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Die Art und Weise lässt zu wünschen übrig

BLLV-Präsidentin Fleischmann übt scharfe Kritik am Vorgehen rund um den Einschulungskorridor / „Vorgehensweise setzt Eltern, Grundschulen und Kitas unter Druck“

München - Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) spricht sich klar gegen den Aktionismus rund um den Einschulungskorridor an Grundschulen zum jetzigen Zeitpunkt aus. „Pädagogisch ist dieser Ansatz für den BLLV grundsätzlich genau der richtige Weg. Wir begrüßen jede Form der Flexibilisierung beim Einschulungsalter. Allerdings lässt die Art und Weise, mit welcher Hektik der Einschulungskorridor nun eingeführt werden soll, zu wünschen übrig“, erklärte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann heute in München. Die bereits für das kommende Schuljahr vorgesehene Implementierung setze Eltern, Grundschulen und Kitas unter enormen Druck - und das völlig unnötig. „Eltern, Lehrer und vor allem die Schulanfänger werden verunsichert und überfordert, obwohl es das gar nicht bräuchte. Das ist sehr schade, denn eigentlich ist das Anliegen ein pädagogisch so sinnvolles und gutes.“ Politischer Aktionismus und organisatorisches Chaos seien hier jedenfalls fehl am Platz.

„Jede Flexibilisierung tue den Schulanfängern gut“, betonte die BLLV-Präsidentin. Kinder seien in ihrer Entwicklung sehr unterschiedlich: „Ein Vierjähriger könne so weit wie ein Siebenjähriger sein. Und wir alle wissen, dass es Siebenjährige gibt, die sich auf dem Stadium eines Vierjährigen befinden. Das ist normal und Flexibilisierung ist die richtige Antwort.“

Verkehrter Zeitpunkt

Allerdings könne es der BLLV nicht akzeptieren, dass das Kultusministerium Anfang Februar definieren will, wie die Einschulung zum neuen Schuljahr funktionieren soll. „Nicht zu einem Zeitpunkt, zu dem bereits viele Informationsveranstaltungen zur Einschulung abgehalten wurden und an dem viele Lehrkräfte, Schulleiter/innen und Kolleg/innen aus den Kitas längst darüber beraten haben, welches Kind für die Schule geeignet ist und welches besser noch zurückgestellt werden sollte“, sagte Fleischmann. Viele Schulleiterinnen und Schulleiter hätten Eltern zudem ausführlich und intensiv informiert. Das geschah oftmals schon weit vor Weihnachten. Und jetzt? Alle Briefe umformulieren? Alle Eltern neu informieren? Informationsabende noch mal halten? Ist das professionell? Der BLLV sagt nein“, stellt Fleischmann klar.

Zu Lasten der Kleinsten

Auch für die betroffenen Schulanfänger und Vorschulkinder sei das Vorgehen schlimm: „Ein Mädchen, das davon ausging, dass es nun bald zur Schule gehen darf, muss nun vielleicht noch ein Jahr warten. Eltern werden Schulleitungen und zuständige Lehrkräfte aufsuchen und Beratung einfordern. Sie sind sich nun nicht mehr sicher, ob sie ihr Kind, trotz eingehender Beratung, nicht doch noch zurück-stellen. Das ist ja nun möglich, der Korridor ist offen und die Eltern können entscheiden“, schildert Fleischmann nun mögliche Szenarien. Sie befürchtet viel Aufregung, Verwirrung und Stress - letztlich zu Lasten der Kleinsten. So könne Schule nicht gut beginnen und schon gar nicht positiv starten.

Für den BLLV steht viel auf dem Spiel: „Es geht um die Kleinsten - die Schulanfänger. Es geht auch um die Profession der Lehrerinnen und Lehrer. Und: es geht um das Ansehen der Schule nach außen. Wir wollen eine professionelle und angstfreie Schule und vor allem einen professionellen Übergang von der Kita zur Schule. Wir wollen Profis in der Beratung bei der Einschulung sein. Dies wird nun durch die Vorgehensweise des Kultusministeriums konterkariert.“

Andrea Schwarz, BLLV-Pressereferentin M.A. Tel: 089/ 72 100 129, presse@bllv.de