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Mit der Hand schreiben macht schlau

Zum Tag der Handschrift am 23. Januar: BLLV-Präsidentin Fleischmann fordert den Erhalt des zentralen Kulturguts / „Kein Tablet der Welt kann die Handschrift ersetzen“

München - Ob breit oder schmal, ob groß oder klein, schief oder gerade, klar oder verschnörkelt - jede Handschrift ist einzigartig. "So einzigartig wie wir selbst", findet die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, anlässlich des Tags der Handschrift, der am 23. Januar begangen wird. "Der Computer schreibt immer gleich, ordentlich und gut lesbar. Handschriften unterscheiden sich alle voneinander und manchmal sind sie kaum zu entziffern. Mit der Handschrift drücken wir uns aus. Sie ist ein einzigartiges Kulturgut. Sie darf nicht verlorengehen - auch und gerade nicht in der digitalen Welt." Kein Tablet der Welt könne eine Handschrift ersetzen.

Leider gehe es mit der Handschrift bergab. "Schreiben funktioniert mit dem Computer, Tablet oder Smartphone schneller und unkomplizierter, also wird nur noch getippt" so die BLLV-Präsidentin. So werde die Handschrift verlernt, sie roste lediglich ein. "Wer länger nicht mehr mit der Hand geschrieben hat, merkt schnell, wie schwierig es plötzlich wird, flüssig zu schreiben."

Viele Schülerinnen und Schüler lernten nur noch die Druckschrift und keine Schreibschrift mehr, außerdem würden immer mehr Tablets im Unterricht eingesetzt. "In Bayern steuern wir dem entgegen, indem im Grundschullehrplan der Prozess zum Erwerb der Handschrift fest implementiert ist - dafür hat sich der BLLV bei der Einführung des neuen Lehrplans stark gemacht und sich auch durchgesetzt", betonte Fleischmann.

Aus ihrer Sicht muss alles dafür getan werden, dass die Handschrift nicht irgendwann ganz verschwindet. Denn: Schreiben mache schlau. "Wer im Unterricht kritzelt, kann sich besser konzentrieren. Handgeschriebenes lasse sich zudem besser merken und das Gelernte bleibe auch länger im Gedächtnis. Beim Schreiben seien zudem Hirnareale aktiv, die wiederum mit Muskeln und Gelenken zusammenarbeiteten. Handschreiben umfasse viel mehr als die Schrift. Entscheidend seien auch die Bewegungen, die zur Schrift führten, die sog. Schreibmotorik.