Corona in Peru: Wie die BLLV-Kinderhilfe unterstützt

Lateinamerika hat sich weltweit zu einem Hotspot der Coronainfektionen entwickelt. In Peru ist die Situation dramatisch. Peru mit 32,5 Millionen Einwohnern wird mit einer der weltweit höchsten Sterberaten geführt.

Das Kinderhaus ist zu einem Zentrum der humanitären Hilfe in Ayacucho geworden. Die Mitarbeiterinnen des Kinderhauses kämpfen gegen Hunger und Verzweiflung.

Bericht aus dem Kinderhaus im Februar 2021

Die Freude und Ausgelassenheit von Kindern hat das Kinderhaus seit langem nicht mehr erlebt. Nichts sehnen sich alle mehr herbei, als dass die Kinder endlich wieder kommen dürfen. Aber das ist noch lange nicht Sicht. Jetzt gilt es, die Not draußen in den Hütten und Häusern Ayacuchos zu lindern.

Die ärztliche Versorgung in Peru ist schon lange zusammengebrochen. Es gibt praktisch keine Ärzte mehr, an die sich Menschen ohne Geld wenden können. In den Krankenhäusern herrscht Chaos. Die Menschen sterben ohne ärztliche Hilfe in ihren Hütten und werden notdürftig begraben. Kaum eine Familie, die nicht mehrere Covid-19-Tote zu beklagen hat. Große Teile der Wirtschaft sind lahmgelegt. Hinzu kommt eine Staatskrise: Im November musste Präsident Martin Vizcarra zurücktreten, sein Nachfolger war gerade mal fünf Tage im Amt. Jetzt regiert ein Übergangspräsident mit einer Art Notkabinett.

 

Eine Mischung aus Verzweiflung und Resignation hat sich unter den Menschen breit gemacht. Die Schulen sind nun ein komplettes Jahr geschlossen, Ersatzunterricht gibt es kaum. Wie soll das auch gehen, wenn das erste Problem der Hunger ist? Die Gewalt in den Familien nimmt zu, vor allem in den Zeiten der Quarantäne. Immer wieder wird regional Quarantäne angeordnet, wenn die Inzidenzzahlen zu hoch sind. Im Januar und Februar standen in Ayacucho wieder einmal fast alle Räder still. In dieser nun schon über einem Jahr andauernden Notsituation verwahrlosen immer mehr Kinder und Jugendliche.

„Die Situation in Peru ist eine große Katastrophe“, schreibt uns Mariela Molinari, die Direktorin des Kinderhauses. „In vielen Familien herrscht Hunger. Die Menschen sind auch mental mit der Bedrohung durch Covid-19 überfordert. Sie wissen nicht damit umzugehen. Ohnmacht, Verzweiflung, Resignation haben sich breit gemacht.“ 

BLLV-Kinderhaus: Hort der Hoffnung

In dieser verheerenden Situation ist das BLLV-Kinderhaus für viele buchstäblich ein letzter Rettungsanker geworden und ein Hort der Hoffnung. Unermüdlich arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mehrmals in der Woche treffen sie sich im Kinderhaus und besprechen die Einsatzpläne. Einige von ihnen sind für die Verteilung der Lebensmittelpakete für die Familien eingeteilt. Sie stellen die Taschen zusammen, die unter Bewachung von Sicherheitskräften in die Armenviertel gebracht werden. Andere gehen in die Viertel und nehmen Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen auf. Sie treffen sich mit ihnen in kleinen Gruppen im Freien, lernen, musizieren, basteln. Vor allem aber sind sie Ansprechpartner der Kinder, mit denen sie über ihre Erlebnisse, ihre Nöte, Probleme und oft auch ihre Traumata sprechen können. Bei ihnen finden sie Gehör und Zuspruch.

Die Suppenküchen bewahren vor dem Schlimmsten

Wieder andere Mitarbeiterinnen gehen in die Suppenküchen und helfen bei der Verteilung des Essens mit. Die mit den Spenden aus Bayern eingerichteten fünf Suppenküchen sind Überlebensgarant und Hoffnung für die Menschen in den Armenvierteln. Bis zu zehn Frauen kochen hier. Ein genauer Wochenplan ist ausgearbeitet, die Lebensmittel werden mit den Spenden aus Bayern bezahlt. Inzwischen beteiligt sich auch die Stadtverwaltung. Für 200 und mehr Menschen zu kochen, will geübt sein. Aber die Frauen sind geschickt und wissen, dass sie eine große Verantwortung tragen.

