Filmarbeit in der Mittelschule Startseite

Gemeinsames Pilotprojekt DOK.education und BLLV

Trotz oder gerade wegen Corona: Der Schulleiter Manfred Lehner von der Clermont-Ferrand-Mittelschule in Regensburg, eine von neun Kulturschulen eines Pilotprojekts des Kultusministeriums, holte im Herbst 2021 das Modellprojekt „#DOKfilmklasse – Mittelschule filmt!“ an seine Schule. In einem Zeitraum von vier Monaten erstellte seine Klasse künstlerisch erzählende Dokumentarfilme zum Thema „Berufswahl“. Ein gemeinsames Pilotprojekt DokEducation und des BLLV.

07.02.2022

Die Initiative für das Projekt „#DOKfilmklasse – Mittelschule filmt!“ ging von DOK.education, dem Bildungsprogramm des Münchner Dokumentarfilmfestivals, und dem BLLV aus. Finanziert wurde das Pilotprojekt von der Bünemann-Stiftung. Ziel ist es, Persönlichkeitsentwicklung von Heranwachsenden ganzheitlich zu fördern ganz nach der Programmatik des BLLV: Bildung mit Kopf, Herz und Hand.

Das Anliegen von Schulleiter Manfred Lehner ist es, in seiner Mittelschule den Unterricht mit Musik- und Kulturprojekten zu verzahnen, und so einen ganzheitlichen Bildungsbegriff Realität werden zu lassen. Filmpraktisches Gestalten heißt Wirklichkeit differenziert wahrzunehmen und zu kommunizieren. Mit diesem Ansatz können Themen des Lehrplans in neuer Form aufgegriffen und mit filmischen Darstellungsmöglichkeiten unter Einsatz digitaler Medien umgesetzt werden – ganz im Sinne Lehners, dessen Mittelschule mit dem Schwerpunkt Musik „Kulturschule in Bayern“ ist.

In einem Zeitraum von vier Monaten erstellte die Klasse 9 seines Kollegen Stefan Sponfeldner künstlerisch erzählende Dokumentarfilme zum Thema „Berufswahl“. In dieser Zeit kamen jeden Freitag zwei externe Filmexpertinnen in die Schule und leiteten die Klasse an: Theoretische Lerneinheiten wie Dramaturgie, Bildsprache, Interviewführung und Filmschnitt wurden durch filmpraktische Übungen mit dem iPad ergänzt.

Das Ergebnis war beeindruckend: Es entstanden fünf dramaturgisch aufgebaute Personenporträts zu verschiedenen Berufen. Die Interviewebene erzählt von persönlichen Berufsentscheidungen einer recherchierten Person. Auf der Bildebene beobachten die Jugendlichen die Tätigkeiten im Berufsalltag. Die Montage der beiden Ebenen ermöglicht einen sehr persönlichen Blick in das Leben eines im Beruf stehenden Menschen. Neben den filmischen Kompetenzen, die die jungen Menschen erlernten, erlebten sie sich dabei in einem ganz neuen Kontext. Es war für alle eine neue Erfahrung, sich künstlerisch mit der Umwelt auseinanderzusetzen.

Die Kuratorinnen und Kuratoren des renommierten Regensburger Kurzfilmfestivals waren begeistert und nahmen die Filme in ihr Kinoprogramm für März 2022 auf. Einer der Filme läuft sogar im Wettbewerb. Ein Riesenerfolg für die Jugendlichen der Klasse 9a und für Stefan Sponfeldner der Beweis, dass die filmische Projektarbeit ein hochwertiges Ergebnis erzielt hat. Solch ein Erlebnis sei ein herausragender Moment im Leben seiner Kids, so Sponfelder. Künftig möchte er gerne weitere Projekte der kulturellen Bildung in den Unterricht integrieren – diese leisten einen entscheidenden Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung.

>> Der BLLV unterstützt auch den Dokumentarfilmwettbewerb von DOK.education: Einsendeschluss ist der 1. April 2022.
 

Mehr Infos zum Projekt

Mehr Infos und Begleitmaterial zum Programm „#Dokfilmklasse – Mittelschule filmt!“ bei DOK.education

Zu den Filmen aus dem Modellprojekt

Weitere Infos zum ganzjährigen Bildungsprogramm DOK.education, ein umfangreiches Programm für Schulklassen und Lehrkräfte bayernweit bietet.