Links und Informationen zu BNE

Auf dieser Seite finden Sie neben ausgewählten weiterführenden Links mit Hintergrundinformationen, Schul- und Unterrichtshilfen und Vernetzungsmöglichkeiten zum Themenfeld BNE auch hilfreiche Buchrezensionen zum Thema.

Hintergrundinformationen zu BNE

In der >>ardmediathek finden Sie unter der Rubrik Wissen eine Fülle an Beiträgen zu Themen wie Energie, Ernährung, Nachhaltigkeit und Umwelt. Mithilfe der Suchfunktionen finden Sie dort zudem zahlreiche Beiträge zu konkreten Themen, wie z.B. Klimawandel.

Der Bayerische Rundfunk bietet unterschiedliche Podcasts im Themenfeld Nachhaltigkeit an: >> Besser leben. Der Bayern 1 Nachhaltigkeitspodcast, >> UNKRAUT - Ihr Umweltmagazin, >> Anna und die wilden Tiere

Auf der >> Seite des BUND Naturschutz in Bayern e.V. finden Sie hilfreiche Informationen und Tipps für einen ökologischen Lebensstil.

Außerdem können Sie sich auf der >> Seite des BN über Fakten, Hintergründe und Projekte zu allen umweltpolitischen Themen informieren.

Der BUND bietet hilfreiche Broschüren zu den Themen >> Essen, >> Wohnen, >> Energie, >> Wasser und Strom, >> Kleidung, >> Reisen und >> Mobilität.

Auf der >> Seite des BUND finden Sie zudem in der Rubrik „Themen“ Informationen zu zahlreichen Umweltthemen und unter „BUND-Tipps“ weitere Alltagshilfen.

Auf der Seite >> utopia.de finden Sie aktuelle News und Ratgeber-Artikel zu den Themen Nachhaltigkeit und nachhaltiger Konsum.

Zahlen, Fakten und Studien zum „Fairtrade“-Siegel und dessen Wirkung finden Sie >> hier

Der Gründer des „Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung“ hält hervorragende Vorträge zum Klimawandel mit einer sehr aussagekräftigen Präsentation. In professioneller Aufnahmequalität ist derzeit leider nur >> ein Vortrag Schellnhubers in einfachem Englisch verfügbar

Vor allem bei der „konventionellen“ Produktion von Lebensmitteln entstehen enorme Kosten, die nicht im Ladenpreis enthalten sind: Umweltbelastungen müssen fast immer von der Allgemeinheit ertragen und – sofern überhaupt möglich – beseitigt werden. Die Universität Augsburg führte hierzu eine aufschlussreiche Studie durch, die Sie auf der >> Internetseite des Tollwood in Kurz- und Langfassung inkl. Grafiken herunterladen können

Hilfreiches für Schule und Unterricht

Beim neuen Lernportal zukunft.lernen! finden Sie ein breites E-Learning-Angebot zu unterschiedlichsten Themen aus dem Bereich BNE, inkl. Filterfunktion.

Alle Infos, Registierung und Login unter: zukunftlernen.jetzt

Diese drei Songs zum Thema Umwelt/Umweltschutz können gut für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden. Die Lieder sind jederzeit auf der Plattform Soundcloud über die untenstehenden QR-Codes abrufbar. 

Die Textblätter mit Griffen für Keyboard oder Gitarre als PDFs zum Download stehen HIER zur Verfügung!

Das ISB hat unter >> bne.bayern.de wichtige Informationen, Links und Materialien zusammengestellt. Zu jedem der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele finden Sie dort auch Unterrichtsbeispiele.

Auf der Seite >> klimawandel-schule.de der Ludwig-Maximilians-Universität München finden Sie ein Handbuch, >> Unterrichtsmodule, den mit dem „Wirkung-hoch-100-Preis“ ausgezeichneten >> LMU-Klimakoffer und weitere Materialien zum Themenfeld Klimawandel. Absolut empfehlenswert!

Das >> Portal Globales Lernen der Eine Welt Internetkonferenz (EWIK) bzw. des World University Service (WUS) ist nach eigenen Angaben das zentrale deutschsprachige Internetangebot zum Globalen Lernen und zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Im Menü des Portals finden Sie Bildungsmaterialien, Methodensammlungen und -handbücher, eine Referent:innenvermittlung und vieles mehr! Auch das Portal Globals Lernen bietet eine Filterfunktion bei der Suche nach passenden Materialien an.

Das von der UNESCO betreute >> BNE-Portal bietet ausgesuchte Lehr- und Lernmaterialien zur Bildung für nachhaltige Entwicklung und weitere Informationen sowie Publikationen zum Thema. Über eine >> praktische Filterfunktion können Sie Ihre Suche steuern und gezielt nach Materialien suchen.

Die staatlichen Schulämter in der Stadt und im Landkreis Passau haben ein vorbildliches BNE-Netzwerk „BNE macht Schule - Netzwerk Zukunft Passaugegründet“, welches mit Umweltpreis 2022 der Bayerischen Landesstiftung ausgezeichnet wurde. Auf der Seite >> bne-passau.de finden Sie neben einem regelmäßig erscheinenden Rundbrief auch Buchtipps sowie Materialien rund um das Thema Schulentwicklung im Kontext von BNE.

Die österreichische Plattform >> bildung2030.at bündelt Informationen rund um die Themen der Agenda 2030. Sie gibt vielfältige Anregungen, wie globale Herausforderungen in unterschiedlichen Lehr- und Lernsituationen für alle Altersstufen adressiert werden können.

Die digitale Plattform Bildung2030 ist ein Gemeinschaftsprojekt von BAOBAB, FORUM Umweltbildung, KommEnt, Südwind und Welthaus Graz. Die Umsetzung wird finanziert durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit und das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie.

Kitas und Schulen können sich an die Bayerischen Umweltstationen in ihrer Nähe wenden und erhalten vor Ort ein spefizisches Angebot. Einige Umweltstationen haben sich BNE zum Schwerpunktthema gemacht. Eine Karte mit allen Umweltstationen und ihren Angeboten finden Sie >> hier

27 Eine Welt-Stationen an verschiedenen Orten in ganz Bayern sind Anlaufstellen für Fragen rund um das Thema Globales Lernen. Sie vermitteln fachkundige Referent:innen und verleihen Bildungsmaterialien - nicht nur für Lehrkräfte. Stationen und Ansprechpartner in Ihrer Nähe finden Sie >> hier

Angebote des Bund Naturschutz in Bayern e.V. zur Umweltbildung und BNE finden Sie >> hier

Eine Differenzierung der Angebote nach Regierungsbezirken finden Sie >> hier

Bildungmaterialien des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland für Schüler:innen und Lehrer:innen finden Sie >> hier

Allgemeine Informationen zu den Bildungsangeboten des LBV finden Sie >> hier

Einen Ideenpool als Resultat der Schulen im Programm Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule (siehe unten) finden Sie >> hier

Beim Projekt „Naturschwärmer“ gibt es jede Menge Mitmachangebote. Jeden Monat zu einem neuen Thema und mehrmals pro Woche mit neuen Tipps. Auch Lehrplanthemen wie Hecke, Vögel, Wald und Wasser stehen auf dem Programm. Zur Seite des Projekts geht es >> hier

Auch zum Thema >> Klimaschutz im Schulranzen bietet der LBV hilfreiche Materialien zu >> Maßnahmen zum Klimaschutz in der Schule