Viele Hände helfen zusammen beim Gemüseschneiden und zubereiten. Auch wenn die Sorgen aller groß sind, so sind auch Stolz und Glück zu sehen, wenn die Frauen in den großen Töpfen das Mittagessen zubereiten. Das alles macht die BLLV-Kinderhilfe möglich.

Die Suppenküchen auszustatten ist eine besondere Herausforderung: Es bedarf eines überdachten Raumes, fließend Wasser, Elektrizität, eines Herdes, einer Spüle mit Anschluss an die Kanalisation und auch eines Raumes zur Essensausgabe. Und das ist in den Armenvierteln Ayacuchos keineswegs so einfach. So war es die schwierigste Aufgabe in den ersten Monaten der Pandemie, geeignete Räumlichkeiten für die Gemeinschaftsküchen zu finden und sie so auszubauen und zu renovieren, dass sie funktionstüchtig sind und auch den Hygieneerfordernissen entsprechen.

 

Ab 12 Uhr kommen Frauen und Kinder mit ihren Masken und ihren Plastikbehältnissen und Töpfen. Geduldig stellen sie sich hintereinander in gebührlichem Abstand auf und warten, bis sie an der Reihe sind und ihre Essensration erhalten. Nachdem sie ihr Essen erhalten haben, trotten sie still zurück in ihre Hütten, wo schon viele hungrige Mäuler auf sie warten.

Die Dankbarkeit und Anerkennung der Menschen für diese humanitäre Hilfe ist riesig. Auch die Stadtverwaltung hat erkannt, dass die zupackenden, unbürokratischen Initiativen des BLLV-Kinderhauses in der Pandemie ein großer unverzichtbarer Beitrag der Zivilgesellschaft in der Pandemie sind. Es sind weitere Suppenküchen in Planung. Aber nicht nur in Ayacucho, sondern auch in Lima konnten in verschiedenen Armenvierteln mit den Spenden aus Bayern Suppenküchen eingerichtet werden, elf an der Zahl.
 

Berufsbildungskurse digital

Die Berufsbildungskurse haben wieder begonnen, wenn auch nur digital. Der Computerunterricht ist sehr gefragt, aber auch die Bäckermeisterin wartet mit digitalen Backkursen auf. Im Livestream erklären die Lehrer die Inhalte der Kurse. Im Internet werden sie über Facebook aktiv beworben.

Erzähle mir Deine Geschichte!

Eine besonders bewegende Erfahrung war die Aktion „Cuentame tu historia“ (Erzähle mir Deine Geschichte). Kinder sollten über ihre Erfahrungen in der Pandemie berichten. Über örtliche Radiostationen, über Flugblätter, über Mund-zu-Mund-Propaganda wurde auf diese Aktion hingewiesen. Alle Teilnehmer bekamen kleine Pakete mit Stiften, Papier und Lernheften als Motivation zum selbständigen Lernen. Die Resonanz war überwältigend. Über 2 000 Kinder nahmen an der Aktion teil und schickten selbstgemalte Bilder, Texte und Ähnliches ein. Ein Blick in die Seelen der Kinder, ihre Ängste und Trauer, über ihre Hoffnungen und Freuden.

Die Einsendungen zeigten den Mitarbeiterinnen in teilweise beklemmender Form die Gefühle der Kinder. Es wurde überdeutlich, welche Wunden die Pandemie auch in den Seelen der Kinder verursacht. Die Narben werden lange sichtbar sein.

Die Radiostation "Wawas en primera linea"

In einem Klassenzimmer des Kinderhauses wurde eine Radio- und TV-Station eingerichtet. Wöchentlich geht der Sender Wawas en primera linea (Kinder ganz vorne) mehrmals auf Sender: Hygienetipps stehen ebenso auf dem Programm wie Lernprogramme, auch der Austausch mit Kindern über ihre Lebenssituation. Die drei Moderatorinnen gestalten die Sendungen mit viel Freude und sehr professionell. Ein wichtiges Ziel der Sendungen ist es, den Kindern Zuversicht zu vermitteln, denn eines ist allen klar: Kinder brauchen Hoffnung und Lebensfreude gerade in dieser so deprimierenden Zeit ihrer Kindheit und Jugend.

