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Kinder in Not brauchen in der Krise besondere Unterstützung

Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen und mit besonderem Förderbedarf, benötigen gerade jetzt viel Unterstützung. Ansonsten wird die soziale Schere noch weiter auseinandergehen und die Bildungsungerechtigkeit zunehmen. Damit es dazu nicht kommt, ist die gesamte Gesellschaft gefragt.

„Schon im ‚normalen‘ Leben erleiden viele Kinder Gewalt in ihrem häuslichen Umfeld. In einer Situation, die aufgrund der Enge und Ungewissheit für alle Stress bedeutet, ist leider davon auszugehen, dass die Zahl der betroffenen Kinder sogar noch zunimmt", so Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE). Beckmann untermauert dies mit Fakten: Von den 8,3 Millionen Schülerinnen und Schülern in Deutschland sind 2,4 Millionen von Armut und sozialer Abgrenzung bedroht, 1,5 Millionen erhalten Leistungen des Staates. Über eine halbe Million Kinder haben einen sonderpädagogischen Förderbedarf, es gibt jährlich etwas über 150.000 Verfahren zur Einschätzung der Kindeswohlgefährdung. "Wir machen uns große Sorgen. Die Schulschließungen verstärken bestehende Notlagen. Da müssen wir gerade alle mehr denn je gemeinsam hinsehen – und die Politik zum Handeln bringen. Kinderschutz muss eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein“, fordert Beckmann.

Der BLLV steht ausnahmslos hinter den Forderungen des VBE. Auch in Bayern gibt es viele Kinder und Jugendliche, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind oder sich in einer schwierigen Lebenslage befinden. Das hatte der BLLV beim Pressegespräch am 11. Dezember 2019 ausführlich dargestellt: rund 277.000 Kinder und Jugendliche in Bayern sind armutsgefährdet, jedes Jahr erleben 19.000 minderjährige im Freistaat die Scheidung ihrer Eltern und 70.000 junge Menschen unter 18 Jahren benötigen erzieherische Hilfe und Beratung durch die Kinder- und Jugendhilfe. In etwa 550.000 Kinder und Jugendliche im Freistaat leider unter psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen, 19.000 werden wegen Depressionen ärtzlich behandelt. "Hinter jeder Zahl steckt das Schicksal eines Kindes. Sie brauchen dringend unsere Hilfe und Unterstützung. Gerade jetzt in dieser Ausnahmesituation. Wir müssen gemeinsam alles daran setzen, dass sie das bekommen, was sie so sehr benötigen um letztlich ein glückliches Leben führen zu können", so BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann.

 

Pressemitteilung des VBE

Am: 24.03.2020