Fortbildungstag in HerzogenaurachDemokratiepädagogik | Demokratiepädagogik

Lernen, sich einzusetzen

DEMOKRATIEPÄDAGOGIK - Wenn überhaupt, dann wird in der Schule über Demokratie geredet. Um den nachfolgenden Generationen unsere Gesellschaftsform nahe zu bringen, muss in Demokratie in Schule aber auch gelebt werden - zum Beispiel mit einem Klassenrat oder Wahlkampf zur Wahl des Schülersprechers. Der BLLV-Fortbildungstag in Herzogenaurach zeigte, was alles möglich ist.

"Wenn Wahlergebnisse im Unterrichtsfach Mathematik ausgerechnet werden, ist das noch keine politische Bildung!". Mit dieser Erkenntnis von Markus Gloe, Professor für Politische Bildung und Didaktik der Sozialkund an der Ludwig-Maximilian-Universität München, wurde auf dem zweiten Fortbildungstag zur Demokratiepädagogik deutlich gemacht, auf was es ankommt: Es geht nicht um eine gegenseitige Aushebelung des Unterrichtsfachs Politik und der politischen Bildung als Unterrichtsprinzip, sondern die gemeinsame Wertschätzung von Demokratie.

Auch wenn Demokratielernen in der Schule durch manche Strukturen erschwert wird, ist es dennoch wichtig, dass augenscheinlich "Banales" ermöglicht wird: Beispiele hierfür sind der Klassenrat und Lernen durch Engagement. Diese Partizipationsmöglichkeiten für Schüler/innen tun sowohl der Lehrkraft als auch der Gemeinschaft gut und ermöglichen konkrete Erfahrungen mit Demokratie.

In den Workshops und bei Gesprächen konnten die Teilnehmer sich passende konkrete Umsetzungsideen erarbeiten. Die zwei Workshoprunden waren für die Teilnehmer eine gute Gelegenheit, zu den Themen Feedbackkultur leben, Klassenrat, Demokratisch Handeln, Haltung stärken in der Lehrerbildung und Bayern gegen Rechtsextremismus zu diskutieren und konkrete Erfahrungen auszutauschen.

Die Schüler/innen sollten auch Widerstandskompetenz einüben. Das bedeutet, dass sie sich für ihre eigenen Interessen einsetzen und sich an anderen Ideen reiben. Ganz konkret: Für die Schülersprecherwahl sollte es auch einen schulischen Wahlkampf geben. Die Carl-Platz-Grundschule in Herzogenaurach bot hierfür den geeigneten Rahmen und übergab Dr. Fritz Schäffer, Veranstaltungsleiter und Leiter der Abteilung Schul- und Bildungspolitik im BLLV, ein selbsterarbeitetes Buch "Zum Glück gibt's Sprache!".Schäffer betonte: "Haltung zählt", nicht nur in der Sprache, sondern auch im Hinblick auf die Erhaltung einer offenen Gesellschaft.

 

Professor Gloe gab vier Fragen zur Selbstreflexion mit auf den Weg:

  • Welche Überzeugungen habe ich mit Blick auf das Lernen von Demokratiekompetenz?
  • Welches Wissen halte ich diesbezüglich für wahr?
  • Wo kommen meine Überzeugungen her?
  • Wohin könnte mich diese Reflexion führen? 

O-Töne der Teilnehmer/innen

In meinem Workshop habe ich verschiedene Ansätze zur Demokratiepädagogik in der Schule kennen gelernt. Diese bewegen sich von Mikro- auf Makroebene in einem Zyklus. Für mich ist die Erkenntnis wichtig, dass Haltung im Inneren beginnt, aber nicht zwingend nach außen getragen werden muss.

Mich hat besonders das Engagement-Konzept angesprochen. Schülerinnen und Schüler dürfen sich dabei auch außerhalb der Schule vor Ort dauerhaft für ein Projekt engagieren. Und ganz konkret anpacken. Das macht Demokratie erfahrbar. Demokratie heißt für mich: Mit Kopf, Herz und Hand!

Ich kannte den Klassenrat schon. Zu meiner Schulzeit habe mich dafür ausgesprochen, den Klassenrat in den Stufen 11-13 einzusetzen. Für mich war heute besonders interessant zu erfahren, dass der Klassenrat schon erfolgreich in der Grundschule implementiert werden kann.

Ich wurde als angehende Lehrkraft heute dazu motiviert, Position zu beziehen und Haltung zu zeigen!