Mariela Molinari: „Ihr gebt uns Kraft in dieser schwierigen Zeit“

Mariela Molinari ist in regelmäßigen telefonischem und schriftlichem Kontakt mit der BLLV-Kinderhilfe. Sie berichtet von den Aktivitäten und bespricht wichtige logistische Entscheidungen mit dem BLLV. Auf diese Weise ist ein enger Kontakt möglich und der BLLV erfährt stets aktuell über die Situation in Peru und über die Aktivitäten des Kinderhauses.

In einem der letzten Mails schrieb Mariela: „Liebe Freunde in Deutschland. Wir sind oft der Verzweiflung nahe. Die Not ist sehr, sehr groß. Wir helfen, wo wir können. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich zwar soweit es geht, immer schützen, ist die Arbeit unter diesen Bedingungen eine enorme Belastung. Aber sie sind auch nach einem Jahr noch voller Engagement. Was uns immer wieder motiviert, ist die große Dankbarkeit der Menschen, denen wir helfen. Das gibt uns immer wieder neue Kraft. Und auch Eure Treue zu uns. Ihr haltet so fest zu uns. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Pandemie auch bei Euch in Deutschland verheerende Folgen hat und dass ihr in den Schulen unendlich viel leisten müsst. Umso mehr danken wir Euch, dass Ihr uns nicht im Stich lasst. Was täten wir ohne Euch?“

 

 

Bericht aus dem Kinderhaus Oktober 2020

Gespenstisch mutet es an, wenn die Lieferwagen die Einfahrt des Kinderhauses verlassen: vollbepackt mit festen Einkaufstüten, begleitet von zwei in weißen Schutzanzügen vermummten Mitarbeiterinnen, gefolgt von örtlichen Sicherheitskräften. Mehrmals am Tag machen sie sich auf den Weg zu den verzweifelten Familien in den Randgebieten Ayacuchos. Die Not ist groß, die Ohnmacht raubt jegliche Zuversicht. Oft sieht man weiße Tücher vor den Hütten, Zeichen dafür, dass die Familie nichts mehr zu essen hat.

"Seid Ihr gesund?“

Wenn die Sozialpädagogen von CASADENI an die Türen der Familien, deren Kinder das Kinderhaus besuchen, klopfen oder läuten, dauert es oft lange bis die verschüchterten Menschen zur Tür kommen und zaghaft öffnen. Erst wenn sie die Stimmen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von CASADENI wiedererkennen, schöpfen sie Vertrauen zu den weißen Gestalten, deren Gesichter nicht zu erkennen sind. Dem Erschrecken weicht Freude und Dankbarkeit. „Wie geht es? Seid ihr gesund? Was machen die Kinder?“

Viele der Familien haben außer Bohnen nichts mehr zu essen. Sie fristen ihr Leben, verzweifelt, eingeschüchtert, ohnmächtig, in der Hoffnung, dass irgendwann wieder Normalität einkehrt und sie wieder losziehen können, um ein paar wenige Soles zu verdienen, um wenigstens überleben zu können.

 

Große Dankbarkeit schlägt den Helfern aus dem BLLV-Kinderhaus entgegen. Voller Glück nehmen die Familien die Essenspakte. Wenigstens für einige Tage ist das Überleben gesichert und der quälende Hunger vorbei. Immer wieder erzählen die Mitarbeiter des Kinderhauses den Familien von den bayerischen Lehrern, die Geld für sie spenden. Ungläubig hören sie zu und können es kaum glauben, dass Menschen in einem ganz anderen Teil der Welt ihnen, in ihren ärmlichen Hütten an den Berghängen weit entfernt in den Anden, helfen. Die Vorstellung, dass Menschen in einem ganz anderen Teil der Welt für sie Geld spenden, können die wenigsten wirklich fassen. In einer Welt, in der die Menschen ums blanke Überleben kämpfen, ist so etwas wie Solidarität ein Fremdwort.