Mit Graphiken und Erklärungen, aktuellen Informationen und vielfältigen Ideen, wie nachhaltiges, umwelt- und gesundheitsschützendes Handeln im Alltag funktionieren kann, richtet sich >> um-welt.org direkt an Kinder und Jugendliche. Hierfür wurden vier „Lebenswelten“ entworfen: Unterwegs, Am Wasser, Beim Sport und Plastikfrei. Für Lehrer:innen sowie Bildungsanbieter:innen wurden die Inhalte weiterentwickelt und stehen als Unterrichtsmaterialien zur Verwendung bereit. Die Materialien finden Sie >> hier

Kostenfreie Bildungsmaterialien von Greenpeace finden Sie inkl. Filterfunktion >> hier

Zum Thema „Digitalisierung und Nachhaltigkeit - ein Widerspruch?“ hat Greenpeace ein Materialpaket für die Sekundarstufe I und II entwickelt. Dieses finden Sie >> hier

Wie verändern wir mit unserem Konsum die Welt? Was bedeutet nachhaltiges Wirtschaften? Und wie können wir positive Spuren hinterlassen? Bei der App „Konsumspuren“ nutzen die Schüler*innen ihre Smartphones, um Neues zu lernen, ihr eigenes Konsumverhalten zu reflektieren und Ideen zu entwickeln, wie sie selbst mit einfachen, konkreten Handlungsschritten aktiv werden können. Alle Infos zum Projekt „Konsumspuren“ finden Sie >> hier

Gerhard de Haan, ein Pionier der BNE in Deutschland, hat mit Kolleg:innen 2013 eine Handreichung für nachhaltige Schülerfirmen. Sie finden die Hanreichung >> hier

Auf der Seite >> Umwelt im Unterricht finden Sie zahlreiche Bildungsmaterialien, aufgefächert nach Themen, Fächern und Altersstufen. Unter anderem einen Fragebogen zum Thema „Welcher 'Klimatyp' bist du?“ >> hier

Das Umweltzeichen Blauer Engel bietet eine >> „Schulbox“ und >> weitere Unterrichtsmaterialien zum Thema Recyclingpapier an.

 

Mit dem >> Materialkompass des „Serviceportal für Verbraucherbildung“ können Sie gezielt nach geprüften Unterrichtsmaterialien suchen! Auf der Seite >> verbraucherbildung.de finden Sie zudem weitere Hintergrundinformationen und Angebote zum Thema Nachhaltigkeit und Verbraucherbildung für Schulen und Lehrende.

In diesem Online-Spiel können Schüler:innen in einem virtuellen Schulhaus zahlreiche Umwelttipps entdecken. Zum interaktiven Schulrundgang geht es >> hier

Auf der Seite >> KLIMANET Baden-Württemberg finden Sie zudem weitere Materialien für Lehrende.

Unterteilt in Angebote für die Klassenstufen 1-6 und 7-12 bietet der WissenLeben e.V. im Bereich Klimawandel und Nachhaltigkeit >> Programme und Materialien für Schulen an sowie eine umfangreiche >> Übersicht zu Unterrichtsmaterialien

Auf der Seite >> weltfairsteher.de finden Sie viele verschiedene, sehr ansprechend gestaltete Challenges, bei denen die Schüler:innen sich über unterschiedlichste Themen informieren und dadurch Punkte für ihre Klasse oder Schule sammeln können. Ziel der Initiative ist es, ein Bewusstsein für die Vorteile nachhaltiger Entwicklung zu schaffen. Dabei geht es darum, Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten in den Bereichen Umwelt, Wirtschaftssystem und soziale Verantwortung aufzuzeigen.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz bietet am Konzept der BNE orientierte Bildungsmaterialien, insbesondere für Grundschulen an, zu finden sind diese >> hier

Sie finden dort u.A. auch einen Klimaschutzleitfaden für Schulen, siehe >> hier

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist in den schulischen Bildungs- und Lehrplänen in Deutschland fest verankert und soll in allen Schulfächern thematisiert werden. Sport bietet hierfür eine besondere Chance: durch die körperliche Auseinandersetzung werden Lerninhalte direkt erfahren und besser behalten. Wie kann das gelingen? Mit „Klima bewegt!“ stellt die TU München 16 Übungen vor, die die Themen Klimawandel, Ernährung, Mobilität, Konsum und Klimagerechtigkeit aufgreifen und mit Bewegungsspielen und -aufgaben verknüpfen.

  • Es wurden insgesamt 16 große und kleine Übungen entwickelt und von erfahrenen Sportlehrkräften auf ihre Praxistauglichkeit überprüft.

  • Die Übungen können einzeln und ohne Vorwissen durchgeführt werden oder aber in Kombination ganze Unterrichtsstunden oder -einheiten füllen.
  • Sie eignen sich für fächerübergreifenden Unterricht und decken neben BNE weitere übergeordnete Bildungs- und Erziehungsziele ab, bspw. Gesundheitsförderung, Werteerziehung, interkulturelle Kommunikation.

  • Neben dem Sportunterricht eignen sich die Übungen auch für Projekttage, Ausfahrten, Wandertage und Exkursionen, ja sogar für bewegtes Lernen in anderen Fächern. Probieren Sie es aus!
  • Vorrangige Zielgruppe ist die Sekundarstufe 1 aller Schulformen, Variationen und Differenzierungsmöglichkeiten erlauben jedoch auch den Einsatz in anderen Altersgruppen.

Mehr Infos zum Projekt sowie sämtliche Materialien zum Download finden Sie auf der Website des Projekts www.sg.tum.de/sportdidaktik/praxismaterialien/klima-bewegt/

 

Auf der >> Seite von WWF Deutschland finden Sie neben Möglichkeiten der Weiterbildung auch Unterrichtsmaterialien, das Naturentdecker-Set, das Handbuch „Natur verbindet!“ und den „Artenschutzkoffer“.

Zum Thema Regenwald bietet OroVerde - Die Tropenwaldstiftung auf ihrer >> Seite zahlreiche Unterrichtsmaterialien an

Der Energie-Atlas Bayern bietet auf seiner >> Internetpräsenz neben Bildungsmaterialien auch sogenannte >> „Energiekisten“ zum Verleih an.

Der Zeitbild Verlag bietet auf seiner >> Internetpräsenz im Rahmen seines Projekts „Gib Abfall einen Korb“ unterschiedliche Materialien und weiterführenden Informationen und wurde für diese Projekt mehrfach von der UNESCO ausgezeichnet.

Auf >> lehrer-online.de finden Sie empfehlenswerte Unterrichtsmaterialien (teilweise kostenpflichtig) zum Themenfeld BNE.

Das ökologische Bildungszentrum München bietet auf seiner >> Internetpräsenz Bildungmaterialien zu verschiedenen Themen, mit einem Fokus auf digitale Aspekte.

Eine umfangreiche Projektdokumentation darüber, wie sich BNE im Rahmen von Kunstprojekten umsetzen lässt, finden Sie >> hier

Der Klett-Verlag widmet sich in einem >> Beitrag des grundschul-blogs dem Thema Nachhaltige Grundschule - Einfache und hilfreiche Tipps.

BNE-Programme, Zertifikate, Akteure und Vernetzung

Die UNESCO-Projektschulen setzen BNE systematisch um. In der täglichen Arbeit in der Schule wird versucht, diese Inhalte besonders ins Bewusstsein zu rücken und sich gemeinsam dafür einzusetzen.

Schulen und auch Kindergärten können sich auf den drei Stufen „interessiert“, „mitarbeitend“ und „anerkannt“ in das Netzwerk einklinken. Siehe >> hier

Auf >> dieser Karte finden Sie die „anerkannten“ Projektschulen in Ihrer Region.

