Betreuungszeiten pro Woche in bay. Kitas: Bertelsmann-Stiftung 2018
Bertelsmann-Studie Frühkindliche BildungAkademie

Qualität in bayrischen Kitas verbessert sich nur leicht

Bei der Entwicklung des Personalschlüssels in den bayerischen Krippen und Kindergärten gab es in den letzten Jahren eine Verbesserung, allerdings gibt es immer noch deutlichen Nachholbedarf. Das zeigt das aktuelle Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme 2018 der Bertelsmann Stiftung. Was bleibt sind die großen Differenzen zwischen den einzelnen Regionen in Bayern.

27,4 % der unter Dreijährigen Kinder in Bayern besuchen eine Kindertageseinrichtung. Das sind 7 % mehr als noch 2011. Allerdings liegt Bayern damit immer noch rund 10 Prozentpunkte unter dem Betreuungsbedarf laut der DJI-KiBS-Studie. Gleichzeitig zeigt sich, dass insbesondere die Betreuungsquote der Kinder mit Migrationshintergrund deutlich unter der von Kindern ohne Migrationshintergrund liegt (19% zu 32%). Dasselbe Bild ergibt sich auch bei den Drei- bis Sechsjährigen: insgesamt liegt die Bildungsbeteiligung in Kindertageseinrichtungen hier bei 92,7%. Kinder mit Migrationshintergrund besuchen zu 83% eine Kindertageseinrichtung, Kinder ohne Migrationshintergrund zu 98%.

Quelle: Ländermonitor frühkindliche Bildung der Bertelsmann Stiftung 2018

Die Qualität in bayrischenKrippen – gemessen an der Entwicklung der Personalschlüssel – verbessert sich seit Jahren nur geringfügig. Kamen zum 1. März 2012 rein rechnerisch 4,0 ganztagsbetreute Krippenkinder auf eine Fachkraft, waren es am 1. März 2017 3,7 Kinder. In Kindergartengruppen gab es im gleichen Zeitraum eine etwas größere Entwicklung von 9,0 auf 8,5 Kinder pro Fachkraft. Ein besserer Betreuungsschlüssel dient ebenfalls der Aufwertung der erzieherischen Leistung. Für unter Dreijährige gilt gemeinhin ein Personalschlüssel von 1:3, für Drei- bis Sechsjährige ein Schlüssel von 1:7,5 als qualitätssichernd. Um diesen Schlüssel zu erreichen, müssten für die Krippengruppen in Bayern knapp 4.500 Vollzeit-Fachkräfte eingestellt werden, für die Kindergartengruppen immerhin nochmals rund 3.400. Eine Umsetzung dessen würde zusätzlich 345 Millionen Euro pro Jahr kosten.

Auffallend prekär ist gerade in Bayern die Situation für die Angestellten, in sämtlichen Altersgruppen liegt das Verhältnis der befristet Beschäftigten Erzieher/innen über dem bundesweiten Durchschnitt. Insgesamt sind in Bayern 19% der Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen befristet angestellt:

In bayrischen Krippen zeigt sich zudem bundesweit das größte Qualitätsgefälle zwischen den Wohnorten. Dies zeigt eine Auswertung der Kreise und kreisfreien Städte in Bayern. So musste im Jahr 2017 eine Krippenfachkraft in den Landkreisen Hof und Coburg (1 zu 4,7) rein rechnerisch zwei Kinder mehr betreuen als im Landkreis Rosenheim (1 zu 2,7). Im Kindergartenbereich liegt das Gefälle innerhalb von Bayern hingegen im bundesweiten Mittelfeld. Während in Landshut mit einem Personalschlüssel von 1 zu 7,5 ein kindgerechter Personal-schlüssel nach den Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung erreicht wird, ist die Situation im Landkreis Regen mit einem Personalschlüssel von 1 zu 10,1 ungünstiger. #WS