Kinderhaus ist Zentrum der Notversorgung

Unterdessen ist das BLLV-Kinderhaus zu einem Zentrum der Notversorgung geworden. Da wo jahrelang Kinder lernten und spielten, sind jetzt die Lager für Lebensmittel. In großen Säcken lagern Zucker, Reis, Bohnen, Linsen, Quinoa, Mehl, Erbsen, Öl, Salz und Thunfisch, die im Großhandel gekauft werden. Die Mitarbeiter packen sie ab in Essenspakete, die für eine vierköpfige Familie zwei Wochen reichen. Dann werden sie auf die offenen Lieferwägen verladen. Sicherheitskräfte in martialischem Outfit begleiten die Auslieferung, damit nichts gestohlen und die Wägen nicht überfallen werden.

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Flucht ins Landesinnere

Die Zeichen in Peru stehen nicht auf Entspannung. Die Pandemie hat dramatische Folgen für Millionen von Menschen ohne Einkommen. Die Migrationsbewegungen von den Städten in die ländlichen Regionen halten an. Im März und April machten sich Zehntausende aus Lima auf den Weg in ihre Heimatdörfer. Es wurde  von verzweifelten Menschen berichtet, die nachts am Straßenrand campieren und tagsüber stundenlang in der glühenden Hitze zu ihren Familien in den Bergen oder im Regenwald laufen. An ihren Händen und auf ihren Rücken weinende und verschüchterte Kinder. Nicht alle erreichten lebend ihr Ziel. Immer wieder starben Kinder auf dem mühsamen Weg in den kalten Nächten hoch in den unwirtlichen Bergen. Manche der Migranten waren an Covid-19 erkrankt ohne es zu wissen und trugen das Virus ins ganze Land.

Der Schulunterricht in Peru ist seit März 2020 ausgesetzt. Nur sehr wenige Kinder und Jugendliche aus wohlsituierten Familien erhalten digitalen Unterricht. Alle anderen verlieren ein ganzes Schuljahr. Die Gewalt in den Familien nimmt zu. Und die Verzweiflung wächst.

Suppenküchen in Ayacucho und Lima

Mit Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinderhauses wurden in sechs Stadtvierteln von Ayacucho Suppenküchen eingerichtet. Die Lehrer und Sozialpädagogen gingen in die Armenviertel zu den Eltern der Kinder des Kinderhauses und suchten nach Frauen, die bereit sind, sich zu organisieren und für die Nachbarschaft zu kochen. Es galt, Räumlichkeiten zu finden, in denen man kochen und das Essen sicher ausgeben kann. Aber wo gibt es im Armenviertel leer stehende Räume? Oft sind es dann nur Wellblechhütten auf öffentlichem Grund.  Mit den Spenden aus Bayern werden große Töpfe und Herde gekauft. Manche kochen aber noch auf offenem Feuer. Dann gilt es, mit den Frauen und Männern, die helfen, Einsatzpläne zu entwickeln, die Lebensmittel einzukaufen, sicher zu lagern und die Zeiten für die Essensausgabe festzulegen. Täglich bilden sich lange Schlangen mit Frauen, Männern und Kindern, die geduldig mit ihren Behältern anstehen, um das Essen für ihre Familien abzuholen.

Auch in Lima werden 12 Suppenküchen in den Armenvierteln der 13-Millionen-Einwohner-Stadt mit Spendengeldern aus der BLLV-Kinderhilfe betrieben. Unsere Partnerorganisation in Peru organisierte diese Hilfe für die Ärmsten der Armen schnell und unbürokratisch. Ganz offensichtlich ist der Staat, der neben Korruption und einem defizitären Sozialsystem auch mit einer dramatischen Wirtschaftskrise kämpft,  dazu nicht in der Lage. Ihm fehlen Infrastruktur und Ressourcen.

"Erzähle Deine Geschichte" - Traumatisierte Kinder erzählen

Seit die Kinder und Jugendlichen keine Schule mehr besuchen, haben sie nur wenige soziale Kontakte außerhalb der Familie. Heimunterricht ist in Peru das Privileg weniger wohlsituierter Familien. Ohne regelmäßigen Tagesablauf und der Langeweile ausgesetzt, werden viele lethargisch, verlieren ihren Antrieb und ihre Freude am Miteinander. Die meisten Familien sind in dieser Situation hilflos. In ihren Hütten können sie im Kampf ums Überleben  kaum etwas machen - zur Untätigkeit verdammt, dem Hunger ausgesetzt. In vielen Familien herrscht inzwischen ein Klima der Überforderung und oft sogar der Gewalt. Mariela Molinari schreibt: „Uns treibt die große Sorge um, dass die Kinder und Jugendlichen verwahrlosen, dass sie in dieser Situation den jugendlichen Lebensmut verlieren, das Nach-Vorne-Schauen und auch den Ehrgeiz, ihre Lebenssituation zu verbessern.“