Eine Liste der Projektschulen mit Filterfunktion finden Sie >> hier. Ein Porträt anerkannter UNESCO-Projektschulen in Bayern finden Sie >> hier

Die Landeskoordinatorin für Bayern finden Sie >> hier

Das vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) betreute Programm unterstützt die systematische Schulentwicklung im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Das Besondere: Man kann „ganz klein“ anfangen. Entscheidend ist nur, dass die Schritte, die man geht, nachhaltig sind. Kurzfristige Projekte sind deshalb eher nicht gefragt.

Alle Infos zum Programm finden Sie >> hier

Eine Übersicht der ausgezeichneten Schulen inkl. Karte finden Sie >> hier

Kontakt über: umweltschule(at)lbv.de

Kitas, die Eine-Welt-Themen bzw. Globales Lernen konzeptionell berücksichtigen, können sich um eine Auszeichnung als „Eine Welt-Kita: fair und global“ bewerben. Das Team des Eine Welt Netzwerks Bayern e.V. berät Sie gerne bei diesem Prozess. Die Bewerbung kann digital eingereicht werden. Alle Infos finden Sie >> hier

Das Qualitätssiegel „Umweltbildung Bayern“ zeichnet qualifizierte externe Anbieter in den Bereichen Umweltbildung und BNE aus. Dazu zählen die „Umweltstationen“, aber auch Vereine und Freiberufler. Anbieter in Ihrer Nähe finden Sie auf >> dieser Karte

Die Kampagne „Fairtrade-Schools“ verankert das Thema fairer Handel im Schulalltag und schafft bei Schülerinnen und Schülern ein Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung. Sie stärkt eigenständiges Handeln und die Vernetzung von motivierten Akteuren. Getragen wird die Kampagne von TransFair e.V. :https://www.fairtrade-schools.de/kampagne/

Auf dieser Karte finden Sie „Fairtrade Schools“ in Ihrer Nähe: https://www.fairtrade-schools.de/kampagne/fairtrade-schools-karte/

Projekt Schools for Earth

Greenpeace bietet ein umfangreiches Projekt namens „Schools for Earth“ an, mit dem sich Schulen auf den Weg zur Klimaneutralität und Nachhaltigkeit machen können. Alle Infos zum Projekt und zur Teilnahme finden Sie >> hier

Die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) ist der Fachverband für Akteure, die in der Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung engagiert sind. Hier können Sie sich in Fachgruppen oder regionalen „Runden Tischen“ einklinken.

Zur Fachgruppe Schule und Nachhaltigkeit geht es >> hier

Zur Fachgruppe BNE im Elementarbereich geht es >> hier

„Runde Tische“ in Ihrem Bezirk finden Sie >> hier

Schule im Aufbruch

Das von BMBF geförderte und von der UNESCO ausgezeichnete Netzwerk >> Schule im Aufbruch bringt Schulen zusammen, die sich auf den Weg machen (wollen), die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen umzusetzen.

Mitinitiatorin und Geschäftsführerin von Schule im Aufbruch Margret Rasfeld war auch zu Gast beim >> BLLV-Kamingespräch, um über den FREI-DAY zu sprechen.

Eine Welt-Initiativen, Weltläden und Nord-Süd-Foren gründeten 1999 das Eine Welt Netzwerk Bayern e. V. mit inzwischen über 200 Mitgliedsgruppen, die sich vielfach auch stark vor Ort engagieren. Das Eine Welt Netzwerk Bayern ist der Ansprechpartner in Sachen Globales Lernen in Bayern. Auf der >> Seite des Netzwerks finden Sie unter anderem Informationen zum Globalen Lernen sowie Veranstaltungshinweise, Service-Angebote und Publikationen zum Thema.

Angebote des Netzwerks für Schulen (Auswahl):

  • „Bildung trifft Entwicklung“ in Bayern (>> bte-bayern.de): Verleih von Bildungsmaterialien und Vermittlung von (kostengünstigen) Referent:innen zu Themen Globalen Lernens. Besonderheit: Alle Referent:innen haben mindestens 12 Monate im Globalen Süden gelebt oder kommen selbst aus dem Globalen Süden.
  • „Forum Globales Lernen in Bayern“ (>> globaleslernen-bayern.de), u. a. jährliche Treffen der bayerischen „Fairtrade-Schools“
  • Bayerisches Partnerschafts- und Bildungsportal „Bayern-EineWelt“ (www.bayern-einewelt.de) u. a. zu Schulpartnerschaften mit Schulen im Globalen Süden

Buchrezensionen

Harald Lesch und Thomas Schwartz: Unberechenbar. Das Leben ist mehr als eine Gleichung

Verlag Herder
2020
176 Seiten
ISBN: 978-3-451-39385-3
18,00 €

Der (Gott sei Dank!) fast omnipräsente Professor Harald Lesch, Astrophysiker und Naturphilosoph, unser Weltenerklärer aus dem TV, der fast alle naturwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Phänomene auf den Punkt bringt und so gut erklären kann;  dem man alles abnimmt, weil man es ihm einfach glaubt; ja glauben muss, weil er so verständlich erklärt, der hat mit seinem Ko-Autor Thomas Schwartz ein herausragendes, viel gelobtes Buch geschrieben. Eine gescheite Analyse des Jetzt und der Gesellschaft, Überlegungen wie unsere Gesellschaft aussehen sollte und warum sie so ist, wie sie ist. Was tun, damit unsere Welt überdauert, auch die Dritte Welt, die ausgebeutet wurde und wird, als gäbe sie mehrmals. Wir holen uns ihre Ressourcen und bringen den Müll zurück. Die Erde wird als endliches System definiert, was wir zwar wissen, aber immer wieder vor Augen geführt werden muss. Denn wir leben hier im Überfluss und wollen nicht wahrhaben, was wir wissen. Und wir sind uns auch der Ressourcenknappheit bewusst, die die Mutter aller Kriege und nicht nur effektiven Wirtschaftens ist.

Ein intelligentes Buch, das auf der Suche nach dem Ganzen ist, das mehr als die Summe seiner Teile ist. Also mehr als 1+1+1+1+1+1=6. Ein witziges Buch (nicht im Sinne von Lachen), das die Leser sprachlich einfängt und mitnimmt durch eine von Corona gebeutelte Zeit.  Die Pandemie hat uns gezeigt, dass nichts vorhersehbar, nichts berechenbar ist, weil das Virus in seinen Mutationen nicht berechenbar ist und sich nicht verhält wie wir es wollen. Das Leben ist keine Gleichung, sondern ein Wechselspiel von Gesetzen und Bedingungen, beeinflusst von (vielen) Variablen, sind sie auch noch so gering.

Ein kritisches Buch, das den Focus auch auf den Technikwahn richtet, der die Mängel des Mängelwesens Mensch ausgleichen bzw. ausmerzen soll.  Und das etwas gegen das „Unfehlbarkeitsdogma der Technik“ aussagt, das dem Menschen die Verantwortung für die Entwicklung nicht abnehmen kann. Die Autoren singen das Hohe Lied des Dorf-Prinzips, des Bevorratens und der Grenzen und Grenzerfahrungen, zu denen auch das Virus gehört, und gegen eine Kultur der Wertlosigkeit, des Wegwerfens und des Abschreibens.

Ein gescheites Buch, das uns Fehlverhalten bezüglich Klima, Corona, Umwelt, Ressourcen, Menschlichkeit vor Augen führt und dadurch darauf hofft, dass Etwas etwas besser wird.

