Kinder Klassenzimmer
23.04.2018 - Tag gegen Lärm am 25. April 2018Gesundheit

Lärmschutzmaßnahmen flächendeckend umsetzen

PRESSEMITTEILUNG - BLLV- Präsidentin Fleischmann warnt zum Tag gegen Lärm am 25. April 2018 vor den negativen Folgen zu hoher Lärmemission an Schulen und fordert Abhilfe

München - Die negativen Folgen von Lärm in Schulen sind unumstritten. Trotzdem gehört ein zu hoher Geräuschpegel zum Alltag vieler Lehrkräfte und Schüler. In Klassenzimmern liegt der Lärmpegel teilweise sogar über 80 Dezibel - das ist so laut wie ein angeschalteter Staubsauger oder eine Straße mit hohem Verkehrsaufkommen. Experten sind sich aber darüber einig, dass es nicht lauter sein sollte als 55 dB(A), wenn geistig anspruchsvollen Tätigkeiten nachgegangen werde. "Lärm und die damit verbundene Problematik dürfen nicht ausgeblendet oder verharmlost werden", forderte die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, zum "Tag gegen Lärm" am 25. April 2018. Lärm beeinträchtige nachweislich die Lern- und Arbeitsbedingungen von Schülern und Lehrkräften. "Über die damit verbundenen hohen Belastungen und gesundheitlichen Risiken dürfen wir nicht einfach hinweg sehen."

Abgesehen davon, dass Lärm Stress auslöse, hätte er auch unmittelbare Auswirkungen auf den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler, denn Lärm beeinträchtige ganz erheblich die Konzentrationsfähigkeit. Insbesondere würden Schülerinnen und Schüler benachteiligt, die an Lernstörungen oder körperlichen Beeinträchtigungen litten, aus bildungsfernen Familien kämen oder die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrschten. Lärmbelästigung gehöre zudem zu der am häufigsten genannten Belastungsart des Lehrerberufs, so Fleischmann.

Grundsätzlich gilt: Lärmimmissionen im Klassenzimmer werden nicht nur direkt als akustische Signale wahrgenommen, sie setzen vielmehr indirekt einen Folgeprozess in Gang, der zu psychoemotionalen und psychosozialen Belastungen von Lehrern und Schülern führt. Diese haben besonders negative Auswirkungen auf Arbeitsbereitschaft, Konzentration, Ausdauer, auf das kommunikative Verhalten und Beziehungen im zwischenmenschlichen Verhältnis.

Akuter Handlungsbedarf an vielen Schulen

"Inzwischen haben etliche Schulen Lärmschutzmaßnahmen vorbildlich umgesetzt", lobte Fleischmann. An vielen Schulen jedoch sei das Problem zwar erkannt, entsprechende Maßnahmen würden aber noch immer auf sich warten lassen. Bayernweit gesehen sei es um den Lärmschutz an Schulen unterschiedlich bestellt. Der BLLV schätzt, dass derzeit bei drei von vier Schulen akuter Handlungsbedarf besteht. "Eine zentrale Erfassung der Situation hat bisher niemand durchgeführt", so Fleischmann. "Schulsanierungen und Schulneubauten könnten als Chance für effektiven Lärmschutz begriffen werden", regte sie daher an und appellierte an die Kommunen, die Missstände schnell zu beheben und das dafür nötige Geld zu bewilligen. Aus ihrer Sicht gibt es bei der Frage des Lärmschutzes "kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem."

Weiterführende Informationen rund um das Thema Akustik an Schulen unter www.bllv.de/akademie/gesundheit/akustik-und-laerm/ .

Andrea Schwarz, BLLV-Pressereferentin M.A. Tel: 089/ 72 100 129, presse@bllv.de