Das Kinderhaus hat deshalb eine Kampagne gestartet mit dem Slogan „Cuéntame tu hístoria“ („Erzähl mir deine Geschichte!“). Die Kinder sind aufgefordert, ihre Erlebnisse in der Corona-Zeit aufzuschreiben, um ihre oft traumatischen Situation in diesen Monaten zu reflektieren. Diese Erfahrungen werden dann, wenn die Kinder wieder ins Kinderhaus kommen können, mit ihnen besprochen werden. Teilweise geschieht das schon jetzt in Telefonkonferenzen mit drei, vier Kindern und Jugendlichen und den Sozialpädagogen des Kinderhauses. Die Kinder, die teilnehmen und Bilder und Geschichten einschicken, erhalten Stifte, Hefte und Bücher.

Hygienkampagnen

Die Hygienesituation in den Armenvierteln ist äußerst schlecht. Oft fehlt fließend Wasser und damit natürlich auch ein funktionierendes Abwassersystem. Duschen oder Badewannen gibt es in den wenigsten Hütten. Auch ist das Bewusstsein von Hygiene und Reinlichkeit nicht ausgeprägt. Mit den Spenden aus Bayern wurden groß angelegte Informationskampagnen in den Armenvierteln durchgeführt. Plakate zu den Hygieneregeln wurden großflächig geklebt.

 

Die neue Radiostation

Ein besonderer Stolz ist die neue Radiostation. Mitte Oktober wurde sie mit dem ersten Programm eingeweiht. Bis jetzt sendet Radio CASADENI wöchentlich eine Stunde mit Infos, Gesprächen, Musik und Bildungsangeboten. Der sozialpäragogische Ansatz ist es, das Schweigen zu brechen, neuen Mut zu vermitteln und Lösungen für Alltagsprobleme aufzuzeigen. Die Moderatorinnen sind mit größtem Enthusiasmus dabei und begeistern die wachsende Zahl an Zuhörern und Zuschauern. (Lust zum reinhören: Über facebook , Programm beginnt ab 16:30 min)

 

Achtung: Abstand wahren!

Die Notwendigkeit, Abstand zu halten, um sich nicht mit Covid-19 anzustecken, musste erst verbreitet werden. Häufig herrscht große Unwissenheit über die Krankheit. An eine ärztliche Behandlung ist angesichts des völlig überforderten Gesundheitssystems gar nicht zu denken. Und woher das Geld nehmen, wenn es schon zum Essen nicht mehr reicht?

Die Mitarbeiter*innen des Kinderhauses haben mit einem befreundeten Grafiker Plakate zum Abstand wahren in Spanisch und Quechua entworfen und in den Armutsvierteln aufgehängt.

 

Mariela Molinari: „Ihr setzt Zeichen der Menschlichkeit.“

Die Kolleginnen und Kollegen im Kinderhaus und die Leiterin des Kinder- und Jugendhauses, Mariela Molinari, sind tief bewegt von der Hilfe aus Bayern: „Welch großes Zeichen der Menschlichkeit gebt ihr, liebe Freunde in Bayern", schreibt Mariela. "Ihr könnt euch die Dankbarkeit der vielen verzweifelten Menschen hier für eure Hilfe nicht vorstellen. Ihr setzt ein großes Zeichen für eine solidarische Welt und für unseren Beruf als Pädagogen. Danke.“

Auch BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann ist überwältigt von der spontanen Hilfsbereitschaft vieler Kolleginnen und Kollegen: „Es ist einfach großartig, dass wir zusammen Zeichen globaler Solidarität setzen. So schwer die Situation im konkreten Schulalltag ist, so dürfen wir doch auch nicht vergessen, dass wir hier in Deutschland, im Vergleich zu vielen anderen Ländern, in einem stabilen Land leben und keine existentielle Not leiden müssen. Ich bin froh, dass wir als BLLV unsere Verantwortung auch global wahrnehmen.“     

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