Nicht berechenbar? Aber doch voraussehbar.

Lesen und verstehen!

>> Jochen Vatter

Dirk Steffens und Fritz Habekuss: Überleben. Wie das Artensterben unsere Zukunft gefährdet

Penguin-Verlag
2020
240 Seiten
ISBN: 978-3-328-60131-9
20 €

Das erste Kapitel beginnt mit einer Amsel und das letzte schließt mit einer Amsel. Der Kreis schließt sich und kann ein Zeichen dafür sein, dass das Buch von Steffens und Wissenschaftsjournalist Habekuss eine runde Sache geworden ist.

Von „Umweltdetektiv“ und Naturerklärer Dirk Steffens ist man es ja aus u.a. seinen Fernsehformaten gewohnt, dass er sich engagiert mit Natur und Umwelt auseinandersetzt und sich für sie einsetzt. Er und sein starker Co-Autor werden dem Anspruch mehr als gerecht, der an sie und das Thema gestellt wird. Dabei ist es auch gar nicht wichtig, wer von beiden welche Gedanken beisteuert. Es geht einfach ums Leben und ums Überleben. Es geht um uns und unsere Zukunft, bzw. um die Zukunft unserer Nachkommen, deren Welt wir vorbereiten und gestalten und mit dem von uns zu verantwortenden Artensterben ausdünnen. Ein engagiertes, überaus gescheites Buch, das Probleme benennt, analysiert und Wege daraus aufzeigt, das durch viele anschauliche Beispiele zeigt wie alles zusammenhängt, wie sich Artensterben auf die Natur auswirkt, weil beide eng miteinander vernetzt sind. Und wir Menschen sind mit unserer Devise „höher, weiter, besser, mehr“ dabei alles zu vernichten.  Aber es ist kein Buch, das nur schwarz malt, sondern Lichtblicke aufscheinen lässt wie Zukunft gelingen könnte. Das will, kann und soll Hoffnung vermitteln. Und diese wird symbolisiert durch die Amsel, die am Schluss singen darf.

Insgesamt: Ein tolles, provokantes, aufrüttelndes, hochinteressantes, viel und viel Neues präsentierendes Plädoyer für unsere Welt, dem wir uns nicht verschließen dürfen. Ein Buch wie ein Stoppschild. Bolzonaro sollte es lesen (müssen).

>> Jochen Vatter

Maik Meuser & Nicole Kallwies-Meuser: Klima schützen kinderleicht. Wie wir als Familie fast ohne Plastik leben, Energie sparen, anders essen - und Spaß dabei haben

Penguin-Verlag
2022
336 Seiten
ISBN: 978-3-328-10891-7
16 €

Das Ziel, die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen, könne nicht mehr erreicht werden, warnt der Klimaforscher und Meteorologe Professor Mojib Latif, Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, im Interview der Mediengruppe Bayern (Montags-Ausgabe, 20.07.2022, Passauer Neue Presse, Donaukurier, Mittelbayerische Zeitung), eher sind wir auf dem Kurs hin zu drei Grad. Aber „drei Grad Erderwärmung wären eine «Katastrophe»“. Es gebe scheinbar immer Wichtigeres als den Umweltschutz, beklagt der Klimaforscher. Und trotzdem gibt es Leuchttürme im Kampf um den Klima- und Umweltschutz.

Klima schützen kinderleicht und noch dazu Spaß dabei haben? Dazu sagen viele ja. Und eine fröhliche, junge Familie macht es auf jeden Fall vor: Im Kleinen beginnen, um Klimaschutz zu praktizieren und zu propagieren. Im persönlichen Umfeld zeigen die fünf Meusers auf, wie Klimaschutz gelingen kann, wie jeder für sich, egal ob Jung oder Alt, dazu beitragen kann, dass auch die Zukunft noch lebenswert sein kann. Wenn jeder Einzelne seinen individuellen Beitrag leistet, mag er noch so klein erscheinen, viele kleine Schritte können zusammen Großes bewirken. Und so zeigen uns Mama und Papa Meuser, wie es ihnen gelingt, klein beginnend, aber gemeinsam, Großartiges im Alltag einer normalen Familie zu erreichen.

Hilfreiche Infokästen und Checklisten lenken auf Wesentliches, untermauern Umwelt- und Klimawissen und dienen der Bewusstmachung der Problem-Bereiche Plastik - Essen - Verkehr - Einkaufen - Strom – Pflanzen, ohne die Familienleben nicht auskommt.

Und wenn wir am Ende das Buch geschlossen haben, müssen wir feststellen: Maik, Nicole und ihre Kinder haben es wirklich „geschafft, als Familie klimafreundlicher zu leben“. Warum also soll uns Lesern dies nicht auch gelingen! Fangen wir klein an und probieren es aus; versuchen wir Größeres entstehen zu lassen. Im Kopf haben wir es doch schon längst, oder? Oder wir haben doch selbst schon längst begonnen auf derselben Schiene zu fahren und verantwortungsvoll zu leben. So wird das Buch zur Aufforderung, zur Motivation, zur Inspiration, aber auch zu Bestätigung.

Nehmen wir uns ein Beispiel!

>> Jochen Vatter

Mojib Latif: Heißzeit. Mit Vollgas in die Klimakatastrophe - und wie wir auf die Bremse treten

Verlag Herder
2020
224 Seiten
ISBN: 978-3-451-38684-8
20 €

Warum rasen wir mit Vollgas hinein in die Klimakatastrophe, obwohl die Menschheit doch so gescheit ist? Sind die intelligentesten Lebewesen auf dem Erdball zu doof unsere Lage zu begreifen?!

Mojib Latif, Deutschlands bekanntester Klima- und Meeresforscher, Professor am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, im Jahre 2000 mit dem »Max-Planck-Preis für öffentliche Wissenschaft« ausgezeichnet, ist ein Rufer, ein Mahner, ein Wissender, der mit seinem flammenden Appell überzeugen will, kann und hoffentlich möglichst viele Befürworter und Mitstreiter findet. Und man fragt sich, wieso er nicht schon längst eine riesige Fangemeinde in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gefunden hat, die seine Erkenntnisse und Forderungen in die Welt hinausschreit, um unsere Welt (=Erde) zu retten. In diesem Zusammenhang rechnet er auch schonungslos mit Klimaskeptikern und mit den „populistischen Dampfplauderern“ in Regierungsverantwortung ab, die keinen Plan zur vernunftgesteuerten Krisenbewältigung haben und nur den Profit sehen. Ihr Verhalten in der Corona-Pandemie beweist dies ebenso.

So liegt ein überaus lesenswertes Manifest vor, das die Umkehr und schnelles Handeln fordert, zur Umkehr auffordert und die Klimaskeptiker mit Erkenntnissen der Wissenschaft, also Fakten, ausbremst: „Die Physik lässt nicht mit sich verhandeln“. Seit Jahren liefert Mojib Latif Modellrechnungen, die aufrütteln sollten und müssen. Von diesem breiten und fundierten Wissen muss die Menschheit zum Handeln kommen. So müsste sein Zehn-Punkte-Plan eigentlich zu den Zehn Geboten der Erdenrettung werden, steht doch „die Welt am Rande des Abgrunds“. Das nicht als Angstmache, sondern als Warnung und Mahnung zu sehen. Die Einstellung von Wirtschaft, Industrie, Politik und Regierenden „The Show must go on“, ignoriert wider besseren Wissens alles, was der Wissenschaftler propagiert. Schade, schade und schändlich, wenn wir an unsere Nachkommen denken. Zukunftsdenken, nicht Wahrung des Status Quo ist angesagt!

