Kommentar: Jetzt konsequent handeln! 29.11.2020 StartseiteLeistungsrückmeldungAbitur

Abitur verschoben, doch alle brauchen mehr Zeit für Bildung!

Zur Verschiebung der Abiturprüfungen um zwei Wochen stellt BLLV-Gymnasialexperte Roland Kirschner klar, dass Corona alle Jahrgänge betrifft. Zudem Lehrpläne grundsätzlich gestrafft werden müssen, um dem Bildungsauftrag an Gymnasien gerecht zu werden.

Bayern verschiebt den Beginn der Abiturprüfungen um etwa zwei Wochen und verlängert somit auch den ersten Ausbildungsabschnitt in der Q12. Beides kann nur ist klar zu begrüßen, schafft es doch zum einen Planungssicherheit und gewährt zum anderen mehr Zeit für Nachholtermine wegen ausgefallener Klausuren. Andernfalls wäre es sehr schwer geworden, den Notenschluss für das erste Halbjahr zu schaffen. Insbesondere für die Kurse, die in Quarantäne waren, bedeutet  dies eine klare Entspannung.

Es ist also richtig, Druck aus dem Kessel zu nehmen. Doch warum beschränkt sich dieser Schritt auf den Abschlussjahrgang? Auch andere Jahrgangsstufen sind von Quarantäne, Distanz- oder Wechselunterricht betroffen. Auch für diese Jahrgangsstufen muss Abhilfe geschaffen werden. Unabdingbar ist daher eine gründliche Überarbeitung und Straffung der Lehrpläne: Bildung bedeutet nicht, möglichst viele Inhalte durchzuhecheln – was in normalen Zeiten schon zu Oberflächlichkeit führt und in Pandemiezeiten kaum umsetzbar ist. Sondern Bildung bedeutet, wichtige Inhalte gründlich und vertieft zu erarbeiten. Darum muss man Platz schaffen für nachhaltige und längerfristige Projekte. Kurz: Es geht, nicht nur wegen Corona, aber nun besonders darum, mehr Zeit für die einzelnen Inhalte zu schaffen.

Was bisher versäumt wurde, darf jetzt keine Tatenlosigkeit entschuldigen

Natürlich ist so eine Reform in kurzer Zeit nicht zu realisieren. Es war ein Fehler, die Lehrpläne nicht schon bei der letzten Reform zum LehrplanPlus deutlich zu straffen, genauso wie es ein Fehler war, die diversen Lehrplanänderungen im G8 nicht dafür zu nutzen, aus dem Lehrplan einen echten Lernplan zu machen. Und dieser Fehler wurde wiederholt, indem seit Frühjahr dieses Jahres nur punktuelle (und teilweise marginale) temporäre Lehrplanabweichungen veröffentlicht wurden.

Doch Fehler werden nicht besser, wenn man sie immer wieder begeht. Wann, wenn nicht jetzt ist die Zeit reif für eine gründliche Überarbeitung und Straffung der Lehrpläne!

<< Roland Kirschner, Leiter der Fachgruppe Gymnasium im BLLV
 

Weitere Informationen

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