OFFENER BRIEF AN MINISTERPRÄSIDENTEN SÖDER +++ Sofortprogramm für die Schulen: Handeln Sie jetzt!+++

Lehrerinnen und Lehrer nehmen ihre zentrale gesellschaftliche Aufgabe und Verantwortung in jeder Form wahr - besonders auch seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Wir als BLLV haben eine klare Vorstellung, was es jetzt braucht, um Bildung und Erziehung in der Schule so aufzustellen, dass wir den Kindern und Jugendlichen gerecht werden.

Die seit langem bekannten Forderungen des BLLV müssen jetzt in einem Sofortprogramm umgesetzt werden. Deshalb wendet sich der BLLV in einem Offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU).



Herrn Ministerpräsidenten
Dr. Markus Söder, MdL
Bayerische Staatskanzlei
Franz-Josef-Strauß-Ring 1
80539 München

Offener Brief

Sofortprogramm für die Schulen: Handeln Sie jetzt!

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

wir alle in der Gesellschaft haben durch die Corona-Pandemie nochmal mehr erlebt, wie wichtig Bildung und Erziehung für die Schülerinnen und Schüler ist. Auch in der Politik leugnet niemand mehr, welche Bedeutung die Schule für Kinder und Jugendliche einnimmt.

Wir Lehrinnen und Lehrer nehmen unsere zentrale, gesellschaftliche Aufgabe und Verantwortung in jeder Form wahr – wir tun alles in unserer Macht stehende, um den Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden. Jeden einzelnen Tag und nicht erst seit Beginn der Pandemie. Selbstverständlich gehen wir unserer Berufung am liebsten und am besten im Präsenzunterricht nach – aber die Bedingungen hierfür müssen ebenso praktikabel wie sicher sein.

Auch wenn derzeit überall Unsicherheit darüber herrscht, wie die nächsten Wochen und Monate sich pandemisch entwickeln:

Wir als BLLV haben eine klare Vorstellung, was es jetzt braucht, um Bildung und Erziehung in der Schule so aufzustellen dass wir den Kindern und Jugendlichen gerecht werden. Das kommt der ganzen Gesellschaft zugute!

Diese seit langem bekannten Forderungen des BLLV müssen jetzt in folgendem Sofortprogramm umgesetzt werden.

Die sieben Bausteine des BLLV-Sofortprogrammes:

Eindeutige und regionale Parameter setzen:

Schulen brauchen klare Vorgaben für Entscheidungen über den Unterrichtsbetrieb vor Ort. Es müssen Richtwerte gelten für die Höhe der Inzidenz, die Luftqualität (Lüftungsanlagen, CO2-Ampeln), Impfquote, Anzahl der Quarantänefälle in der einzelnen Klasse/an der Schule, Raumsituation an der Schule und aktuelle Lehrerversorgung im Kollegium;  

Alle zur Verfügung stehenden Gesundheitsmaßnahmen an den Schulen vor Ort konsequent umsetzen:

Dies umfasst Impfungen, Lüftungsanlagen, Masken, Tests, Abstand.

Auf den Lehrermangel reagieren:

Unsere Kolleginnen und Kollegen, die täglich den Personalmangel ausgleichen, haben das Recht auf Wertschätzung, Anerkennung und konkrete Entlastung.

Dies erfordert die Akzeptanz von durch Corona nochmals erhöhtem Unterrichtsausfall. Ebenso müssen die Entscheidungskompetenzen der Schulleitungen noch einmal deutlich ausgeweitet werden. Sie benötigen das Vertrauen sowie die Rückendeckung der übergeordneten Behörden für die unvermeidlichen passgenauen Notlösungen vor Ort.

Faire Prüfungsbedingungen für alle Prüflinge (Studierende und Referendare) schaffen. Schulleitungen von ihrer Unterrichtsverpflichtung entbinden:

Dies muss umgehend erfolgen, um die aktuelle Situation bewältigen zu können. Dauerhaft - auch nach Corona – ist eine Erhöhung der Leitungszeit zwingend notwendig, um die Schulen pädagogisch und organisatorisch professionell gestalten zu können.

Herunterschrauben der Erwartungen an das Schuljahr und die Leistung der Schülerinnen und Schüler:

Dies erfordert veränderte, regional angepasste und flexible Leistungserhebungen sowie endlich die Umsetzung des BLLV-Konzepts eines freiwilligen, individuellen Förderjahres.

Voraussetzungen für ein flächendeckendes, digitales Lernen an den Schulen schaffen:

Wir brauchen dringend eine professionelle, digitale Ausstattung der Schulen. Dies umfasst stabiles W-LAN, passgenaue Tools und Plattformen, Endgeräte für Schülerinnen und Schüler sowie Dienstgeräte und Fortbildungen für Lehrkräfte.

Die Situation an den Schulen darf sich nicht noch weiter verschärfen!

Wir Lehrerinnen und Lehrer packen an. Wir alle in der Gesellschaft müssen zusammen stehen. Sie, Herr Ministerpräsident, müssen und können jetzt handeln! Sie haben die Umsetzung des Sofortprogrammes in der Hand!

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, bitte handeln Sie jetzt!

Herzlichen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Simone Fleischmann

PS: Wir erlauben uns, dieses Schreiben in Kopie auch an die Herren Staatsminister für Bildung und Kultus sowie Gesundheit und Pflege zu geben. Außerdem werden wir es auf unseren Kanälen veröffentlichen.



Medienberichte zum Offenen Brief des BLLV