Der Zehn-Punkte-Plan zum Nach- und Mitdenken:

  • Allianz der Willigen unter Führung Deutschlands
  • Fairer Ausgleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern
  • Abbau klimaschädlicher Subventionen und CO2-Bepreisung
  • Massiver Ausbau der erneuerbaren Energien
  • Geldströme in nachhaltige Investments lenken
  • Industrielle Nutzung von CO2 aus der Luft
  • Kreislaufwirtschaft anstatt Überfluss- und Wegwerfgesellschaft
  • Beteiligung der Bevölkerung am Strukturwandel
  • Zielführende Klimakommunikation
  • Druck aus der Zivilgesellschaft

Zustimmungswürdig? Dagegen kann wohl niemand etwas haben!

Und was bedeutet das für jeden Einzelnen von uns?

Wir müssen Klimaschutz offensiv einfordern. Die Aktivisten von Fridays for future, unsere Jungen machen es uns vor. Also können wir doch die Problematik auch in unseren Unterricht und in außerschulische Diskussionen einbringen. Latif fordert dazu auf, Vorteile und Erfolge zu kommunizieren und aufzuzeigen, dass „Klimaschutz cool sein und Spaß bringen kann“. Könnte uns das gelingen? Können wir unseren Nachkommen nicht vermitteln, dass weniger auch mehr sein kann, dass ideelle und kulturelle Werte in Zukunft und für die Zukunft wichtiger sind als Konsum, Konsumterror und eine Wegwerfgesellschaft? Wann sonst sollen wir versuchen das Wahnsinnsrad anzuhalten, wenn nicht jetzt! Ganz so hilflos wie sich die Politik oft zeigt, sollten wir uns als Lehrkräfte nicht geben. Mit unseren Schüler/innen über den uns innewohnenden Egoismus nachzudenken, davon hält uns niemand ab. Auch nicht davon, die Argumente der Rechtspopulisten zu entlarven, die die Klimakrise nicht wahrhaben oder schönreden zu wollen.

Weitere Folgerungen aus der lesenswerten Publikation ziehen zu können, wird der werten Leserschaft wohl gelingen.

Insgesamt ein aufrüttelndes Buch, eine Wissens- und Gewissensgrundlage, das auf jeden Schreibtisch gehört. Uneinsichtigen sollte der Verlag ein Exemplar schenken.

>> Jochen Vatter

Karin Wirnsberger: Prima Klima von Anfang an. Kitas for Future

Verlag Herder
2022
96 Seiten
ISBN: 978-3-451-39272-6
18 €

Kleine Klimahelden von morgen!

Kann man bereits „mit den Kleinsten aktiv etwas gegen den Klimawandel und damit für den Klimaschutz“ tun, wenn es die Großen schon nicht schaffen? Karin Wirnsberger versucht es in ihrem Buch, basierend auf viel Erfahrung und Engagement. Und man glaubt ihr, dass es gelingen kann. Mit viel Einsatz und Kreativität gelingt es. Mit Gelingens-Geschichten statt Katastrophenszenarien sind auch die Kleinsten schon zu motivieren. Und es ist nicht nur eine Beispielssammlung für Kindergartenkinder, sondern kann viel auch im Grundschulbereich bringen. Es wäre schade, wenn dieses Buch nicht in jeder Schul- und Kitabücherei stehen würde. Eine gute originelle Struktur und einfach zu verstehende Texte, originell layouted, mit einer Fülle von Fakten und Hintergründen, Ideen, Experimenten, Impulsen zu den Themen Wetter, Treibhauseffekt, Mobilität, Ernährung, Konsum, Abfall machen konkretes Erleben und Handeln möglich. So können unsere Kleinen auch zu Impulsgebern für die Großen werden.

Besonders erwähnenswert: weiterführende Hilfslinks, die Rubriken“ Lies dich klimaschlau! Surf dich klimaschlau!“, ein großzügiges einprägsames Schriftbild, die Farbnutzung, viele farbige Abbildungen und Fotos.

Insgesamt: etwas Besonderes!

>> Jochen Vatter

Olaf-Axel Burow: Future Fridays – Warum wir das Schulfach Zukunft brauchen

Beltz-Verlag
2020
112 Seiten
ISBN: 978-3-407-25842-7
16,95 €

Stimmt es, dass Schule zu stark in der Vergangenheit verhaftet ist und unsere Zukunft (besonders aber die unserer Kinder) vernachlässigt? Stimmt es wirklich, dass unsere Schüler/innen mit zukunftsbedrohenden Themen wie Klimawandel oder sozialer Ungleichheit alleingelassen werden? Aber wir glauben doch unsere Klientel genau darauf vorzubereiten. Sind denn nicht Bücher, Zeitschriften, Lehrpläne und Fernsehdokumentationen voll von Informationen und Forderungen – und das auch kindgerecht verpackt? Halten wir nicht schöne Unterrichtsstunden zu den zukunftsrelevanten Themen? Fragen über Fragen, die auf Antwort warten und unser schlechtes Gewissen nähren. Der Autor des Buches, Olaf-Axel Burow, trägt dazu sicher auch noch bei, weil er meint, es reiche „ nicht mehr aus, altes Wissen zur Lösung der Probleme von Morgen zu vermitteln“. Nun, wahrscheinlich tun wir nicht genug, manchmal auch das Falsche. Burow fordert nämlich neue Lehr- und Lernformate, die den Anforderungen, die Zukunft an uns stellt, gerecht werden. Ja, er fordert sogar ein „Schulfach Zukunft“, wobei Lehrkräfte und Schüler/innen zu Zukunftsgestaltern werden. Ausgehend von einer schonungslosen, gnadenlosen Beschreibung und Analyse unserer Gesellschaft sowie unseres Bildungssystem plädiert er für einen erweiterten Bildungsbegriff und völlig neue Bildungsformate, für ein totales Umdenken im Schulbereich und für zukunftsfähige Kompetenzen im Sinne unserer Nachkommen. Weg von der antiquierten, vergangenheitsorientierten Schule und hin zur Förderung „von kritischem Denken und Problemlösen, Kommunikation und Kollaboration sowie Kreativität und Innovation“, hin zu einem Schulfach Zukunft, das für Werte und Haltungen steht.

Eigentlich kann man ja alles unterstreichen und die ambitionierten Ziele in den Mittelpunkt der Diskussion stellen. Ob die Schule aber noch ein neues Schulfach braucht und dieses in den bestehenden Kanon der Fächer passt – auch von der Gesamtstundenzahl – muss die Bürokratie klären. Und die wird sich wahrscheinlich querstellen. Wie soll man dann umgehen mit Forderungen nach anderen neuen Schulfächern wie „Glück, Gesundheit, Digitales, Radikalismus u.a.“? Der verstärkte Einbezug zukunftsrelevanter Themen in alle Schulfächer ist aber sicher zu begrüßen. Und wenn sich Schülerinnen und Schüler auf der Straße engagieren, dann muss das selbstbestimmt, verantwortungsvoll und kreativ in der Schule erst recht möglich sein.

Geben wir den Forderungen Raum. Lernen für die Zukunft bedarf viel mehr als wir es bisher zulassen. Und alle, die Schule schon in diese Richtung denken und gestalten, müssen nur noch ein weniger schlechtes Gewissen haben. Danke für die Denkanstöße.

