Prognose zum Lehrerbedarf für Bayern bis 2030
Personalmangel: Bayern hat bis 2013 enormen Bedarf an Lehrkräften. Die Geburtenzahlen steigen, viele Lehrkräfte gehen in Pension.
Lehrerbedarfsprognose 31.01.2018 Startseite kleinUnterrichtsversorgung

Bayern braucht bis 2030 über 53.000 Junglehrer

An Bayerns Schulen wird sich der Lehrermangel bis 2030 dramatisch zuspitzen. Die Zahl der Schüler wächst wieder, zugleich gehen Abertausende Lehrkräfte in Pension.

Mehr zum Thema

Der BLLV hat errechnet, dass an Bayerns Schulen bis 2030 rund 53.400 Lehrkräfte neu eingestellt werden müssen. Mehr als jede dritte Lehrkraft wird in Pension gehen, was 43.500 Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten entspricht. Infolge steigender Geburtenzahlen wächst zugleich die Zahl der Schüler bis 2030 um 8,5 Prozent an. Um dieses Wachstum bewältigen zu können, müssten zusätzlich zu den bereits bestehenden Stellen 9.900 neue Stellen geschaffen werden. Damit ließe sich der derzeitige Status Quo bei Unterrichtsversorgung und Klassengröße halten.

Allein an den Grundschulen im Freistaat werden insgesamt 13.800 Lehrkräfte gebraucht. 10.600, um altersbedingt ausscheidende Lehrkräfte zu ersetzen, weitere 3.200 um den Schülerzuwachs auffangen zu können.

Lehrerberuf muss attraktiver werden
Die Berechnungen des BLLV basieren auf Zahlen der Bertelsmann-Stiftung und des bayerischen Kultusministeriums. Bayern liegt laut der nagelneuen Prognose der Bertelsmann-Stiftung zum Lehrerbedarf im bundesweiten Trend. An Deutschlands Schulen müssten dieser zufolge bis 2030 jedes Jahr zehntausende neuer Lehrkräfte eingestellt werden.

Angesichts dieser Entwicklung fordert BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann eine längerfristige und solide Personalplanung sowie eine Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs. „Vor allem aber müssen endlich die Weichen in der Lehrerbildung sinnvoll gestellt werden“, betonte sie in einer Mitteilung an die Medien. Es gelte, die Qualität der Lehrerbildung zu steigern, die Flexibilität zu erhöhen und die Mobilität zu gewährleisten. „Das derzeit praktizierte Konzept ist zu starr und verhindert so, auf veränderte Anforderungen und Bedarfe entsprechend reagieren zu können.“