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Simone Fleischmann: Verhältnismäßig gut ist noch lange nicht gut

Dass ein so reiches Bundesland wie Bayern in bundesweiten Vergleichen gut abschneidet ist weder eine Neuheit, noch eine Überraschung. Ja, in Bayern läuft es zum Glück verhältnismäßig gut. Verhältnismäßig gut ist aber noch lange nicht gut!

Am 30. August 2023 erschienen sowohl der INSM Bildungsmonitor als auch das ifo Bildungsbarometer. Das ifo-Bildungsabarometer erregte Aufsehen, weil die Deutschen den Schulen zunehmend schlechte Noten geben. Lediglich 27% erteilen den Schulen in ihrem Bundesland die Note 1 oder 2 – 2014 waren das noch 38%. Gleichzeitig nahm das Kultusministerium die Ergebnisse des parallel erschienenen INSM Bildungsmonitors positiv auf: In der Pressemitteilung dazu heißt es: "Erneut zweiter Platz für Bayern – auch bei der 'Vermeidung von Bildungsarmut' und der 'Schulqualität' gute zweite Plätze im Bundesvergleich." Also doch alles nicht so schlimm?

Ist Mittelmäßigkeit der Maßstab?

International liegt Deutschland trotz seiner guten wirtschaftlichen Lage seit Jahrzehnten gerade einmal im Mittelfeld und schneidet beim Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg regelmäßig besonders schlecht ab. Auch der jüngst erschienene INSM-Bildungsmonitor macht für Bayern explizit darauf aufmerksam, dass eine „Zeitenwende in der Bildungspolitik nötig“ ist. „Das staatliche Bildungswesen steckt in der Krise“, so lautet auch der Beginn der Münchner Erklärung des BLLV „Bildung 2030 – Schule in der Zeitenwende“ (>> hier zum Download). Da ändert auch ein Platz 2 im Ranking nichts dran.

Die Schulen in Bayern sind nun bereits seit Jahren in einem Ausnahmezustand. Eine Krise folgt auf die nächste. Der Lehrermangel wird uns noch viele Jahre begleiten. Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort sind am Limit. Bei einem genaueren Blick auf den Platz 2 im INSM-Bildungsmonitor zeigt sich dies auch. Denn gefordert wird von den Autorinnen und Autoren des Berichts neben dem dringend notwendigen „Ausbau der frühkindlichen Bildung“ auch „mehr Schulautonomie“ und ein „Sozialindex“, damit Schulen in besonders herausfordernden Langen mehr Ressourcen zur Verfügung stehen. Alles Dinge, die der BLLV seit Jahren fordert!

Mit klaren Forderungen in die nächste Legislaturperiode!

Wir wissen doch ganz genau, wo der Schuh drückt und warum es so vielen Kindern und Jugendlichen in Deutschland an wichtigen Kompetenzen mangelt. Leseförderung, hochwertige Ganztagsangebote, Unterstützung der Eltern, Mentoring-Angebote für Kinder, Digitalisierung, Klimaschutz, demokratische Kompetenzen sowie Weltoffenheit gepaart mit einer Stärkung der Lehrkräfte und mithilfe von multiprofessionellen Teams an Schulen. Ja, das alles brauchen wir! Die besorgniserregenden Ergebnisse des ifo-Bildungsbarometers, das zeitgleich mit dem INSM-Bildungsmonitor erschienen ist, untermauern all diese Forderungen. Es ist nicht die Zeit für die Staatsregierung, sich selbst zu loben, sondern genauer hinzusehen! Wir schauen nicht weg, wir machen uns nichts vor, wir legen den Finger in die Wunde, wir bleiben dran! Um all diese wichtigen Punkte umsetzen zu können, braucht es jetzt im ersten Schritt ein entschlossenes Handeln gegen den Lehrkräftemangel und eine Stärkung der Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen!

Gesammelte Informationen im Überblick:

 

BR24: Bildungsbarometer: Deutsche immer unzufriedener mit Schulen

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann zum Thema in BR24: Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands verweist dabei gegenüber dem BR unter anderem auf die Ergebnisse der IGLU-Bildungsstudie. Fleischmann sieht ein großes Problem im Lehrermangel, wie auch 77 Prozent der Befragten..." ...
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