18.03.2015 Presse

Von Rhetorik haben Mittelschullehrer die Nase voll

In einem Offenen Brief an das Kultusministerium weist BLLV-Präsident Wenzel erneut auf die wertvolle Arbeit der Mittelschullehrer hin und fordert konkrete Hilfen

Pressemitteilung - In einem Offenen Brief an das Kultusministerium hat der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, erneut auf die wertvolle Arbeit der Mittelschullehrer hingewiesen und konkrete Hilfen gefordert. „Die Lehrkräfte fühlen sich im Stich gelassen und nicht ernst genommen. Von Rhetorik haben sie Nase voll“, erklärte er eine Woche nach einer Pressekonferenz, bei der er Ergebnisse einer Studie zur Situation an Mittelschulen vorgestellt hatte. Die Befunde sind alarmierend, denn die Lehrkräfte fühlen sich in ihrer ebenso schwierigen wie wertvollen Arbeit wenig unterstützt, zudem leiden sie unter dem schlechten Image ihrer Schulen. Die Politik habe bislang nicht so auf unser Anliegen reagiert, wie wir das erwarten - und vor allem, wie es diese Schulart verdient“, kritisierte Wenzel scharf. „Dabei leisteten die Lehrkräfte eine Arbeit, die in ihrem Wert unbezahlbar sei. Sie müssten mit ernsthafter Wertschätzung überhäuft und mit konkreten Verbesserungsmaßnahmen gestärkt werden.“ Außer anerkennenden Worte sei bisher aber nicht viel geschehen. In dem Offenen Brief mit dem Titel „So geht es nicht mehr! - Mittelschullehrkräfte brauchen keine schönen Worte, sondern konkrete Hilfe!“ fordert Wenzel sofortige Abhilfe. „Wer Mittelschulen will, muss sie bestens ausstatten und Maßnahmen einleiten, die das Personal stärken und motivieren.“ 

 

 

Die Forderungen in dem Offenen Brief zielen auf eine Senkung der Klassenhöchstgrenze, auf zusätzliche Mittel für einen Stundenpool, auf mehr unterstützendes Personal wie Sozialpädagogen und Schulpsychologen ab. Der BLLV verlangt darüber hinaus die Einführung eines Sozialindex, nach dem Schulen in problematischen Regionen besser ausgestattet werden, personelle und fachliche Hilfen im Umgang mit Heterogenität, eine verbesserte Aus- und Fortbildung für Lehrkräfte, deutlich bessere Arbeitsbedingungen für Schuleiter/innen und Verwaltungsangestellte sowie die Einrichtung eines Netzwerkes aus Dolmetschern und Therapeuten, um sich z.B. den Flüchtlingskindern professionell annehmen zu können.

 

„Die Lehrerinnen und Lehrer haben es mit einem Bündel vielfältiger Probleme zu tun - eines davon ist sicher auch die erhöhte Anzahl verhaltensauffälliger Schülerinnen und Schüler“, erklärte Wenzel. Lern- und Konzentrationsprobleme, aber auch Disziplinprobleme machten vielen Lehrkräften zusätzlich zu schaffen. Hinzu komme der bekanntermaßen hohe Anteil ausländischer Kinder.

 

„Viele Lehrerinnen und Lehrer schaffen tagtäglich mehr als zumutbar ist - das liegt an ihrem individuellen Engagement und am festen Vorsatz, die Heranwachsenden nicht im Stich zu lassen“, betonte der BLLV-Präsident. Weil die Möglichkeiten bei der derzeitigen personellen Ausstattung aber äußerst begrenzt seien, würden viele Lehrkräfte an die Grenze des Machbaren stoßen. „Was sie brauchen ist deutlich mehr unterstützendes und professionell ausgebildetes Personal sowie mehr Zeit.“  

 

Am meisten zu schaffen mache Lehrern wie Schülern aber die Tatsache, dass die Mittelschule in der Öffentlichkeit auf wenig Akzeptanz stoße. „Schüler und Lehrer leiden an mangelnder Anerkennung und fehlender Unterstützung.“ Wenzel in seinem Brief an Spaenle: „Dieser Befund hat mich schockiert und sollte dazu führen, dass Sie Ihre bisherigen Anstrengungen im Bereich der Mittelschulen schnell und spürbar ausweiten.“

 

Andrea Schwarz M.A. BLLV-Pressereferentin, Tel: 089/ 72 100 129, presse (at) bllv.de