Förderrichtlinien zum DigitalbudgetThemen

Nicht ohne pädagogisches Konzept

DIGITALISIERUNG - Die Finanzierung zur digitalen Ausstattung von Schulen steht nun fest: Das Kultusministerium stellt insgesamt 212,5 Millionen Euro für Sachaufwandsträger zur Verfügung. Daraus können bis zu 90 Prozent der förderfähigen Investionskosten eines Trägers bestritten werden. Der BLLV begrüßt diese Investitionen. Das Gelingen der Digitalisierung hängt jedoch noch von weiteren Bedingungen ab.

"Die Bereitstellung von 212 Millionen Euro ist ein erster Schritt", kommentiert BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann die Höhe des Förderpakets. Dennoch müssten sich die Sachaufwandsträger jetzt eng mit den Schulen absprechen, um nicht am Bedarf vor Ort vorbei zu investieren.

Als Grundlage der Zusammenarbeit zwischen Sachaufwandsträger und Schule nannte Fleischmann das Medienkonzept, das jede Schule individuell nach ihrem Profil zur Errechnung der Investitionskosten erstellt.

Aus Sicht des BLLV kann die technische Umsetzung der Digitalisierung nur in Verbindung mit einer verbesserten Systembetreuung gelingen. Dazu gehört ausreichend Betreuungszeit und externe Unterstützung. Zeit für den Aufbau von Medienkompetenzen seitens der Lehrkräfte und Zeit zur Umsetzung nachhaltiger Konzepte ist ebenfalls nötig.

 

In pädagogische Konzepte und ausreichend Zeit investieren

Der BLLV hat dazu in der Expertise "Zeit für Bildung - gerecht.investieren" deutliche Zahlen genannt. Wie das Zahlenwerk zeigt, ist die digitale Umrüstung der Schulen nicht ohne erheblichen Mehraufwand an Zeit und Personal zu leisten.

Dazu zählt auch, Gelder für die pädagogische und technische Betreuung bereitzustellen, zum Beispiel für mehr Anrechnungsstunden zur Systembetreuung oder zur Inanspruchnahme der Expertise externer IT-Spezialisten.

Dazu zählt außerdem, Geld zur professionellen und systematischen Fortbildung der Lehrkräfte zur Verfügung zu stellen. Bisher eigenen sich viele Kollegen die notwendige Kompetenz eigeninitiativ in ihrer Freizeit an.

Und dazu zählt nicht zuletzt, den Schulen ausreichend Zeit zu gewähren, damit diese ihre individuellen Medienkonzepte langfristig weiterentwickeln können.

Rechnet man den dazu notwendigen Zeitaufwand in Personalstellen um, ergibt das 1.910 zusätzliche Stellen und eine Erhöhung der Bildungsausgaben um 179,3 Millionen Euro. Woraus sich diese Investitionen im Detail zusammensetzen, ist in der BLLV-Expertise in Kapitel II - Handlungsfeld 8 Digitalisierung dargestellt.