Schulweg

Im Dunkeln sicher zur Schule

ELTERNRATGEBER - Dunkelheit, Nebel, Graupelschauer – in der kalten Jahreszeit früh zur Schule zu müssen ist für viele Kinder und Jugendliche kein Vergnügen. Zusätzlich sorgen die witterungsbedingt schlechten Sichtverhältnisse für einen risikoreichen Schulweg.

Tomi Neckov, Schulleiter und Vizepräsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), weiß ob der Gefahren für die Schüler: „Egal ob Erstklässler oder angehender Abiturient, viele Kinder und Jugendliche haben ihren eigenen Kopf, was ihren Kleidungsstil betrifft. Als Vater zweier Töchter im Teenager-Alter versuche ich beiden zu verdeutlichen, dass auffällige, bunte Jacken, Mützen und Schals oft einen erheblichen Unterschied zu dunkler Kleidung machen und von Autofahrern sehr viel besser wahrgenommen werden. Für die Jüngeren eignen sich zusätzlich Reflektoren an Schulranzen und der Kleidung, in Form von ‚Blinke-Schuhen‘ oder einzelnen Leuchtbändern. Auch Warnwesten sind eine Möglichkeit, Kinder im Straßenverkehr gut sichtbar zu machen. Diese sind über Online-Shops für Kinderspielwaren oder für wenige Euro zu erstehen."

Auch für den Schulweg selbst gilt es laut BLLV-Experten Neckov einiges zu beachten: Kinder, die nach bestandener Prüfung mit dem Rad zur Schule fahren, brauchen natürlich ein verkehrstüchtiges Fahrrad mit funktionierendem Vorder- und Rücklicht sowie reflektierenden "Katzenaugen". Viele Fahrradhelme besitzen batteriebetriebene Blinklichter, welche den Radler für Autofahrer gut sichtbar machen. „Wichtig für Radfahrer wie für kleine Fußgänger ist zudem, den Schulweg auch ohne Tageslicht bewältigen zu können. Eltern sollten mit ihren Kindern die Strecke zur Schule auch im Dunkeln mehrere Male gemeinsam abgehen, um eventuelle Gefahren, die im Hellen gar nicht auffallen, mit ihrem Schulkind abzusprechen," empfiehlt Neckov.

Auch das gemeinsame Laufen in kleinen Gruppen oder mit einem Freund sorgt zusätzlich für Sicherheit. „Ich empfehle den Eltern, gemeinsam mit ihrem Kind einen Schulweg zu wählen, der Parks, Waldstücke oder unbeleuchtete Straßenzüge vermeidet und stattdessen gut ausgeleuchtete Wege bietet. Sind diese Gefahrenzonen aufgrund der Wohngegend unvermeidbar, sprechen Sie andere Eltern an und versuchen Sie, eine Schulwegbegleitung zu organisieren." Für Kinder gibt zudem die Möglichkeit, Präventionskurse zu besuchen - sie stärken auch das Selbstbewusstsein. Mädchen und Jungen lernen hier, wie sie Gefahren erkennen und vermeiden können, sie trainieren auch, sich selbst zu behaupten. „Eltern können den Klassenlehrer oder die Lehrerin ansprechen und nachfragen, ob die Schule etwas Entsprechendes anbietet. Vielleicht bietet auch das Vereinsleben Ihrer Gemeinde ähnliche Präventionskurse - oder Sie schließen sich mit anderen Eltern zusammen und organisieren mithilfe von Verbänden eine entsprechende Trainingseinheit.

Meine wichtigste Empfehlung an alle Eltern: Mit dem Kind darüber sprechen, ob es sich auf seinem Schulweg wohlfühlt oder ob es Dinge gibt, die ihm Sorge bereiten. Somit stellen Eltern sicher, dass es ihrem Kind gut geht - und Sie sich ebenfalls beruhigt auf den Weg machen können".