Kommentar zu „Lernstandserhebungen bei Rückkehr zum Präsenzunterricht“ 27.05.2021 Startseite

Individuelle Notwendigkeit – passgenau für jede Schule!

"Es muss nächste Schritte und nachhaltige Konsequenzen daraus geben", schreibt Birgit Dittmer-Glaubig im Kommentar zum Schreiben von Ministerialdirektor Stefan Graf vom 20.05.21 „Lernstandserhebungen bei Rückkehr zum Präsenzunterricht“.

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Als fast logische Schlussfolgerung aus der Initiative „gemeinsam.Brücken.bauen“ ergibt sich für den BLLV das KMS zur Lernstandserhebung. Nur unter Berücksichtigung der individuellen Ergebnisse dieser Erhebungen kann das umfassende Programm zur Förderung greifen und sinnvoll eingesetzt werden. Hierbei ist insbesondere zu begrüßen, dass den Schulen viel Freiraum und Entscheidungsspielraum in Art und Umfang dieser Überprüfungen gegeben wird. Die individuellen Bedürfnisse sowohl der Schule, als auch der Schüler wird mit diesem Schreiben Rechnung getragen.

Die Fokussierung auf individuelle Lernstände und die sich daraus ergebenden individuellen Fördermaßnahmen folgt unserem Verständnis und unserer Forderung nach einem individualisierten Lern- und Leistungsbegriff. Die explizit genannte Flexibilität, mit der die einzelne Schule in pädagogischer Verantwortung den Zeitrahmen für die Lernstandserhebungen selbst bestimmen kann sollte mutig genutzt werden. Insbesondere in den Mittelschulen, in die  Schülerinnen und Schüler mit differenziertesten Lernfortschritten zurück in den normalen Schulalltag kommen, muss nach einer Phase des sensiblen wieder Ankommens genau analysiert werden, welche Defizite kurz- und langfristig aufgeholt werden müssen. Die Planung und Auswahl der passgenauen Lernstandserhebungen und die Art der Durchführung in die Verantwortung der jeweiligen Schule zu legen macht hier großen Sinn und stärkt deren Eigenverantwortlichkeit.

Allerdings sollte es nach den Lernstandserhebungen auch weitergehen. Es muss nächste Schritte und nachhaltige Konsequenzen daraus geben. Insbesondere braucht es entsprechende, ganzheitliche Fördermaßnahmen auf Grundlage der Erhebungen. Nur so kommt es letztlich bei denen an, um die es dabei geht: bei den Schülerinnen und Schülern. Die Ressourcen für die Fördermaßnahmen müssen von den politisch Verantwortlichen zur Verfügung gestellt werden. Sonst droht ein eigentlich gut gemeinter Gedanke an der Realität vor Ort zu scheitern.

Insgesamt begrüßt der BLLV dieses Vorgehen als einen positiven Schritt in Richtung Individualität und Selbstkompetenz für alle an Schule Beteiligten. // Birgit Dittmer-Glaubig, Leiterin der Abteilung Berufswissenschaften im BLLV