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BLLV kontrovers: Schulsystem (2013) Denkanstöße

Braucht Bayern den Wechsel zum zweigliedrigen Schulsystem?

Brauchen wir andere Schulstrukturen in Bayern? Sollten wir vom drei- zum zweigliedrigen System wechseln? Darüber diskutierten der Landtagsabgeordnete Georg Eisenreich (CSU) mit Christa Götsch (Grüne), von 2008 bis 2010 Hamburger Senatorin für Schule und Berufsbildung.

In fast allen westlichen Bundesländern ist Bewegung in die Schulstrukturdebatte gekommen. Bei denbereits vereinbarten Reformen in den nördlichen Ländern zeichnet sich ein Trend zu mehr Integration und zu zweigliedrigen Systemen bei Erhalt des Gymnasiums ab. In den südlichen Ländern wird eine engere Zusammenarbeit von Haupt- und Realschule diskutiert. In den neuen Ländern bestehen bereits zweigliedrige Schulsysteme. Nur Bayern pocht weiter auf die strikte Trennung der Schularten.

Georg Eisenreich als bildungspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion vertritt diese Position. Christa Goetsch hat als Schulsenatorin in Hamburg nicht nur die Einführung der sechsjährigen Primarschule betrieben, die später durch einen Volksentscheid wieder gekippt wurde. Sie zeichnete auch verantwortlich für die Beschneidung des Wildwuchses an konkurrierenden Schularten. Von allen Parteien getragen wurde ein zweigliedriges Schulsystem installiert, in dem neben dem Gymnasium nur noch die Stadtteilschulen existieren. An dieser neuen Schulart werden die Kinder gemeinsam unterrichtet und können nach 13 Schuljahren ebenfalls das Abitur machen.