Simone Fleischmann im Telefonat mit Matthias Fischbach, bildungspolitischer Sprecher (FDP) 09.07.2020 Themen

Schulranking zum digitalen Lernen wäre kontraproduktiv

Im Gespräch mit Matthias Fischbach macht Simone Fleischmann klar: Es fehlt an digitalen Endgeräten bei Schulkindern und an Schulen, externen Beratern und technischem Support.

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Viele Eltern zeigen sich unzufrieden über das Lernen zuhause. Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion schlug vor, man könnte eine klare Zielvorgabe setzen und den Schulen eindeutige Konzepte abverlangen. Auch ein Vergleich der Schulen, wo sie in der aktuellen Phase des Coachings des Lernens zuhause stehen, wäre seiner An-sicht nach sinnvoll. Wie professionell der "digitale Unterricht" der Schulen sei, bewertet er kritisch. Es gebe so unterschiedliche Rückmeldungen der Menschen vor Ort, das könne doch nicht sein.

Es fehlt an technischem Support an den Schulen

Fischbach äußerte die Idee, man könne beispielsweise die Schülerinnen und Schüler aus den einzelnen Gymnasien befragen, wie es gerade so läuft, diese Meinungen dann zusammenfassen und somit deutlich machen, welche Schulen jetzt am besten aufgestellt sind. Der BLLV sieht Schul-Rankings kritisch: Es spielen viele Faktoren hinein, ob sich eine Schule nun high-end digital aufstellen kann oder nicht. Es sei zu einseitig, dazu die Schülerinnen und Schüler zu befragen. Zudem fehlt es nicht an Rankings, sondern an konkreter Unterstützung der Schulen vor Ort: an technischem Support, an externer Expertise und selbstverständlich auch an Endgeräten an den Schulen und bei den Schülerinnen und Schülern zuhause.

Und eines ist klar: Professionell orchestriertes "neues Lernen in Corona-Zeiten" mit Unterricht live und Coaching von Lernen zu Hause braucht ein völlig neues Verständnis von Bildung und Erziehung. Das ist zwar auch digital zu nterstützen, braucht aber weitaus mehr. Nämlich eine ganzheitlichen Bildungsansatz mit Herz, Kopf und Hand.

Artikel aus der bayerischen schule #4 2020

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