>> Jochen Vatter

Akshat Rathi: Klima ist für alle da. Wie 60 junge Menschen uns dazu inspirieren, die Welt zu retten

blanvalet-Verlag
2021
320 Seiten
ISBN: 978-3-7645-0778-7
18 €

Der menschengemachte Klimawandel ist für alle sichtbar und spürbar und es ist klar, dass wir so wie bisher nicht weitermachen können. Die Jugend hat längst begriffen, früher schon als manche Erwachsenen, dass wir auf Ihre Kosten leben und sie später einmal ausbaden müssen, was die Vätergenerationen anrichten und angerichtet haben. Und so ist es selbstverständlich, dass unsere Kinder und Enkel uns vorhalten, was wir tun und was wir tun müssen, um unseren Lebensraum zu erhalten. Mit der Aktion „Fridays for future“ gehen sie auf die Straße und fordern ein, was ihnen zusteht: eine lebenswerte Zukunft. Und mit dem vorliegenden Buch möchte uns der Journalist Akshat Rathi vor Augen führen, was Jugendliche rund um den Globus bewegt. Ein löbliches, engagiertes Unternehmen und Unterfangen: 60 junge Menschen hat er motiviert über ihre persönliche Befindlichkeit und Betroffenheit durch die Klimakrise zu schreiben. Kurze beeindruckende, bewegende Statements, Geschichten, Berichte zeigen, dass die Anliegen auf dem gesamten Erdball die gleichen sind. Alle sind wir betroffen von weltumspannenden Problemen, die einer Lösung bedürfen. Viele Lösungsvorschläge der Jugendlichen sind es, die beeindrucken und vorbildlich sind. Und jedes Beispiel, jeder Vorschlag, jede Aktion zählt. Beispielgebend wolle die jungen Autoren uns alle aufrütteln Richtiges und wichtiges zu tun. Denken wir nach, ob und wie wir ihnen folgen können. Die 16-jährige Aditya Mukarji aus Indien berichtet z.B. über ihre Erfolge bei der Vermeidung von Plastikstrohhalmen, Hiet Myet Min Tun (18) aus Myanmar fordert Sachkenntnis, Klugheit, Beharrlichkeit und Entschlossenheit von ihren Mitstreiter/innen. Die Schottin Holly Gillibrand (15) ruft uns zu: „Gratuliert den jungen Aktivisten nicht – hört euch lieber an, was wir sagen.“ Und mit dem, was in dem Buch erzählt und gesagt wird, können die Autor/innen uns sehr wohl wachrütteln, bestürzt machen und motivieren.

Für uns Lehrkräfte bedeutet das Buch viele Denkanstöße sowie einen willkommenen sinnvollen Sprech- und Schreibanlass mit intrinsischer Motivation im fächerübergreifenden Unterricht: Motivation zur Diskussion, Eigengestaltung, zum Schreiben, Illustrieren und Präsentieren. Machen Sie ein Projekt für Ihre Schule daraus! Auch unsere Schüler/innen jeden Alters haben ihre Anliegen und Vorschläge. Pack ma`s!

>> Jochen Vatter

Doppelrezension: Auf der Suche nach Wegen aus der globalen Krise Renommierte Ökonomin und gefragte Nachhaltigkeitsforscherin stellen ähnliche Forderungen

Wer seinen Schülerinnen und Schülern angesichts komplexer sozialer und ökologischer Probleme Orientierung in der Fülle tendenziöser Darstellungen und falscher Behauptungen anbieten und Perspektiven aufzeigen möchte, braucht selbst ausgewogene, fundierte Informationen. Da liegt es nahe, zwei aktuelle Bücher von Autorinnen unterschiedlicher Herkunft, Biographie und politischer Couleur zu Rate zu ziehen.

Uneingelöste Versprechen der Bildungs- und Familienpolitik, rasante Veränderungen in der Arbeitswelt durch Globalisierung und Digitalisierung, enorme Herausforderungen durch Migration und demographischen Wandel, der absehbare Kollaps des Rentensystems, weithin unwürdige Verhältnisse in der Pflege, horrende Staatsverschuldung und Klimakrise, tiefe Risse in der Gesellschaft und zwischen den Generationen – es gibt wahrlich viele Gründe dafür, dass sich immer mehr Menschen ernsthaft Sorgen um ihre Zukunft und die ihrer Kinder machen, bei Weitem nicht nur hierzulande.

„Die Menschen hatten es in der Tat noch nie so gut wie heute; dennoch sind sie in weiten Teilen der Welt enttäuscht, was in der Politik, in den Medien und im öffentlichen Diskurs zum Ausdruck kommt. Die Zunahme von Wut und Angst hat damit zu tun, dass die Menschen mehr Unsicherheit und Machtlosigkeit in Bezug auf ihre eigene Zukunft verspüren.“ (Shafik, S. 12)

„Untersuchungen belegen, dass vier von fünf Personen in den USA, in Europa, China, Indien und verschiedenen Entwicklungsländern glauben, das ‚System‘ funktioniere nicht für sie.“ (Shafik, S. 23) Während das oberste Prozent der Weltbevölkerung von der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte enorm profitiert hat, sehen sich breite Schichten demgegenüber benachteiligt oder gar abgekoppelt. (Shafik, S. 48f)

Zudem geraten weltweit traditionelle Familien- und Gesellschaftsmodelle nicht zuletzt durch die enormen Erfolge in der Mädchenbildung ins Wanken. Die Bevölkerung altert inzwischen auch in zahlreichen Schwellen- und Entwicklungsländern rapide.

Es gehört schon einiges an persönlichem Format dazu, wenn sich jemand dieser komplexen und explosiven Problemlage nähert, um Wege aus der Krise zu identifizieren. Dieses Format hat die 1962 in Ägypten geborene Nemat („Minouche“) Shafik, die mit 36 Jahren Vizepräsidentin der Weltbank wurde und derzeit Direktorin der London School of Economics and Political Science ist.

Mit ihrem kürzlich in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Was wir einander schulden. Ein Gesellschaftsvertrag für das 21. Jahrhundert“ erschienenen Buch legt Shafik keine philosophische Abhandlung vor. Sie trägt vielmehr auf der Basis ihrer ökonomischen Expertise, umfangreicher Forschungsergebnisse und langjähriger Erfahrungen in der internationalen Politik konkrete Perspektiven für die vielfältigen Herausforderungen unserer Zeit zusammen.

Neoliberalen Ansichten erteilt Shafik eine klare Absage, indem sie beunruhigenden Tendenzen der Vereinzelung, Entsolidarisierung und politischem Populismus ein überzeugtes Statement entgegensetzt: „Gesellschaft ist alles.“ (Shafik, S. 21) Angesichts der Verwerfungen, die das Leben jedes Einzelnen massiv betreffen, seien mutige politische Schritte nötig, um die Gesellschaft auf einer erneuerten Grundlage des Vertrauens wieder zusammenzufügen.

