Kommentar 10.03.2021 Startseite

Die Berufseinstiegsbegleitung darf nicht sterben

Das über den europäischen Sozialfond finanzierte Programm zur Berufseinstiegsbegleitung läuft nun aus und soll nicht weitergeführt werden. Der BLLV widerspricht!

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Seit mittlerweile 10 Jahren ist die Berufseinstiegsbegleitung ein wichtiger Bestandteil der Förderung benachteiligter Schüler auf der Schwelle von der Schule ins Berufsleben. Doch nun läuft das über den europäischen Sozialfonds finanzierte Programm aus und soll nicht adäquat ersetzt werden. Das ist für den BLLV nicht hinnehmbar.

Täglich wird in den Medien diskutiert, dass durch Corona gerade Kinder aus sozial schwächeren Elternhäusern zu Verlierern werden. Und gerade diesen Schülerinnen und Schülern wird nun ein erfolgreiches Programm vorenthalten, dass ihnen bisher den Weg in die Arbeitswelt erleichtert hat. Die Berufsorientierung stellt eine wesentliche Säule der Mittelschule dar. Man kann dieser Schulart nicht immer nur rhetorisch auf die Schulter klopfen, aber dann, wenn es darauf ankommt, kneifen. Die Mittelschule hat mit weiß Gott genug Problemen zu kämpfen, angefangen beim Lehrermangel bis hin zu der immer größeren Herausforderung, die Schülerinnen und Schüler zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Dass dies immer noch trotz der widrigen Umstände gelingt, liegt vor allem an der engagierten Arbeit der dort unterrichtenden Lehrkräfte. Es kann nicht sein, dass nun ein wesentlicher Baustein der Berufsorientierung an den Mittelschulen sang und klanglos aufgegeben wird. Dies wäre ein fatales Signal sowohl für die Bildungsgerechtigkeit in Bayern als auch für den Stellenwert der Mittelschule im gegliederten Schulwesen.

Der BLLV fordert deshalb mit Nachdruck, dass die für die Fortführung des Programms notwendigen 19 Mio. € jährlich durch die Staatsregierung bereitgestellt werden. Ein Ersatz durch das Angebot des Moduls „Talente fördern“  reicht hierfür bei weitem nicht aus. Gleichzeitig sollte eine Neuauflage des Programms zu einer Weiterentwicklung genutzt werden. Momentan sind die Angebote teilweise noch zu starr und lassen sich noch zu wenig auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Schule anpassen. Deshalb sollte das Programm künftig den Einzelschulen größere Gestaltungsmöglichkeiten für die Schaffung maßgeschneiderter Angebote orientiert an den örtlichen Bedürfnissen und Voraussetzungen einräumen.

Hierzu hat der Landesvorstand des BLLV in seiner Sitzung am 3. März einstimmig einen Beschluss gefasst (>> hier).

>> Autor: Fritz Schäffer, BLLV-Leiter der Abteilung Schul- und Bildungspolitik