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Laptops ersetzen keine Lehrer, digitale Bildung muss politisch sein!

Die Akademie für Politische Bildung warnt vor einem nur technischen Verständnis von Digitalisierung und fordert, kritische Medienkompetenz als Schlüssel zur Demokratie zu begreifen. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann ist Erstunterzeichnerin.

Die gesellschaftliche Diskussion um den Digitalpakt hat es deutlich gezeigt: „Laptops in die Klassenzimmer und endlich funktionierendes WLAN und schnelles Internet an die Schulen“ – das war meist die verkürzte Begründung, warum die Mittel des Bundes endlich fließen sollten. Dabei wissen Lehrerinnen und Lehrer genau, dass moderner Unterricht zwar gewisse technische Grundvoraussetzungen braucht, diese allein aber noch keinen Lernerfolg bringen.

Vor diesem Hintergrund hat die Akademie für Politische Bildung Tutzing einen Runden Tisch initiiert, um Ziele zeitgemäßer digitaler Bildung zu definieren. Daraus entstand unter Mitarbeit von BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann und weiteren Experten ein Memorandum, das die Bayerische Staatsregierung auffordert, Rahmenbedingungen für modernen Unterricht zu schaffen.

Kritische Medienkompetenz ermöglicht informationelle Selbstbestimmung

Digitale Bildung dürfe sich nicht auf technische Aspekte in den Fächern Informatik und Mathematik reduzieren, sondern müsse in der Kombination mit Politischer Bildung „die gesellschaftspolitischen, ökonomischen und ethischen Aspekte der Digitalen Transformation  einbeziehen“, heißt es im Memorandum. Medienkompetenz im Sinne eines kritisch reflektierten Verständnisses von Phänomenen wie Filterblasen, Algorithmen, Social Bots, Künstlicher Intelligenz oder Datenmonopolen großer Konzerne sei ebenso unverzichtbar im Einsatz für eine demokratische Gesellschaft der Zukunft wie die Befähigung zum Umgang mit digitalen Medien, Einblicke in Mediengestaltung und grundlegendes politischen Orientierungs- und Methodenwissen mit dem Ziel informationeller Selbstbestimmung.

Die Politik müsse zudem juristisch belastbar sicherstellen, dass an Schulen digitale Werkzeuge und Lehrmittel erprobt werden können. Fortbildungen für digitale Medienpädagogik müsse über die Bemühungen der ALP Dillingen hinaus niederschwellig erweitert werden (beispielsweise via SchILF) und dürfe nicht der Eigeninitiative von Lehrkräften überlassen werden.

>> Das Memorandum im Wortlaut

Der BLLV sieht in dem Themenkomplex Digitalisierung und Schule eine der größten Herausforderungen für die Sozialisation der Schülerinnen und Schüler, die Praxis des Unterrichts und die Professionalität der Lehrerinnen und Lehrer. Den konkreten Handlungsbedarf hat er in der Expertise „Zeit für Bildung – gerecht.investieren“ benannt.

Zum ganzheitlichen Verständnis modernen Unterrichts mehr unter „Lernerfolg braucht mehr als Tablets“.


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