Daran führe auch kein Weg vorbei. Shafik erinnert hier u. a. an Adam Smith, der gemeinhin als Begründer des modernen Kapitalismus gilt. Auch Smith habe bereits Ende des 18. Jahrhunderts die „durch Empathie ausgelöste gesellschaftliche Solidarität“ neben ethischen Gründen auch deshalb besonders geschätzt, weil „die Verteilung von Risiken wie Krankheit, Arbeitslosigkeit und Altersvorsorge auf eine große Anzahl von Staatsbürgern effizienter ist, als wenn Einzelne versuchen, sich selber abzusichern“ – und das gelte bis heute. (Shafik, S. 29f)

Eine Chance zur Lösung des gordischen Knotens unserer Zeit

Der ausführliche Überblick über alle zentralen gesellschaftlichen Probleme und interessante Lösungsansätze in unterschiedlichen Industrie- und Schwellenländern zeichnet Shafiks Buch besonders aus. Sie sieht gerade in dieser Zusammenschau eine interessante Chance: „Können Gesellschaften und Regierungen auf so viele große Herausforderungen gleichzeitig reagieren? Nach Jahrzehnten der Verhandlungsführung habe ich eines gelernt: dass es manchmal einfacher ist, ein Problem zu lösen, wenn man es größer macht. Wenn man mehr Themen in die Diskussion einbezieht, kann man Kosten und Nutzen abwägen und Koalitionen für Veränderungen bilden.“ (Shafik, S. 281)

Die Politökonomin Maja Göpel betont ebenfalls: „Das Soziale und das Ökologische miteinander zu versöhnen würde uns nicht nur beim Klima helfen. Es ist die Grundlage dafür, dass die Menschheit überhaupt weiter in Frieden auf dem Planeten leben kann.“ Göpel konzentriert sich in ihrem hervorragend geschriebenen und ebenfalls sehr lesenswerten Buch „Unsere Welt neu denken. Eine Einladung“ (2020) angesichts der ökologischen Krise jedoch hauptsächlich auf die Kritik des herrschenden globalen Wirtschaftssystems.

Shafik hat in erster Linie die Politik auf Ebene der Nationalstaaten im Blick, wenn es um eine Neujustierung der Gesellschaftsverträge geht. Das erleichtert den Einstieg in die anstehenden Transformationsprozesse erheblich. Allerdings sieht auch Shafik eine globale Abstimmung etwa im Hinblick auf die notwendige Abmilderung des Klimawandels als dringend erforderlich an. Soll diese erfolgreich sein, werden voraussichtlich auch erhebliche Veränderungen im globalen Wirtschafts- und Handelssystem nötig.

Ökologische Nachhaltigkeit als Schlüssel zu künftigem Wachstum?

Vordergründig mag es so wirken, dass Shafik nicht „an der dominierenden ökonomischen Logik rüttelt“ (https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2021/11/29/minouche_shafik_was_wir_einander_schulden_dlf_20211129_1925_fd06c8bf.mp3 (zuletzt aufgerufen am 22.12.2021)), insbesondere weil sie weiterhin stark auf Wachstum setzt: Gerade angesichts der weltweit begrenzten Ressourcen plädiert sie ausführlich dafür, alle Potenziale von Menschen und Natur nachhaltig zu mobilisieren, um ein Maximum an Produktivität und Wohlstand zu erreichen. Es gebe noch immer „ein enormes Maß an ungenutztem Talent im wachsenden Pool von ausgebildeten Frauen, Minderheiten und Kindern, die in arme Familien hineingeboren werden und ihr Potenzial nicht ausschöpfen können.“ (Shafik, S. 250)

Dabei sind Shafik wie Göpel die Schattenseiten des bisherigen Wachstums durchaus bewusst. Zwar habe Wachstum bis heute zweifellos dafür gesorgt, „dass wir den künftigen Generationen enormen menschlichen und materiellen Wohlstand in Form von Wissen, Technologie, Infrastruktur und Institutionen hinterlassen haben. Aber wir haben ihnen auch eine erschöpfte natürliche Umwelt mit schwerwiegenden Folgen für das Klima und die Artenvielfalt hinterlassen.“ (Shafik, S. 230f)

Shafik bringt ähnlich wie Göpel ein zentrales Merkmal der bisherigen Misswirtschaft auf den Punkt: „Das Problem für den Ökonomen ist, dass sich ein Großteil des Wertes der Umwelt nicht in Marktpreisen widerspiegelt. Vielerorts können die Menschen Flüsse verschmutzen, Wälder abholzen oder CO2 fast zum Nulltarif ausstoßen, sodass die Tendenz besteht, zu wenig in die Natur zu investieren“. Deren Rendite liege nach Schätzung eines indischen Ökonomen eigentlich bei etwa 19% pro Jahr und damit weit über der menschlichen von etwa 5%. (Shafik, S. 230) So sei die Natur etwa „die beste Technologie zur Speicherung von CO2, und wenn wir ihre Leistungen in unsere Berechnungen einbeziehen, werden wir bessere Investitionen tätigen.“ (Shafik, S. 240)

Damit nicht genug: „Gegenwärtig stellen Regierungen auf der ganzen Welt Subventionen bereit, die die Ausbeutung der Umwelt für Landwirtschaft, Wassernutzung, Fischerei und fossile Brennstoffe in einer Größenordnung von 4 bis 6 Billionen Dollar aktiv fördern. Diese Subventionen bedeuten, dass es nicht nur kostenlos ist, die Natur auszubeuten, sondern dass der Steuerzahler sogar dafür bezahlt!“ Für Naturschutz hingegen werde weltweit weniger als 0,02% dieser Summe ausgegeben. (Shafik, S. 238) Beide Autorinnen stellen heraus, dass sich die Verfechter des bisherigen ökonomischen Systems mit diesen „buchhalterischen Vergehen“ (Göpel, S. 121) fatal verrechnen.

Kein Markt ohne staatliche Regeln

Shafik plädiert eindringlich für die lenkenden Potenziale einer konsequenten Marktwirtschaft, die den wahren Wert aller Güter und Leistungen einbezieht – neben denen der Natur beispielsweise auch den weltweit immensen Beitrag von Frauen durch bislang unbezahlte Care-Arbeit.

Dies setze grundlegende staatliche Regelungen des Marktes ausdrücklich voraus, was bereits für Adam Smith selbstverständlich gewesen und immer wieder in der Geschichte auch erfolgt sei. So weist Göpel – deutlicher als Shafik – darauf hin, dass die internationale Wirtschaftspolitik nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gezielt wesentliche Voraussetzungen für den starken Globalisierungsschub geschaffen habe. (Göpel, S. 140)

Große Effekte in Richtung nachhaltigen Wirtschaftens erwarten beide Autorinnen etwa durch eine rasche Abschaffung schädlicher Subventionen und von der Einführung einer sozial ausgewogenen CO2-Steuer. Dabei hält Shafik es für „unvermeidlich, dass einige Länder die Führung übernehmen“. (Shafik, S. 266f)

Bei all diesen Gemeinsamkeiten in den Analysen beider Autorinnen fällt als größter Unterschied Göpels grundlegende Skepsis gegenüber dem Wachstumsparadigma auf: „Eine überzeugende absolute Entkopplung des ökonomischen Wachstums einer Volkswirtschaft von ihrem Umweltverbrauch steht weiterhin aus.“ (Göpel, S. 34) Oder, noch pointierter: „Eine Wirtschaftsweise, die in einer begrenzten Welt mit endlichen Ressourcen auf stetes Wachstum setzt, ist nicht nachhaltig.“ (Göpel, S. 96) Hat Shafik dafür nun doch eine Lösung parat? Immerhin versichert sie, dass die von ihr aufgezeigte pragmatische Richtung „wirtschaftlich machbar ist.“ (Shafik, S. 283)

Scheiden sich nun am Wachstum die Geister oder nicht?

