44. Bayerische Schulfilmwochen 27.10.2021 Startseite kleinKreativität

Die Wucht der Gefühle

Vom 22. bis 24. Oktober 2021 fanden die 44. Bayerischen Schulfilmwochen statt - pandemiebedingt im digitalen Format. Der BLLV sponsorte bei der Preisverleihung 500 € für den Förderpreis- und Newcomerpreis.

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Vom 22. bis 24. Oktober 2021 fanden die 44. Bayerischen Schulfilmwochen statt – das zweite Mal digital. Wo sonst 300 Schülerinnen und Schüler aus Filmgruppen aus ganz Bayern die Realschule Holzkirchen bevölkern, herrschte dieses Jahr Ruhe.  Ein Team von 20 Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern organisierte die digitale Preisverleihung und die virtuellen Filmworkshops, die in dem professionell aufgebauten Filmstudio in der Aula stattfanden.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung von acht Preisen, die von verschiedenen Sponsoren gestiftet wurden: Der BLLV gehört mit dem mit 500 € dotierten Förderpreis und dem Preis für den besten Newcomer zu dem Sponsorenkreis dazu.

Wenn Spieler zu Werwölfen werden

In diesem Jahr gewann der zweiminütige Film "Mensch ärgere Dich nicht" den BLLV-Förderpreis. Nicht zufällig trägt das Spiel diesen Namen. Denn wenn man kurz vor dem Sieg steht, kann ein Würfelwurf alles verändern. Der Film zeigt mit einem Augenzwinkern, was das Spiel aus den harmlosen Zeitgenossen machen kann: Werwolfe, Boxer, Karatekämpfer, Voodookiller und Krieger. Aus der Laudatio heißt es dazu: "Die Kamera schaut dem Würfel auf die Augen, den Jungs so nah und genau ins Gesicht, dass wir meisterlichen Schauspielern und Kameraleuten beim Performen zuschauen können. Und ebenso großartig ist das Sounddesign."



Den mit 300 € dotierten BLLV-Preis für den besten Newcomer erhielt die Einzelarbeit "Lockdown". Rahel Hüpgens von der Lothar-von-Faber Schule in Nürnberg zeigt in düsteren und beklemmenden Bildern, was der wochenlange Lockdown mit ihr gemacht hat. Eine Fahrt mitten ins Chaos, quer über den Fußboden eines unaufgeräumten Zimmers. Alles scheint aus den Fugen geraten. Der Tagesablauf wird auf einen kleinen gelben Zettel gepackt: Letztlich geht es einfach nur darum, durchzuhalten – absolute Motivationslosigkeit – der traurige Versuch, Routinen einzuhalten, scheitert. In wenigen Bildern wird die Ödnis des Lockdowns gezeigt. Rahel war die meiste Zeit alleine und fand überaus kreative Lösungen, um sich selbst zu filmen und experimentierte mit Kamerafahrten. Auch ihr Schnitt überzeugt – mal unsichtbare, fließende Übergänge, mal Dynamik und Bewegung in überlegt komponierten Bildern.



Trotz Corona wurden 35 Filmbeiträge eingereicht. Dabei spielte die Pandemie in vielen Filmen eine zentrale Rolle. In vielen Beiträgen war Verzweiflung spürbar. Die elfköpfige Jury und die über 100 digital teilnehmenden Schüler waren betroffen von der Wucht der Gefühle, die in den Filmen erlebbar werden. In kurzen Filmgesprächen wurde die Situation der jungen Menschen nochmals deutlich.

Wenn der Weihnachtsmann an Corona erkrankt – was nun?

Eine Ausnahme in Machart und Emotion, war der Streifen "Christmas without Santa". Zwei Sechstklässler aus dem Gymnasium Penzberg haben sich im Kontext des Englischunterrichts die Frage gestellt: Was tun, wenn der Weihnachtsmann an Covid-19 erkrankt und zum Superspreader werden könnte? Herausgekommen ist eine skurrile und humorvoll festgestaltete Filmgeschichte, die zwar kameratechnisch noch optimierbar ist, aber viel Spaß beim Zuschauen macht.

Johann Rambeck, Organisator der Filmwochen, zieht eine positive Bilanz. Corona habe thematisch dominiert, die Kreativität und Freude am Filmemachen bei den Schülerinnen udn Schülern sowie und Filmlehrkräften nicht geschmälert. Bleibt zu hoffen, dass das Pandemiegeschehen es zulässt, dass die 45. Schulfilmwoche im kommenden Jahr wieder in Präsenz stattfinden kann.