Statement zu Verkürzung der ErzieherausbildungStartseite

Mehr Geld für gesamte Ausbildungsdauer

Um den Erzieherinnen- und Erzieherberuf attraktiver zu machen, plant die bayerische Landesregierung zwei Dinge: Zum einen soll die Ausbildung verkürzt werden, zum anderen eine Vergütung über die gesamte Ausbildungszeit erfolgen.

Was die Qualität der gegenwärtigen Erzieherausbildung an den Fachakademien ausmacht, ist die kontinuierliche Verknüpfung von Theorie und Praxis. Dieses Qualitätsmerkmal darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Bei einer etwaigen Verkürzung der Ausbildungszeit wäre eine Überarbeitung der Lerninhalte notwendig. Schließlich müssen die Auszubildenden auf die komplexen pädagogischen Aufgaben der Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen in den verschiedensten Arbeitsfeldern (Krippe, Kindergarten, Hort, Tagesheime, Heilpädagogische Zentren u.v.m) angemessen vorbereitet werden.

Komplexe Ausbildung bereitet auf unterschiedlichste Einsatzorte vor

Bei aller Diskussion darf man eine Gefahr jedoch nicht übersehen: Die derzeitige Ausbildungszeit und -qualität gelten als Maßstab für die Einstufung im deutschen Qualifikationsrahmen (DQR). Die klassische fünfjährige Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher ist dem Meisterniveau gleichwertig und befähigt somit unter anderem zum Allgemeinen Hochschulzugang. Mit einer Verkürzung der Regeldauer wird darum einer Verringerung des Einstiegsgehalts, einer Senkung der Gehaltsstufen und der Minimierung der Weiterbildung Tür und Tor geöffnet.

Erzieherinnen und Erzieher langfristig im Beruf halten

Ultimatives Ziel sollte es sein, mehr junge Menschen für die Ausbildung zu begeistern und sie langfristig im Beruf zu halten. Bis jetzt handelt es sich um eine schulische Ausbildung. Sie findet an speziellen Berufsfachschulen statt. Es besteht kein rechtlicher Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung. Im Gegenteil: Manchmal ist sogar Schulgeld fällig. Erst im letzten Jahr - dem Anerkennungsjahr - bekommen die angehenden Erzieherinnen und Erzieher ein Gehalt. Langfristige Lösung sollte es daher sein, die lange Ausbildungszeit finanziell zu honorieren, indem es künftig für die gesamte Zeit eine Vergütung gibt.

Kommentar: Sarah Heße, BLLV, Leiterin der Landesfachgruppe Sozial- und Erziehungsdienste