"Jetzt red i"-Sendung zum LehrermangelStartseite

„Machen Sie jetzt Ernst, Herr Minister!“

Mit starken Argumenten hat der BLLV bei der TV-Sendung „Jetzt red i“ gepunktet. Damit brachte er Kultusminister Michael Piazolo in Bedrängnis.

Eindeutiger hätte die Stimmung bei „Jetzt red i“ zum Thema Lehrermangel an Grundschulen nicht sein können: Mit den vom Kultusminister beschlossenen Maßnahmenpaket wurde eine rote Linie überschritten. Das konnte der BLLV mit seinen Mitgliedern aus Freising und Umgebung argumentativ wasserdicht untermauern. Darin wurden sie auch vom Publikum, bestehend unter anderem aus Eltern, Elternbeiräten, Schülerinnen und Schülern, bestärkt.

„Die Kolleginnen und Kollegen wollen wertgeschätzt werden“

Vom Publikum begrüßt wurden auch die Forderungen des BLLV, wie etwa A13 für Grund- und Mittelschullehrkräfte. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann appellierte in diesem Zusammenhang an den Kultusminister: „Machen Sie jetzt ernst, Herr Minister! Sie haben es in der Hand!“ Die BLLV-Präsidentin fuhr fort: "Die Kolleginnen und Kollegen wollen wertgeschätzt werden. Wenn es so lange schon auf dem Tisch lag, dass Lehrerinnen fehlen, dann kann man doch auch einfach mal sagen, hey, wir haben uns verrechnet. Bitte helfen Sie uns jetzt. Es geht nicht um diese eine Stunde mehr. Es geht darum, dass sie Dank und Wertschätzung erfahren."

„Alles ist auf Kante genäht und jetzt ist die Naht gerissen“

Kerstin Rehm, BLLV-Kreisverbands- und Personalratsvorsitzende aus Freising, rückte einen weiteren wichtigen Punkt in den Fokus. Besonders die älteren, in Teilzeit arbeitetenden Lehrerinnen und Lehrer würden unter den Maßnahmen zusammenbrechen. Rehm stellt einen bildlichen Vergleich an: „Alles ist auf Kante genäht und jetzt ist die Naht gerissen.“

„Die Frauen müssen es jetzt richten“

Die große Mehrheit der Grundschullehrkräfte sind Frauen, wie die Piazolo-Gegenspielerin der Sendung, Simone Strohmayr, bemerkte. „Und die Frauen, gerade die älteren, müssen es jetzt richten? Das kann nicht sein!“ Sie forderte, dass der Lehrerberuf wieder attraktiver werden müsse – unter anderem mit einer höheren Besoldung. Persönlich ist Piazolo auch dafür – muss sich aber dem Koalitionszwang beugen, wie er in der Sendung zugibt. Er sagt außerdem: „Wir muten unseren Lehrern mehr zu. Aber der Weg, den wir gehen, ist in gewisser Weise sogar eine Wertschätzung der Tätigkeit der Grundschul- und Mittelschullehrer. Weil wir die Leistung und die Qualität hoch halten. Die Alternativen wären alle für die Schülerinnen und Schüler viel schlechter gewesen."

Lehrermangel bereits jetzt sichtbar

Dass überlastete Lehrkräfte keinen anspruchsvollen Unterricht mehr leisten können und eine empathische Lehrer-Schüler-Bindung dann nicht mehr zu leisten ist - so weit denkt der Kultusminister nicht. Außerdem zeigen sich die Auswirkungen des Lehrermangels bereits jetzt, wie Schülerinnen und Schüler Moderator Tilmann Schöberl erzählen. Sie berichten zum Beispiel von Sportunterricht oder AGs, die ausfallen.

Am: 23.01.2020