Die bekannte Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann ist überzeugt: „‚Grünes Wachstum‘ ist eine Fiktion, stattdessen würde der Ausstoß an Waren und Dienstleistungen sinken. Wir würden nicht hungern und nicht frieren. Wir könnten gut leben. Aber ein gewisser Verzicht wäre nötig, um das Klima zu retten. Dieser Verzicht wird allerdings in keiner Studie konkret ausbuchstabiert. [...] Für ‚Grünes Wachstum‘ reicht die Ökoenergie nicht. Punkt. In Wahrheit benötigen wir sogar ein ‚grünes Schrumpfen‘ [...]. Einen stagnierenden oder gar schrumpfenden Kapitalismus gab es noch nie. Es kam immer wieder zu Krisen, das ja. Aber jede noch so schwere Rezession wurde überwunden, indem man auf Wachstum setzte. Wie der Kapitalismus stabil bleiben soll, wenn Wachstum ausgeschlossen ist – das weiß keiner und hat auch noch niemand genau berechnet.“ (Herrmann, Ulrike: Klimaziele und Wirtschaftswachstum: Und das Wachstum? https://taz.de/Klimaziele-und-Wirtschaftswachstum/!5718595/ (zuletzt aufgerufen am 18.12.2021))

Setzt Shafik genau deshalb weiterhin auf Wachstum, auch wenn dieses einen grundlegend anderen Charakter hätte als das bisher übliche?

Shafik formuliert meist moderater als Göpel, sagt aber ebenso deutlich voraus: „Der Wandel wird unweigerlich kommen, weil die Kräfte der Technologie, der Demografie und des Umweltdrucks ihn antreiben werden. Die Frage ist, ob wir uns auf diesen Wandel vorbereiten oder weiterhin zulassen, dass unsere Gesellschaften von diesen mächtigen Kräften überrollt werden, wie wir es in den letzten Jahrzehnten getan haben.“ (Shafik, S. 283)

>> Martin Göb-Fuchsberger

Bildungspolitische Perspektiven

Beide Autorinnen sind keine Pädagoginnen. Dennoch ist aus beiden Büchern deutlich herauszulesen, dass Bildung im anstehenden Transformationsprozess dauerhaft eine große Rolle spielt, auch wenn dieser bereits kurzfristig entschieden vorangebracht werden müsse.

Enormer Stellenwert von politischer Bildung

Shafik erkennt insbesondere bei der ökologischen Nachhaltigkeit, aber auch in der Rentenfrage einen massiven Generationenkonflikt: „Die Menschen geben im Allgemeinen nur sehr ungern etwas auf, von dem sie glauben, dass sie es verdient haben und dass es ihnen zusteht.“ Zudem wählen „die Alten“ häufiger und „sind in der Regel auch bei der politischen Lobbyarbeit sehr effektiv.“ (Shafik, S. 193)

Auch in Bezug auf das Wirtschaftssystem „braucht es mehr als nur Rhetorik und ein paar engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer. Vielmehr gilt es, konkrete Veränderungen bei der Besteuerung, Regulierung und Unternehmensführung vorzunehmen.“ (Shafik, S. 275f)

Beide Autorinnen stellen eine „politische Blockade“ der gegenwärtigen Profiteure zu Lasten Benachteiligter sowie kommender Generationen fest. (Shafik, S. 279)

Göpel verweist dabei auch auf John Rawls: „Er war der Meinung, das grundlegende Problem der Welt sei, dass die Entscheider, die Reichen und Mächtigen, keinen Vorteil in einer Verteilung von Macht und Ressourcen sähen, die von der gerade bestehenden abweicht.“ (Göpel, S. 164)

Shafik fasst zusammen: „In der Praxis wurden die meisten Gesellschaftsverträge in Etappen und über Jahrzehnte hinweg reformiert, als Ergebnis kontinuierlichen Drucks der Gesellschaft.“ (Shafik, S. 284) Somit komme der politischen Bildung und Aktivierung der Jugend eine besondere Bedeutung zu. „Während Schulboykotte und Demonstrationen für Schlagzeilen sorgen, ist das Wählen immer noch der mächtigste Mechanismus, um in Demokratien Veränderungen zu erreichen.“ (Shafik, S. 244)

Auch Göpel sieht die Gesellschaft am Zuge, wenn es darum geht die Politik zu tiefgreifenden Entscheidungen zu bewegen. Bisher sei diese um die unangenehme Aufgabe herumgekommen „etwas gegen Widerstände politisch zu regeln, am Ende gar etwas zu verbieten“, indem sie die Verantwortung weitestgehend auf den Einzelnen und seine Kaufentscheidungen abgeschoben habe. (Göpel, S. 149)

Dies wird aber erst dann möglich, wenn auch der Einzelne darauf vorbereitet ist anzuerkennen: „Der Wohlstand, in dem die alte westliche Welt lebt und an dem sich viele Entwicklungsländer orientieren, hätte nach den Regeln der Nachhaltigkeit gar nicht erst entstehen dürfen. So gesehen heißt Verzichten in reichen Ländern [...] eigentlich nicht mehr und nicht weniger, als darauf zu verzichten, den Planeten zu ruinieren, und dafür die Lebensgrundlagen der Zukunft zu erhalten.“ (Göpel, S. 127) Ähnliche Einschätzungen sind auch in Shafiks Buch zu finden.

Starkes Plädoyer für exzellente frühkindliche Bildung

Shafik betont mehrfach: „Wir müssen auch in die nächste Generation investieren, um sie in die Lage zu versetzen, während eines sehr langen Arbeitslebens produktiv zu sein.“ (Shafik, S. 243) Sie legt auf Grundlage zahlreicher Studien ausführlich dar, welche enorme Bedeutung insbesondere eine gute frühkindliche Bildung hat.

„Die Struktur unseres Gehirns bildet sich vor dem Erreichen des fünften Lebensjahrs, das wichtigste Stadium für die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und sozialen Verhaltens, die immer wichtiger werden.“ (Shafik, S. 95) Dennoch: „Fast alle Gesellschaften konzentrieren ihre Bildungsinvestitionen auf junge Menschen von etwa sechs Jahren bis in die frühen Zwanziger“. (Shafik, S. 87)

Kinder aus benachteiligten Familien profitierten unstrittig am meisten von der Förderung in Betreuungseinrichtungen, sofern die Mütter nicht zu früh an ihren Arbeitsplatz zurückkehrten, sondern erst „sobald ihre Kinder zwei bis drei Jahre alt sind“. „Diese Verbesserung ist umso größer, je höher die Qualität der verfügbaren Kinderbetreuung ist.“ (Shafik, S. 70ff)

„Die Renditen sowohl für die Individuen als auch für die Gesellschaft [... sind] in den primären Bildungsstufen am höchsten“ (Shafik, S. 89), würden aber erst dann ausgeschöpft, wenn entsprechend in Qualität investiert wird. Anderenfalls sei es „wichtig zu erkennen, dass eine qualitativ schlechte frühkindliche Bildung schlimmer sein kann als gar keine.“ (Shafik, S. 101)

Nebenbei kritisiert Shafik „die zahlreichen Flaschenhälse und Hürden traditioneller Bildung – wie Examen und das Einsortieren von Kindern in verschiedene Schulstränge in sehr frühem Alter“ (Shafik, S. 103) und fordert nicht zuletzt deshalb eine zweite Chance für viele durch massive Investitionen in die Erwachsenenbildung.

Fazit

Beide Handlungsfelder werden von der staatlichen Bildungspolitik chronisch vernachlässigt, auch bei uns in Bayern und gerade in dieser Zeit. Wir können nicht warten, bis sich der Mangel an pädagogischem Fachpersonal aufgelöst und das Kultusministerium den Stellenwert von BNE erkannt hat. „Die Zeit zu lernen und für unseren Planeten zu handeln ist jetzt.“ (Berliner Erklärung der UNESCO-Weltkonferenz 2021)

>> Martin Göb-Fuchsberger