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Kuchendiebe und Partyspiele

FORUM LESEN - Wer hat den Kuchen gestohlen? Im humorvollen November-Buchtipp macht sich die Maus Bim auf die Suche. Deutlich ernster wird es in der empfehlenswerten Klassenlektüre "Nur 6 Sekunden" - ein Partyspiel entwickelt sich zum Albtraum.

Bim, die Zauselmaus. Der gemeine Kuchendieb

Eine tierische Rettungsaktion
Von Stefan Gemmel
Illustriert von Elli Bruder

Carlsen Verlag
Seiten: 75
Preis: 7,99 Euro
ISBN: 978-3-551-06829-3
Altersempfehlung: ab 7 Jahren

Die Jungen Alex und Sahli streiten sich, denn der Geburtstagskuchen für Oma Ilse ist verschwunden. Die Maus Bim und ihre Freunde finden sie bei den Hühnern, die sich die Torte „zurückgeholt“ haben, weil ihnen ja auch ständig die Eier gestohlen werden.

Eine kindgemäß geschriebene und liebevoll illustrierte Geschichte rund um eine amüsante Erzählidee, die als Klassenlektüre für Leseanfänger sehr zu empfehlen ist.

Inhalt

Die Jungen Alex und Sahli streiten sich, denn der Geburtstagskuchen für Oma Ilse ist verschwunden. Die Maus Bim und ihre Freunde beschließen, das Geheimnis um die verschwundene Torte zu lösen. Eine gefundene Feder führt sie zu den Hühnern. Diese geben auch bald zu, dass sie die Sahnetorte geholt haben. Aber es war für sie kein Diebstahl, sondern ein „Zurückholen“. Denn ihnen werden auch ständig die Eier gestohlen. Mit von der Partie war auch die Kuh, denn ihr wird beständig die Milch genommen. Auf die Idee, dass ihnen deshalb der Kuchen gehört, hat sie der Waschbär Bärnie gebracht.

Schnarchibald, der Siebenschläfer, schlägt das Problem mit dem Eigentum im Lexikon nach und findet heraus: Milch und Eier werden gegen Pflege und Futter eingetauscht. Folglich gehört der Kuchen den Jungen. Die Torte ist jetzt aber bei Bärnie, der darauf aufpassen wollte. Als die Tiere ihn alle aufsuchen, verbarrikadiert sich dieser und weigert sich, den Kuchen herauszugeben. Aber durch einen Trick bekommen sie ihn zurück und der Geburtstag ist gerettet.

Bewertung

Die tierischen Hauptpersonen in diesem Buch sind ganz unterschiedlich charakterisiert und haben jede für sich viel Charme. Miteinander sind sie ein großartiges Team. Das Frettchen Sonett fällt vor allem durch seine gereimten Beiträge auf und sorgt so immer wieder für einen Lacher beim Leser. Die vielen, teilweise großformatigen, witzigen und ausdrucksstarken Illustrationen veranschaulichen die einzelnen Szenen und Stimmungen der Tiere aufs Beste. Das ungewöhnliche Thema und die daraus erfolgenden Handlungen sind kindgemäß und humorvoll geschrieben. Kurze und einfache Sätze unterstützen Grundschulkinder beim Leseverständnis. So ist das Buch auch als Schullektüre zu empfehlen. Ein weiterer Pluspunkt hierfür sind der Preis und die Möglichkeit, dafür in Antolin Punkte zu sammeln. Wer mehr von Bim, der Maus, lesen möchte, für den gibt es auch weitere Bände aus dieser Reihe.

Nur 6 Sekunden

Von Daniëlle Bakhuis

Arena Verlag
Seiten: 216
Preis: 12,99
ISBN: 978-3-401-60143-4
Altersempfehlung: ab 13 Jahren

Die Freundinnen Jasmin, Hanna, Olivia und Jacky sind völlig „aus dem Häuschen“: Sie sind auf der angesagtesten Party der Stadt eingeladen. Hier wird ein brutales Spiel gespielt, dessen wichtigste Regel die Einhaltung der Sechs-Sekunden-Regel ist. Diese Party entwickelt sich für Jasmin zum Albtraum.

Der Roman beschreibt psychologisch differenziert und glaubwürdig, welche Dynamik der Wunsch nach Anerkennung in der Gruppe annehmen kann und wie schwer es ist, seinem Gewissen zu folgen, wenn man damit riskiert sich ins soziale Abseits zu manövrieren. Äußerst empfehlenswert – auch als als Klassenlektüre!

Inhalt

Auf der Suche nach dem nächsten Nervenkitzel stellen sich die Freundinnen Jasmin, Hanna, Olivia und Jacky regelmäßig Aufgaben, die in jeweils sechs Sekunden zu lösen sind. Diese Aufgaben, die von einer Unterrichtsstörung bis hin zur Provokation von Passanten auf der Straße reichen, haben ihr Vorbild in einem Spiel, das auf der angesagtesten Party der Stadt gespielt wird und in dem es darum geht, dass die Teilnehmer Geld in die Runde werfen, bis einer von ihnen sich danach bückt, um es aufzuheben. Dann nämlich dürfen die anderen sechs Sekunden auf diesen einschlagen, um zu verhindern, dass er das Geld einsteckt.

Als auch die Mädchen auf eine dieser Partys eingeladen werden, auf der alle einheitlich gekleidet und vermummt erscheinen, sind sie zunächst sehr stolz. Nachdem jedoch ein Mädchen bei dem Spiel brutal zusammengeschlagen wird, entwickelt sich die Party schnell zum Albtraum. Während Hanna, Olivia und Jacky das Ganze als etwas aus dem Ruder gelaufenen Spaß abtun, wird Jasmin, obwohl sie sich nicht an den Prügeln beteiligt hat, von schweren Gewissensbissen geplagt. Da einer der Spielteilnehme sich zudem nicht an die Sechs-Sekunden-Regel gehalten hat, setzt sie, obwohl sie mehrfach bedroht und zum Schweigen aufgefordert wird, alles daran, dessen Identität aufzudecken.

Bewertung

Ähnlich wie die Protagonistinnen erscheinen die Herausforderungen, die sich die Mädchen gegenseitig stellen, dem Leser zunächst lediglich als pubertäre Provokationen, die – auch wenn sie mitunter recht derb ausfallen – doch vor allem Spaß machen sollen. Dass die geheimnisumwobene Party, auf der neben Alkohol auch Drogen konsumiert werden, eine ganz andere Dimension hat, wird dem Leser durch die Beschreibung der Verschwiegenheitsregeln und der Geheimhaltungsvorschriften aber rasch klar.

Eindringlich beschreibt die Autorin, wie sich Jasmin und ihre Freundinnen von dem Hype um die Party anstecken lassen und dabei alle Bedenken hinsichtlich des brutalen Partyspiels beiseiteschieben. Auch wenn die Geschehnisse rund um das Partyspiel dramatisch zugespitzt werden, ist die Schilderung durchaus an der Realität orientiert. Der Roman beschreibt psychologisch differenziert und glaubwürdig, welche Dynamik der Wunsch nach Anerkennung in der Gruppe annehmen kann und wie schwer es ist, seinem Gewissen zu folgen, wenn man damit riskiert sich ins soziale Abseits zu manövrieren. Äußerst empfehlenswert – auch als Klassenlektüre!