Angst vor Schule

Schulangst - was Eltern tun können

ELTERNRATGEBER - Wenn Schulkinder immer öfter über körperliche Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen klagen, sollten Eltern hellhörig werden und daran denken, dass - sind mögliche gesundheitliche Hintergründe durch entsprechende Untersuchungen ausgeschlossen - die Beschwerden ein Ausdruck von Angst sein können.

„Schulangst ist leider ein inzwischen sehr verbreitetes Phänomen“, erklärt die Leiterin der Abteilung Berufswissenschaften im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), Birgit Dittmer-Glaubig. Kinder könnten der Quelle der Angst - der Schule - nur dadurch entgehen, dass sie krank werden. Die „Schmerzen“ seien im psychischen Bereich begründet.

Der Katalog möglicher Schulängste ist vielfältig: „Neben Prüfungsängsten sind Versagensängste, Konfliktängste aber auch Trennungsängste die häufigste Ursache, die Schule zu meiden“, so die BLLV-Expertin. Wiederkehrende diffuse Beschwerden oder auch Tränen sollten die Eltern aufhorchen lassen. „Nicht jede Furcht vor einer Mathearbeit kann als Schulangst bezeichnet werden, löst aber der Gedanke an Schule Angst aus, sollten Eltern reagieren.“

Erste Anzeichen sind häufig schon im Vorschulalter zu beobachten: das Kind fühlt sich in der Gruppe nicht wohl, möchte „heute daheim bleiben“. Doch im Gegensatz zum Kindergarten, kommt hier die Schulpflicht ins Spiel. „Entschuldigungen schreiben löst das Problem nicht“, betont Dittmer-Glaubig. Das sei sogar fatal. „Das Vermeiden der Situation führt hier zwangsläufig zur Verstärkung des Problems.

Sich der Situation stellen, positive Erfahrungen sammeln, angstbesetzte Situationen gemeistert zu haben ist das Einzige, was hilft.“ Trotzdem sollten Eltern die Ängste ihrer Kinder nicht abtun, sondern in jedem Fall ernst nehmen und sich professionelle Hilfe beim behandelnden Kinderarzt oder einem Schulpsychologen holen.

Eltern können aber durchaus im Vorfeld schon Einiges beachten, was zur Minderung von Schulangst beitragen kann:

  • Vergleiche mit anderen Schülern vermeiden - Kinder werden dadurch einem hohen Stressfaktor ausgesetzt, der das Leistungsvermögen reduziert;
  • Gesprächspartner für das Kind sein - Eltern sollten ein offenes Ohr für die Ängste und Nöte ihrer Kinder haben;
  • nicht bestrafen - viel besser ist es, das Kind in seinen schon erbrachten Leistungen zu bestärken;
  • Selbstbewusstsein aufbauen - Eltern, die ihren Nachwuchs ermuntern, sich bestimmten Herausforderungen zu stellen und dabei unterstützend eingreifen, vermitteln ihren Kindern Vertrauen und das Gefühl, mit schwierigen Situationen zurecht zu kommen.