Schüler/innen urteilen besonnen, so ein Ergebnis der Evaluation des Schülerfeedbacks im Modellversuch
Schülerfeedback zum Abschluss des ReferendariatsThemen

Schüler äußern sich respektvoll

Die Bilanz zum Schülerfeedback fällt nach Ansicht des Kultusministeriums positiv aus. Wie die Nachrichtenagentur dpa am Wochenende berichtete, ist man mit der Auswertung erster Ergebnisse zufrieden. Die Schülerinnen und Schüler der 79 Modellschulen hätten ihr Feedback „sehr überlegt“ und „umsichtig“ abgeben. Die Akzeptanz sei hoch - bei allen Beteiligten, auch bei den Lehrkräften. Laut dpa trifft das KM Ende 2018 die Entscheidung, ob das Schüler- Feedback bayernweit eingeführt wird.

Kommentar von Fritz Schäffer*

Demokratie ist mehr als ein Organisationsprinzip staatlicher Institutionen. Sie ist eine Lebensform, die den Umgang miteinander trägt. Deshalb muss in einer demokratischen Schule auch der Unterricht geprägt sein durch die Prinzipien der Demokratie und von gegenseitigem Respekt getragen.

Deshalb hat der BLLV in seinem Positionspapier zur Demokratiepädagogik die Etablierung einer wechselseitigen Feedbackkultur im Unterricht gefordert. Und deshalb begrüßen wir, wenn das Kultusministerium hierzu einen Modellversuch durchführt, in dem erprobt wird, wie angehende Lehrkräfte aller Schularten hierfür sensibilisiert und kompetent gemacht werden können. Die Lehrerbildung ist hier der richtige Ort, um sinnvolle Instrumente eines demokratischen Unterrichts langfristig und mit Qualität an den Schulen zu etablieren.

Natürlich muss man mit Schülerfeedback sehr sensibel umgehen. Deshalb müssen ein paar Regeln beachtet werden: Es muss klar sein,  dass es nicht um Benotung oder Bewertung geht, es müssen zudem grundlegende Kommunikationsregeln eingehalten werden und es muss klar sein, dass die Feedbacks nicht in die dienstliche Beurteilung von Lehrkräften einfließen. Darüber hinaus sollte es eine Definition darüber geben, was genau Schüler/innen rückmelden können und dürfen. Der Modellversuch zeigt, dass die Schülerinnen und Schüler verantwortungsvoll mit dem neuen Instrument umgehen. Das ist positiv und überrascht niemanden, der mit diesem Instrument schon eigene Praxiserfahrungen gesammelt hat. Es ist ein gutes Signal an alle Lehrkräfte.  

*zur Person

Dr. Fritz Schäffer ist Leiter der Abteilung Schul- und Bildungspolitik im BLLV