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Fachliteratur in der Rezension 09.09.2021 Service

Sprachen lernen in der Pubertät

Das Werk enthält praxisbewährte Hilfestellungen und Methodiken für guten Sprachunterricht während Jugendliche die Pubertät durchleben.

"Sprachen lernen in der Pubertät" von Heiner Böttger / Michaela Sambanis (Gunter Narr Verlag, 2., überarbeitete und aktualisierte Auflage, 180 Seiten, Softcover, 26,99 EUR)

Eine schwierige Zeit ist im Fokus der Betrachtung, in der Jugendliche mit sich selbst und ihrer Umwelt zu tun haben, ja kämpfen müssen. Wärend dieser Lebensphase soll die Lehrkraft Zugang zu ihnen finden, sie öffnen für die Fremdsprache, Hemmungen und Barrieren überwinden und einen motivationsstarken sowie effektiven Unterricht halten. Wer dieses Buch liest, erhält im Hinblick auf Hilfestellungen eine Vielzahl davon. Auch in diesem Buch bleiben Autor und Autorin ihrem Forschungsbestreben treu, Neurodidaktik mit Sprachenlernen zu verknüpfen.

Eine fundierte Situationsanalyse zu qualitativen Änderungen in den Hirnregionen, Genderunterschieden, verändertem Schlafverhalten, Kommunikation, Ansprechpartnern, Kommunikation im Jugendalter, Schweigen und Verweigerung gibt Aufschluss über die Befindlichkeit der Jugendlichen in einer schwierigen Entwicklungsphase.

Darauf aufbauend werden Zugangsmöglichkeiten untersucht, über die die Lernenden optimal erreicht werden könnten. Entwicklungspotenziale werden dabei in den Bereichen Musik, Motorik, Emotionen, Kognition, Konzentration und Kreativität ausgemacht. Dem folgen viele praxisbewährte Vorschläge, die für die "Pubertierenden" attraktive Anreize bieten sollten.

Deren Bedürfnissen zu entsprechen und dafür zu sorgen, dass eine spezielle, problematische Entwicklungsphase nicht negativ geprägt wird, dazu trägt das Buch bei. Die daraus folgende Methodik ermöglicht jeder Lehrkraft die Gestaltung hoffnungsvollen Unterrichts.

Wer noch mehr darüber wissen will, wo die Sprache zuhause ist, der sei auf H. Böttgers Grundlagenwerk "Neurodidaktik des frühen Sprachenlernens" verwiesen, in dem der Autor auf aktuellen Kenntnissen in der Spracherwerbsforschung beruhend, einen didaktischen Paradigmenwechsel im frühkindlichen und kindlichen Sprachunterricht fordert. Gehirngerechtes Sprachenlernen und daraus folgende effektive Lernaktivitäten sind des Professors Intentionen, wohl wissend, dass er ein Zwischenstadium in der Forschung im Auge hat. Zudem positiv: Das Werk enthält viele Abbildungen, ein ausführliches Stichwortverzeichnis und ein umfangreiches Glossar.

"Neurodidaktik des frühen Sprachenlernens. Wo die Sprache zuhause ist" von Heiner Böttger (Klinkhardt UTB, 200 Seiten, kartoniert, 17,99 EUR)

>> Eine Rezension von Jochen Vatter, ehem. Leiter der FG Fremdsprachen im BLLV