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Zwischenzeugnisse - Besonnenheit ist gefragt

PRESSEMITTEILUNG - BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann fordert einen „neuen Blick auf das Lern- und Leistungsverständnis“. Kinder sollten bei schlechten Noten keinesfalls bestraft werden.

16.02.2018

Pressemitteilung/München - Jedes Jahr sorgen sie für Aufregung: Die Zwischenzeugnisse. Bei den einen lösen sie Freude aus, bei den anderen Frust und Kummer. Verteilt werden sie am 23. Februar. Daneben gibt es auch Leistungsstandberichte, Notenauszüge oder Lernentwicklungsgespräche. "Eine gute Sa-che", findet die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann. Doch leider dreht sich letztendlich doch nur wieder alles um die Note - es gilt den Schnitt von 2,33 zu erreichen. "Die Bemühungen, Kinder ein wenig vom Druck zu befreien, werden so zunichte gemacht."Skeptiker sollten sich immer vor Augen führen, dass sich alle Schülerinnen und Schüler gute Noten wünschen. "Vor schlechten Noten haben viele von ihnen Angst. Manche Kinder oder Jugendliche fühlen sich so gestresst, dass sie krank werden."

Doch was tun? "Eltern sollten ruhig und besonnen mit allen schulischen Anliegen umgehen", empfiehlt Fleischmann. Das gelte natürlich auch für die Zeugnisse - "auch dann, wenn die Noten schlecht sind oder den Erwartungen nicht entsprechen." Andererseits sollten gute Noten deutlich anerkannt werden. "Sie dürfen nicht einfach vorausgesetzt werden. Viele Kinder müssen sich sehr dafür anstrengen und freuen sich über Anerkennung."

"Wenn die Noten schlecht sind, sollten sich Eltern einen Moment lang vorstellen, wie sich ihr Kind fühlt, wenn es nach Hause kommt", so Fleischmann. Schlechte Noten schreibe es ja nicht absichtlich. Von Bestrafungen - gleich welcher Form - sei deshalb unbedingt abzusehen. Wenn Kinder auch noch Angst vor Strafen haben müssten, sei die Schule mit einem Gefühl der Angst besetzt. Lernen bereite dann keine Freude mehr und werde auch nicht mehr als etwas Positives erlebt." Ohne Freude am Lernen gibt es auch keinen Schulerfolg. Beides hängt zusammen. Das belegen wissenschaftliche Studien immer wieder."

Kinder brauchen emotionale Zuwendung

Viel besser als jede Form von Bestrafung sei emotionale Zuwendung. "Die Kinder brauchen Hilfe." Konstruktive Angebote signalisierten dem Kind, dass es angenommen und verstanden werde. Um gemeinsam Wege aus der Krise zu finden, sollte das Gespräch mit der jeweiligen Lehrkraft gesucht werden. "Die betroffenen Kinder können ihre Eltern bei diesem Termin gern begleiten. Gemeinsam werden Schwächen und Probleme besprochen. Kinder können so auch ermuntert werden, eigene Ideen aktiv einzubringen."

Für die meisten Kinder bedeuteten schlechte Noten im Zwischenzeugnis allerdings immer nur eines: zusätzliches Lernen. Entsprechende Angebote von Nachhilfeinstituten gebe es zu Hauf. Vor allem Grundschulkinder vierter Jahrgangsstufen treffe es. "Eltern, die ihr Kind unbedingt auf dem Gymnasium sehen wollen, werden nervös und setzen ihr Kind mit den besten Absichten unter Druck." In einem Schulsystem, das daran festhält, zehnjährige Kinder auf verschiedene Schularten zu verteilen, ist dies nachvollziehbar. Eltern wollten für ihr Kind das Beste. Ein ruhiger und besonnener Umgang mit allen Herausforderungen rund um die Schule sei daher nötig und hilfreich.

 

BLLV-Presserferentin Andrea Schwarz, M.A., Tel: 089/ 72 100 129, presse@bllv.de



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