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Stereotypen und Voreinstellungen gegenüber Frauen und Mädchen durchbrechen

Zum Internationalen Frauentag wird in besonderem Maße über die Rechte von Frauen gesprochen und nachgedacht. Heuer findet er im Zeichen weltweiter Umbrüche statt; Demos und Aktionen im Schatten des Krieges in der Ukraine.

08.03.2022

Seit 1911 wird am Internationalen Frauentag Tag mit Kundgebungen und mit dem Kampf für Gleichberechtigung auf die Situation der Frauen besonders aufmerksam gemacht. In manchen Ländern werden Frauen gefeiert, in zwei deutschen Bundesländern ist der Tag ein gesetzlicher Feiertag. Seit über 100 Jahren fordern Frauen weltweit am Weltfrauentag Gleichberechtigung und prangern Ungleichheit und Gewalt an. Viele Demonstrationen finden statt und so ist es ganz bestimmt kein Zufall, dass Erzieherinnen und Erzieher streiken, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Zumeist sind es noch immer Frauen, die in den Pflege- und Care- Berufen tätig sind. Diese sind weiterhin strukturell und finanziell schlechter ausgestattet. Spätestens seit der Pandemie sollte doch jeder und jedem klar sein, was systemrelevante Berufe sind.

Um Strukturen aufzubrechen und zu ändern, um Verbesserungen für diese Bereiche zu erwirken, die so grundlegend, eben systemrelevant sind, genügt es längst nicht, die Situation der Frauen und Männer isoliert zu betrachten. So muss beispielsweise die Elternzeit für Männer nicht nur im Lehrberuf genauso akzeptiert und umgesetzt werden können wie für Frauen, Care- und Pflegearbeiten müssen anders verteilt werden, müssen Rollenbilder frühzeitig kritisch hinterfragt werden, strukturelle Veränderungen endlich umgesetzt und die Forderungen nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit endlich erfüllt werden.

Frauen verdienen im Jahr 2021 in Deutschland pro Stunde durchschnittlich 18 % weniger verdient als Männer

Der Bericht des statistischen Bundesamtes vom 07.03.22 zeigt, dass Erkenntnissen keine Taten folgten: Frauen verdienen im Jahr 2021 in Deutschland pro Stunde durchschnittlich 18 % weniger verdient als Männer. Damit blieb der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern – der unbereinigte Gender Pay Gap – im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Equal Pay Day am 7. März 2022 weiter mitteilt, erhielten Frauen mit durchschnittlich 19,12 Euro einen um 4,08 Euro geringeren Bruttostundenverdienst als Männer (23,20 Euro). Der Equal Pay Day wird jedes Jahr neu festgelegt. Es ist das Datum, bis zu dem Frauen statistisch umsonst arbeiten. Im Vorjahr lag diese Differenz bei 4,16 Euro. Über die vergangenen 15 Jahre hinweg ging der geschlechterspezifische Verdienstabstand in Deutschland zurück: Im Jahr 2006 war er mit 23 % noch 5 Prozentpunkte höher als 2021.

Stereotypen und Voreinstellungen gegenüber Frauen und Mädchen durchbrechen

International wird dieser Frauentag begangen und so ist das Motto der UN für den Weltfrauentag 2022 "Break the Bias." Auf Deutsch bedeutet das so viel wie: "Stoppt die Voreingenommenheit". Es geht also darum, Stereotypen und Voreinstellungen gegenüber Frauen und Mädchen zu durchbrechen und dadurch für mehr Gleichberechtigung zu sorgen. Unter dem Hashtag #BreaktheBias versucht die UN Aufmerksamkeit für das Motto und die Bedeutung des Weltfrauentags auf sozialen Medien zu bekommen. Dazu gibt es auch in Deutschland viele Angebote, oft in digitaler Form.

Noch immer muss ein- und aufgefordert werden, sich für Feminismus und Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung einzusetzen. Die weltweite Corona-Pandemie und die schreckliche Situation in der Ukraine lassen uns innehalten und rekapitulieren, dass gerade jetzt, gerade heute, der Fokus auf die Frauen und Mädchen dieser Welt wichtig ist, dass Solidarität wichtig ist.

Unserem BLLV Manifest folgend: Haltung zählt.

Autorin: Sandra Schäfer, BLLV-Gleichstellungsbeauftragte, 1. Vorsitzende NLLV

Lesen Sie auch hierzu vom BLLV-Dachverband VBE: "Gender Pay Gap endlich auflösen"

 

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