Stunden vor und nach, korrigiert, erstellt Proben, konzipiert individuelles Material. Und das war längst noch nicht alles.

Wenn an der Schule am Morgen noch eine Kollegin oder Kollege ausfällt, bedeutet das für die anderen Lehrkräfte noch mehr Belastung. Ohnehin ist die Personaldecke knapp: 1400 Lehrkräfte fehlen im kommenden Schuljahr an den Grundschulen Bayerns. Und der Bedarf an Lehrkräften wird weiter steigen, alleine durch die hohen Geburtenzahlen, und die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztag. 

„Die Wertschätzung für den Lehrerberuf fehlt“

Im BR.de-Artikel „Lehrermangel an Grundschulen: „Die Leidtragenden sind die Kinder“ wird BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann ärgerlich, wenn sie mit dem Bild des faulen Lehrers konfrontiert wird: „Das ist purer Unsinn.“ Ihrer Meinung nach fehlt seit vielen Jahren die Wertschätzung für den Lehrerberuf.  

Was in der Diskussion um die Maßnahmen des KM noch zu wenig aufgezeigt wurde, fasst Sabine Kirnberger, eine Freisinger Grundschullehrerin, zusammen: "Die Leidtragenden sind die Kinder, weil ich dann nicht mehr so viel Zeit habe und auch die Kraft dann nicht mehr habe, dass ich den Unterricht aufwändig und mit viel Material anschaulich vorbereite."

Jetzt gilt`s: Beim Aktionstag Lehrermangel geschlossen zusammenstehen

Umso wichtiger, dass Lehrerinnen und Lehrer jetzt für sich, ihren Berufsstand und die Kinder aufstehen und gegen das Piazolo-Paket protestieren – wie etwa beim Aktionstag Lehrermangel am 7. Februar vom BLLV. Schon heute Abend (22.1.2020) um 20.15h dreht es sich bei der BR-Sendung „Jetzt red i“ um das Thema „Zu wenig Lehrer – Alarm an Bayerns Grundschulen“.  Die BLLV-Mitglieder aus Freising und Umgebung sowie das BLLV-Präsidium nehmen dann ihre Stühle im Publikum ein beteiligen sich aktiv am Geschehen.

Übrigens: Fragen und Diskussionsbeiträge für die Sendung sammelt der Bayerische Rundfunk unter der E-Mail-Adresse jetztredi(at)br.de

 

>> Zum Nachlesen: Der BR.de-Artikel "Lehrermangel an Grundschulen: „Die Leidtragenden sind die Kinder"