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"Lehrer wird man aus Überzeugung!"

Zur Frage „Lohnt sich das?“ porträtiert der Bayerische Rundfunk verschiedene Berufe und zeigt Alltag, Verdienst und Ausgaben von Hebammen, Aktienhändlern, Friseuren oder Hoteliers. Für das Fazit einer Gymnasiallehrerin sind die Kinder entscheidend.

„Den Standardspruch ‚Lehrer haben vormittags recht und nachmittags frei‘ kann ich nicht mehr hören, weil das einfach nicht wahr ist!“, stellt Corinna Schultes klar, angestellte Gymnasiallehrerin für Englisch, Latein, Ethik in Neumarkt.

In der Filmreihe „Lohnt sich das?“ des Bayerischen Rundfunks gewährt die engagierte Lehrerin nicht nur Einblick in ihren Berufsalltag, sondern legt, wie alle porträtierten Berufstätigen, auch ihre Einnahmen und Ausgaben offen. So will die Filmreihe mit Vorurteilen und Klischees aufräumen und ein realistisches Bild des Berufslebens in Bayern vermitteln.

Für die Kinder

„Lehrer wird man aus Überzeugung“, sagt Corinna Schultes, der die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen besonders am Herzen liegt. Bei ihren Schülern will sie wissen: „Wie geht’s dem heute, ist bei dem heute alles in Ordnung?“

In Sachen Finanzen bemängelt Schultes die schlechtere Bezahlung im Vergleich zu verbeamteten Kollegen, gibt hohe Kosten für aktuelle Unterrichtsmaterialien an sowie für Mobilität bei wechselnden Einsatzorten.

Die Kernfrage „Lohnt sich das?“ beantwortet Schultes aber trotz Ärgers über bürokratische Aufgaben, die nichts mit ihren beruflichen Idealen und ihrer Ausbildung zu tun haben, ganz klar: „Wenn ich im Klassenzimmer stehe und mit meinen Kids arbeiten kann, ihnen etwas beibringen, dann sage ich: Natürlich lohnt sich das!“


Auch der BLLV setzt sich für eine pädagogische Ausrichtung an Gymnasien ein: Da sich Gesellschaftsstrukturen, Familienstrukturen und Wertesysteme nachhaltig verändern, braucht es an Schulen geeignete Rahmenbedingungen, damit bei einer zunehmend heterogenen Schülerschaft mehr Raum für individuelle Förderung und persönliche Zuwendung geschaffen wird. Wissensvermittlung alleine reicht nicht mehr aus.