Kommentar zur Fortführung der Berufseinstiegsbegleitung 11.05.2021 StartseiteBildungsgerechtigkeit

BLLV erreicht Fortführung der Berufseinstiegsbegleitung

Fast wäre die Berufseinstiegsbegleitung gestorben - mit Anträgen, Gesprächen und Schreiben an den bayerischen Landtag und Ministerien kämpfte der BLLV erfolgreich für das Weiterleben.

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Bis vor wenigen Wochen sah es aus, als wollte die bayerische Staatsregierung die Berufseinstiegsbegleitung an Mittelschulen still und heimlich beenden. Das bisher sehr erfolgreiche Programm, das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds mitfinanziert wurde, lief aus, ohne dass im Haushalt 2021 eine Fortsetzung vorgesehen war.

Daraufhin wurde der BLLV sofort aktiv und protestierte auf vielen verschiedenen Kanälen gegen diese Entscheidung. Der Landesvorstand verabschiedete in seiner Sitzung am 3. März einstimmig einen Antrag, der die Fortführung der Berufseinstiegsbegleitung forderte.

"Die Berufseinstiegsbegleitung darf nicht sterben" ein Kommentar von Fritz Schäffer, Leiter der Abteilung Schul- und Bildungspolitik.

In unterschiedlichen Gesprächen und Schreiben wandte sich der BLLV sowohl an die Fraktionen im bayerischen Landtag als auch an die betroffenen Ministerien. Daneben suchten wir den Kontakt zu unterschiedlichen bildungspolitischen Organisationen, um ein Netzwerk zur Fortführung der Berufseinstiegsbegleitung zu knüpfen.

Nun ist es offiziell, dass sich unser massiver Einsatz gelohnt hat: Das Kultusministerium hat bekannt gegeben, dass die Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit auch für den nächsten möglichen Teilnehmerjahrgang (Schuljahr 2021/2022) mit finanzieller Unterstützung der Staatsregierung fortgeführt werden. (>> BLLV Pressemitteilung "Protest erfolgreich – BLLV fordert jetzt langfristige Sicherstellung der Berufseinstiegs­begleitung!")

Auch der Träger des Programms, die Sozialverbände sowie die Oppositionsfraktionen setzten sich gemeinsam mit dem BLLV für den Erhalt ein

Dieser Erfolg ist nicht das Verdienst des BLLV allein. Er ist nicht der einzige, die sich hier massiv eingebracht hat. Auch Träger des Programms und die Sozialverbände protestierten im Schulterschluss mit dem BLLV. Von Seiten der Oppositionsfraktionen wurde ein gemeinsamer Antrag von FDP, Grünen und SPD zur Fortführung des Projekts eingebracht, die Regierungsfraktionen erkannten ebenfalls die Bedeutung des Themas und signalisierten Unterstützung für eine Weiterfinanzierung.

Auch das Kultus- und das Sozialministerium zeigten sich schließlich offen, konnten sich aber lange nicht auf ein Finanzierungskonzept einigen. Als dadurch das ganze Vorhaben doch noch zu scheitern drohte, schaltete sich der BLLV erneut ein und drängte auf eine rasche Einigung.

Berufliche Orientierung ist besonders für Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen von größter Bedeutung

Am Ende steht nun dieser Erfolg, der vor allem ein Erfolg ist für die betroffenen Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Schulart Mittelschule insgesamt und für alle, die sich für und in ihr engagieren. Denn: Berufliche Orientierung ist besonders für Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen von größter Bedeutung, da diesen aufgrund ihres häufig schlechteren Schulabschlusses weniger Chancen auf dem Ausbildungsmarkt besitzen. Sie trägt damit erfolgreich zur Profilbildung der Schulart Mittelschule bei.

Aus Sicht des BLLV wäre es daher ein fatales Signal sowohl für die Bildungsgerechtigkeit in Bayern als auch für den Stellenwert der Mittelschule gewesen, wenn diese erfolgreiche Maßnahme in Zukunft entfallen wäre.  

Die Argumente, die in diesem Jahr gehört wurden, werden auch nächstes und auch übernächstes Jahr gültig sein. Deshalb ist klar: Dem heutigen Erfolg muss im nächsten Haushalt die dauerhafte Finanzierung der Berufseinstiegsbegleitung auch für die folgenden Jahrgänge folgen!

>> Autor: Fritz Schäffer, BLLV-Leiter der Abteilung Schul- und Bildungspolitik

>> Pressemitteilung des Kultusministeriums

>> Pressemitteilung der Oppositionsfraktionen