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Löcher stopfen reicht nicht

In der Rubrik „Nachgefragt“ des Münchner Merkurs spricht Simone Fleischmann Klartext zu den aktuellen Maßnahmen des Kultusministeriums im Kampf gegen den Lehrermangel.

Die Ankündigungen von Michael Piazolo haben hohe Wellen geschlagen: in den Medien, der Gesellschaft, insbesondere natürlich auch in der Schul- und Bildungspolitik sowie den entsprechenden Verbänden und Gewerkschaften. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann erlebt die vielfältigen Reaktionen von Lehrerinnen und Lehrerinnen geballt. Im Interview mit dem „Münchner Merkur“ gibt sie wieder, dass Lehrer bereit sind, kurzfristig auszuhelfen. „Das Verständnis endet, wenn nicht auf unsere mittel- und langfristigen Forderungen zur Behebung des Lehrermangels eingegangen wird.“

„Es muss ein Signal her“

In diesem Zusammenhang stellt Fleischmann klar, dass sie jetzt auf ein Signal vom Kultusminister und der Staatsregierung wartet. Sie wünscht sich bestmögliche Arbeitsbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer, die so optimale Lernbedingungen für Kinder schaffen. Konkret fordert sie: Mehr Lehrer, A13 als Einstiegsgehalt für Grund- und Mittelschullehrer und eine flexible Lehrerbildung, in der man sich erst so spät wie möglich auf eine bestimmte Schulart festlegt.

Fleischmann hegt besonders am Sinn von einer von Piazolos Maßnahmen starke Zweifel: der Verschiebung des vorzeitigen Ruhestandes vom vollendeten 64. auf das 65. Lebensjahr. Laut Kultusministerium sollen sich so ein Plus 470 Vollzeitstellen ergeben. An diese Zahl glaubt sie nicht. Denn: Gesundheitlich angeschlagene Lehrer, die etwa ihre Hüft-OP ursprünglich auf den Ruhestand schieben wollten, müssen diese OP dann jetzt eben noch in ihrer Zeit als aktiver Lehrer durchführen lassen und fallen dann natürlich aus.  

„Wir bleiben im Dialog“

Gleichzeitig weiß Fleischmann: Die Maßnahmen des Kultusministeriums hätten noch schlimmer ausfallen können: Mehr Unterricht für Lehramtsanwärter zum Beispiel, höhere Klassenstärken oder eine Streichung an der Stundentafel. Um die langfristige Maßnahmen durchzukämpfen, sei jetzt Folgendes wichtig: „In den Dialog gehen.“

 

Forderungen des BLLV

Die BLLV-Präsidentin fordert mittel- und langfristige Maßnahmen: "Man muss überlegen, wie man die Lehrerbildung ändert. Auch die Grund- und Mittelschullehrer anders besoldet. Und wie man trotzdem attraktive Arbeitsbedingungen schafft, dass junge Leute noch Lehrer werden möchten. Sonst haben wir in ein paar Jahren wieder Lehrermangel."

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Am: 09.01.2020